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Dreiseithof bringt die Leute zusammen

Der Aiherlhof in Mitterauerbach ist fertig saniert. Die Dorfgemeinschaft hat hierfür 15000 Stunden Eigenleistung erbracht.
Von Roland Thäder

Das Team vom Dorfgemeinschaftshaus: Xaver Schieder (von links), Laurenz Lorenz, Georg Rieger und Matthias Lorenz dürfen sich nach der Fertigstellung des Aiherlhofs auf dem Bankerl davor im Schatten ausruhen. Foto: Thäder
Das Team vom Dorfgemeinschaftshaus: Xaver Schieder (von links), Laurenz Lorenz, Georg Rieger und Matthias Lorenz dürfen sich nach der Fertigstellung des Aiherlhofs auf dem Bankerl davor im Schatten ausruhen. Foto: Thäder

Neunburg.Das Dorf hat sich herausgeputzt. Das Dorfgemeinschaftshaus für Mitter- und Oberauerbach, der Dreiseit- oder auch Aiherlhof, sieht nach siebenjähriger Bauzeit der Vollendung entgegen. Was besonders bemerkenswert ist: Die Dorfgemeinschaft hat dazu 15 000 Stunden Eigenleistung erbracht. Unermüdlich im Einsatz für das Projekt war auch Laurenz Lorenz. Er trug allein 4000 Stunden dazu bei. Außerdem spendeten die Dorfbewohner 136 Festmeter Bauholz für den Komplex mit Festscheune, Remise, Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrhaus in Mitterauerbach.

Auch das Kellergewölbe ist repräsentativ hergerichtet und bei den derzeit hochsommerlichen Temperaturen angenehm temperiert. Foto: Thäder
Auch das Kellergewölbe ist repräsentativ hergerichtet und bei den derzeit hochsommerlichen Temperaturen angenehm temperiert. Foto: Thäder

Am Samstag und Sonntag, 15./16. Juni, steigt nun das große Einweihungsfest. Rechtzeitig davor machten sich Architekt Michael Steidl und der Neunburger Bürgermeister Martin Birner nochmals ein Bild von der Anlage. Birner bezeichnete das Projekt aus diesem Anlass als „Perle der Dorferneuerung“. Auf Vorschlag von Steidls Sohn Johannes, ebenfalls Architekt, wurde der Aiherlhof in die diesjährige Besichtigungstour der „Architektouren“ der Bayerischen Architektenkammer Ende Juni aufgenommen.

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Der Aiherlhof ist ein Vorzeigeobjekt geworden

Eigenleistungen und Zuschüsse eingeschlossen, hat die Restaurierung des denkmalgeschützten Aiherlhofs und des Feuerwehrhauses rund eine Million Euro gekostet, sagte Birner. Noch sei nicht alles abgerechnet, aber unterm Strich werde die Stadt Neunburg davon 400000 Euro zu tragen haben. Eine stattliche Summe. „Ohne Eigenleistung wäre das unbezahlbar gewesen. So etwas wird es in Neunburg wohl auch nicht mehr geben“, zog Birner eine kurze Baubilanz. Dabei zeigte er sich vom Ergebnis hoch zufrieden. Doch derzeit laufen auch die Vorbereitungen für den Bau weiterer Dorfgemeinschaftshäuser in Kleinwinklarn und Kemnath. Auch Kemnath wird in dem Zusammenhang ein neues Feuerwehrhaus erhalten. Beides werden Neubauten. Das schont die Nerven und den Stadtsäckel.

Das Einweihungsfest

  • Samstag, 15. Juni:

    19 Uhr Festabend mit Bieranstich, Festbetrieb mit den „Bayerwald-Rebellen“

  • Sonntag, 16. Juni:

    9 Uhr Gottesdienst in Mitterauerbach. Anschließend Segnung des Dreiseithofes und des Feuerwehrgerätehauses. Festakt mit Schlüsselübergabe. 14 Uhr Tag der offenen Tür mit Kaffee und Kuchen. 19 Uhr Festbetrieb mit der Band „Barbari Bavarii“. 22 Uhr Ausklang mit DJ Fenkerl.

Bürgermeister Martin Birner und Architekt Michael Steidl präsentieren Das Ensemble als Zeichenentwurf und das Festplakat. Foto: Thäder
Bürgermeister Martin Birner und Architekt Michael Steidl präsentieren Das Ensemble als Zeichenentwurf und das Festplakat. Foto: Thäder

Eigentlich reicht die Baugeschichte des Aiherlhofs bis 2005 zurück. Damals wollte die Stadt Neunburg das in den 90er-Jahren erworbene Gebäude abreißen lassen. Doch das Landratsamt legte sein Veto ein – Denkmalschutz. Danach galt es, umzuplanen. Wer sich die mit viel Liebe zum Detail erfolgte Sanierung anschaut, zieht seinen Hut vor dem Ergebnis. Die Wände erhielten einen mineralischen Kalkputz. Eine ganzjährig laufende Sockelheizung und eine zusätzliche Wandheizung sollen dafür sorgen, dass feuchte Wände und Schimmel ein für alle Mal der Vergangenheit angehören.

Zur Einweihung wird eine Fotoausstellung die einzelnen Bauphasen dokumentieren. Foto: Thäder
Zur Einweihung wird eine Fotoausstellung die einzelnen Bauphasen dokumentieren. Foto: Thäder

Den Durchblick erhält man durch mundgeblasene Fenster und Doppelfenster, die nach historischen Vorbildern gefertigt wurden und top isolieren. Fenster, Türen und Böden, sogar die Beschläge und Schlösser, wurden mit Leinöl eingelassen. Der Dachstuhl wurde restauriert. Jeder Balken, der sich da erhalten ließ, wurde auch erhalten. Die Lampen hat Mattias Lorenz nach Originalvorbildern beschafft und auf den Stand der Technik gebracht. Mehr Denkmalschutz geht nicht.

Einblicke

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