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Region Schwandorf
Freitag, 25. Mai 2018 22° 8

Neueröffnung

Ehrenamtliche packen bei EMMA an

Ein Treffpunkt für alle Bürger: Bei EMMA in der Breite Straße gibt es ab 15. Juni günstige Second-Hand-Mode zu kaufen.
von Cornelia Lorenz

Der Eröffnungstermin für EMMA rückt näher: Cornelia Horsch, Andreas Betzlbacher, Oberbürgermeister Andreas Feller, Elke Reinhart und Klaudia Seegmüller (von links) hoffen, dass das neue Geschäft für Second-Hand-Kleidung gut angenommen wird. Foto: Lorenz

Schwandorf.Passanten blicken neugierig ins Schaufenster, lesen interessiert die aufgeklebten Flyer und wagen auch schon mal einen Blick ins Innere des Ladens an der Breite Straße 6. Drinnen wird derweil fleißig gearbeitet, denn am 15. Juni soll hier ein ganz besonderes Geschäft seine Pforten öffnen: Bei „EMMA“ können die Kunden sehr günstige Second-Hand-Mode kaufen und damit auch noch etwas Gutes tun: Der erwirtschaftete Überschuss kommt sozialen Projekten in der Region zugute.

Hilfe zur Integration

Hinter EMMA, einem gemeinnützigen Verein, steht die Initiative „Integration SAD“, die die Rotary Clubs Schwandorf und Oberpfälzer Wald, der Round Table und die Lions Schwandorf sowie weitere Sponsoren ins Leben gerufen haben. „Integration SAD“ kümmert sich unter anderem um Hilfsmaßnahmen in Sachen Bildung und Sprachförderung.

In Neunburg gibt es den Kleiderladen EMMA seit Oktober 2015. Nach seinem Vorbild funktioniert auch der neue Second-Hand-Mode-Laden in der Schwandorfer Breite Straße 6. Er öffnet seine Pforten am Freitag, 15. Juni, um 15 Uhr. Archiv-Foto: gkt

Elke Reinhart, Projektmanagerin bei „Integration SAD“, hat das Konzept von EMMA vor drei Jahren bereits in Neunburg in die Tat umgesetzt. Dort wurde im Oktober 2015 in der Vorstadt unter demselben Namen ein Second-Hand-Laden für Mode eröffnet – und die Kunden nutzen ihn seitdem eifrig. Von einem „wahren Segen für die Stadt“ hatte Neunburgs Bürgermeister Martin Birner bei der Eröffnung von EMMA gesprochen und den Ehrenamtlichen versichert, dass die Stadt sie immer unterstützen werde.

Lesen Sie mehr: 20 Helfer bewältigen mittlerweile den Besucheransturm im Neunburger Kleiderladen. Auch zwei Syrer helfen mit.

Auf einen ähnlichen Erfolg von EMMA hoffen Reinhart und ihre Mitstreiter von „Integration SAD“ auch in Schwandorf. Die vier Buchstaben des Geschäftsnamens erklären kurz und prägnant, was den Kunden dort erwartet: „Einfach Mode mehrmals anziehen“ lautet der Slogan. Zu kaufen gibt es bei EMMA künftig gebrauchte Kleidung und Schuhe für Damen, Herren, Kinder und Babys. Auch Gardinen, Vorhänge, Handtücher, Bettwäsche, Gürtel, Taschen, Accessoires und kleine Spielsachen für Kinder wird das Sortiment umfassen.

Günstige Preise

EMMA in Schwandorf wird immer montags von 10 bis 12 Uhr und freitags von 15 bis 17 Uhr geöffnet sein. In dieser Zeit können Bürger Kleiderspenden abgeben. Wichtig: Angenommen wird nur gewaschene Kleidung in gutem Zustand. Foto: scl

Damit sich alle Bürger den Einkauf bei EMMA leisten können, achten die Mitarbeiter auf günstige Preise. Die teuersten Kleidungsstücke bei EMMA werden Winterjacken sein – sie sind für acht Euro zu haben. Bedürftige bekommen die Waren zum halben Preis. Es genügt zum Beispiel der Nachweis, dass sie den SADPass besitzen, Hartz IV-Empfänger oder Asylbewerber sind oder sich vorübergehend in einer finanziellen Notlage befinden.

Das Angebot von EMMA richtet sich aber ausdrücklich an die gesamte Bevölkerung und alle Altersschichten. „Es ist ein Treffpunkt für lebendige Integration“, betont Reinhart. Die Kunden, die die vollen Preise bezahlen, seien wichtig, um sicherzustellen, dass EMMA sich finanziell selbst tragen könne.

Die beengte Kleiderkammer im alten Rathaus in Dachelhofen ist Geschichte. Dort hat Klaudia Seegmüller (Archiv-Foto: scl) mit weiteren Helfern drei Jahre lang ehrenamtlich gearbeitet. Jetzt engagiert sich Seegmüller weiter bei EMMA.

Ein Jahr lang soll EMMA in Schwandorf nun in den Testbetrieb gehen. Für die finanzielle Sicherheit in dieser Zeit sorgt „Integration SAD“. Auch der Eigentümer des Gebäudes unterstützt EMMA durch einen sehr günstigen Mietpreis. Wenn das Geschäft von der Bevölkerung gut angenommen wird, soll es weitergeführt werden.

Weitere Freiwillige gesucht

Weil hinter EMMA nur ehrenamtliche Mitarbeiter stehen, freuen sich diese über weitere Freiwillige, die bereit sind mitzuarbeiten. Wer Interesse hat, kann sich per E-Mail an Elke Reinhart wenden (elke@integration-sad.de) und sich näher informieren. Damit die Regale bei EMMA immer gut gefüllt sind, freuen sich die ehrenamtlichen Mitarbeiter über Kleiderspenden. Diese sind nach der Eröffnung des Ladens immer zu den Öffnungszeiten (Montag von 10 bis 12 Uhr und Freitag von 15 bis 17 Uhr) möglich.

Hinter EMMA steht die Initiative „Integration SAD“, die von den regionalen Service-Clubs ausgeht (Archiv-Foto: ssu). Unter anderem fördern sie Kinder an Mittelschulen bei Lernschwierigkeiten und kümmern sich um Deutschunterricht für Mütter.

Oberbürgermeister Andreas Feller freut sich über die Initiative. „Auch Menschen mit geringem Einkommen werden hier nicht ausgegrenzt. Ich hoffe, dass es zu einer Dauereinrichtung wird“, sagt er. Auch Andreas Betzlbacher als Vertreter der Service-Clubs lobt das Engagement der Ehrenamtlichen bei EMMA – und hat auch noch einen weiteren positiven Effekt im Blick: Mit der Eröffnung von EMMA werde der letzte Leerstand an der Breite Straße wieder mit Leben erfüllt.

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