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Region Schwandorf
Sonntag, 22. Juli 2018 25° 8

Spende

Ehemalige Bierkasse kommt Kindern zugute

Pioniere aus dem Flussspatbergbau in Stulln übergaben 1300 Euro Spende aus der Kasse für die traditionelle Mettenschicht.

Bürgermeister Hans Prechtl und Sabine Maderer freuten sich über 13 „Hunderter“, die Wilhelm Hauser, Hans Kulzer und Hermann Neidl (v.li.) überbrachten. Foto: Schießl
Bürgermeister Hans Prechtl und Sabine Maderer freuten sich über 13 „Hunderter“, die Wilhelm Hauser, Hans Kulzer und Hermann Neidl (v.li.) überbrachten. Foto: Schießl

Stulln.Sabine Maderer, die Leiterin des Kindergartens, und der Stullner Bürgermeister Hans Prechtl freuten sich über eine Spende von 1300 Euro aus der „Bierkasse“ der Mettenschichten in der Flussspatgrube „Hermine“. Für Hans Prechtl „eine besondere Spende für den dreigruppigen Kindergarten der Gemeinde“, ist doch die Bierkasse ein Relikt aus dem einst bedeutenden Flussspat-Bergbau, dessen Tradition in der Gemeinde Stulln noch vielerorts präsent ist.

Wilhelm Hauser, Hermann Neidl und Hans Kulzer, drei Pioniere aus dieser Zeit, die über das Geld verfügungsberechtigt waren, ließen bei der Überreichung im Schwarzenfelder Rathaus ein Stück Bergbaugeschichte lebendig werden. In der Blütezeit bis in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts waren in mehreren Gruben bis zu 1000 Beschäftigte tätig. Die Mettenschicht wurde am letzten Tag vor Weihnachten gefeiert und hatte einen festen Platz – ein Brauch, den der Bergknappenverein bis heute wachhält. Anfangs auf der Sohle im Licht der Grubenlampen und Christbaum mit Kraut und Mettenwürsten. Weil das auch was kostete, wurde eine Bierkasse eingeführt.

Als der Boden bebte

  • In der Nacht zum 15. November

    gegen 22.30 Uhr öffnete sich 1981 im VAW-Werk der Boden, und mehrere Betriebsgebäude und ein 70 Meter hoher Kamin versanken in einem tiefen Krater.

  • Der Geistesgegenwart

    von Josef Kederer, der alle Versorgungsleitungen abschaltete, war es zu verdanken, dass die Katastrophe keine menschlichen Opfer forderte.

  • 17 Millionen Mark

    wurden in den Wiederaufbau investiert. (sss)

Ab 1976 gingen die Beträge auf das Sparbuch, erinnerte Hermann Neidl, damals Betriebsführer auf der „Hermine“, der mit 270 Metern tiefsten Grube im Revier. Auf dieses Konto kamen der freiwillige Obolus der Knappen und auch die kleinen und großen Spenden von Gönnern, mit denen die Feiern finanziert wurden. Mit der letzten Schicht am 25. Mai 1987 ging ein bedeutender Wirtschaftszweig in der Region zu Ende.

„Wir drei haben nun beschlossen, dass das Geld aus der Bierkasse den Stullner Kindern zugute kommen soll“, erklärte Hauser, der als ehemaliger Vorsitzender des Bergknappenvereins diese verwaltete. Sabine Maderer war beeindruckt vom hohen Potenzial dieses einstigen Wirtschaftszweiges und von der mit Anekdoten gewürzten Darstellung. Wie der Bürgermeister dankte sie für die großzügige Spende. (sss)

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