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Natur

Drei Millionen Euro für Biotop-Projekt

Ab Herbst will die Sielmann-Stiftung die Initiative im Landkreis Schwandorf vorantreiben. Die Zahl der Biotope wird steigen.
Von Kim Zyder und Bettina Mehltretter

Auf 5000 Hektar Fläche sind die Schutzzonen im Landkreis Schwandorf bisher verteilt. Diese Zahl soll mithilfe der Sielmann-Stiftung steigen. Diese Aufnahme stammt aus dem Kulzer Moos.  Foto: Markus Kurz
Auf 5000 Hektar Fläche sind die Schutzzonen im Landkreis Schwandorf bisher verteilt. Diese Zahl soll mithilfe der Sielmann-Stiftung steigen. Diese Aufnahme stammt aus dem Kulzer Moos. Foto: Markus Kurz

Schwandorf.In das Projekt „Biotopverbund Nordost-Bayern“ der Heinz-Sielmann-Stiftung kommt Bewegung. Bei einem Treffen im Landratsamt hat die Stiftung versucht, Bürgermeister, Verwaltungsmitarbeiter und Naturschutzexperten für ihren Plan zu begeistern. Dabei ließ die Spendensumme der Rochus-und-Beatrice-Mummert-Stiftung, die für den Landkreis bereitsteht, aufhorchen: Konkret geht es um drei Millionen Euro. „Damit wollen wir den Bildungsbürger für den Erhalt der Natur sensibilisieren“, erklärte Heinz Donhauser, Vertreter der Mummert-Stiftung.

Schon mehr als 2500 Biotope im Landkreis

Im Oktober soll die Geschäftsstelle des Biotopverbunds in Schwandorf die Arbeit aufnehmen. Besetzt ist sie mit der Erlangenerin Anna Sperber. Sie soll im Landkreis Netzwerke zwischen den Partnern knüpfen und rasch zwei bis vier Biotopschutzprojekte auf den Weg bringen, wie Dr. Heiko Schumacher, Leiter des Geschäftsbereichs Biodiversität der Sielmann-Stiftung, sagte. Insgesamt wird die Zahl der Biotope in der Region steigen. Bei der jüngsten Kartierung gab es Ende 2016 2514 Biotope im Landkreis auf insgesamt rund 5000 Hektar Fläche.


Landwirte und Molkerei als lokale Partner

Partner des Projekts im Landkreis sind neben dem Discounter Lidl, der unter anderem Blühstreifen an seinen Logistikzentren anlegen will, die Schwarzenfelder Privatmolkerei Bechtel und 21 Milchbauern, die Rohmilch für die Produkte der Lidl-Marke „Ein gutes Stück Bayern“ liefern. Die Bauern bekommen einige Cent mehr Milchgeld, wenn sie neben etlicher anderer Bedingungen, die sie erfüllen müssen, „ökologische Trittsteine“ aus Brachland, Wildäckern, Steinhaufen, Streuobstwiesen oder kleineren Gewässern anlegen. Laut der Machbarkeitsstudie, die die Sielmann-Stiftung für die Suche nach einer Projektregion in Auftrag gegeben hat, seien in der Region Schwandorf die „landwirtschaftlichen Gunstgebiete stark verbesserungswürdig“.

Flusstäler haben im Projekt eine zentrale Bedeutung

Besonders in den Fokus nehmen will die Stiftung das Naabtal sowie die Täler von Murach, Ascha und Schwarzach. Dort sollen Biotopprojekte entstehen. Allerdings solle die Arbeit nicht auf diese Regionen beschränkt sein, sagte Schumann. Jeder, der eine Idee habe, solle sich melden.

Natur

Zehn seltene Arten im Kreis Schwandorf

Von Arnika bis Mücken-Händelwurz: Zehn Pflanzenarten sind im Landkreis besonders selten. Ein Teil davon ist sogar gefährdet.

Schon zum Auftakt weckten die drei Millionen Euro Spendensumme Begehrlichkeiten. Brucks Bürgermeister Hans Frankl fragte nach, ob er für die Renaturierung des Sulzbachs, die sein Markt 2020 in Angriff nehmen werde, noch Fördermittel abgreifen könne. Eine Förderzusage bekam der Brucker Rathaus-Chef im Landratsamt nicht sofort, allerdings werde sich Projektleiterin Sperber demnächst mit ihm in Verbindung setzen. „Mir geht es darum, dass ich einen Fuß in der Tür habe“, betonte Frankl.

Landrat Thomas Ebeling bezeichnete das Biotopverbundprojekt für den Landkreis als „Baustein zum Thema Umweltschutz“. Eigenen Angaben zufolge will sich die Sielmann-Stiftung langfristig in der Region engagieren.

Das Projekt der Heinz-Sielmann-Stiftung

  • Gesetz:

    Mit den geplanten Maßnahmen tragen die Akteure des Biotopverbunds Nordost-Bayern zur Erfüllung des novellierten bayerischen Naturschutzgesetzes bei, teilt die Sielmann-Stiftung mit.

  • Effekte:

    Auch Bürger sollen profitieren: Neue Landschaftselemente sollen deren Heimat aufwerten. Tier- und Naturbeobachtungen werden durch Infotafeln, Aussichtsplattformen oder Stege möglich.

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