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Einzelhandel

Ein Baustellen-Zuckerl für die Kunden

Als Anreiz, trotz Umbau der Ebert-Straße in der Innenstadt einzukaufen, gibt es seit kurzem den „Baustellenpass“.
Von Hubert Heinzl

  • Christiana Roidl-Burggraf, Vorsitzende des Schwandorfer Wirtschaftsforums und Inhaberin des Modehauses Roidl an der Breite Straße, ist „schon voll in der Ausgabephase“. Foto: Heinzl
  • Nach Abschluss der Aktion wird unter den Teilnehmern noch ein attraktives E-Bike verlost, das der Hauptsponsor, Zweirad Bruckner, zur Verfügung gestellt hat. Foto: Stadt Schwandorf
  • Und so sieht er aus ­ der „Baustellenpass“. Foto: Heinzl

Schwandorf. Die Horror-Vorstellung, dass die Kunden mit dem Umbau der Friedrich-Ebert-Straße einen großen Bogen um die Schwandorfer Innenstadt machen würden, hat sich bisher offenbar nicht bewahrheitet. Einbußen gibt es natürlich, vor allem im direkten Einzugsbereich der Bauarbeiten. Damit sie sich in Grenzen halten, hat City-Manager Roland Kittel ein Zuckerl erfunden, das den Kunden den Einkauf im Stadtzentrum versüßen soll: Seit Montag, 14. Mai, gibt es den Schwandorfer „Baustellenpass“.

Bisher beteiligen sich 27 Betriebe an der gemeinsamen Aktion von Stadt und Wirtschaftsforum – der Einzelhandel ist natürlich stark vertreten, aber auch die Gastronomie. Tendenz steigend, wie Kittel versichert: „Da werden noch einige dazukommen“, ist er überzeugt. Die teilnehmenden Geschäfte sind am Plakat „Wir stempeln ab zehn Euro“ zu erkennen. Eine aktuelle Liste kann außerdem im Internet unter www.stadtmarketing-schwandorf.de eingesehen werden.

Das Rad nicht neu erfunden


Natürlich hat der Schwandorfer City-Manager das Rad nicht neu erfunden. Vergleichbare Aktionen gab und gibt es auch in anderen Städten, häufig beschränkt auf eine Verlosung. In Schwandorf ist das ein bisschen anders, sagt Kittel, „die Kunden haben einen unmittelbaren Vorteil“. Der „Baustellenpass“ ist nichts anderes als eine Treue-Karte: Pro Einkauf oder Verzehr in Höhe von mindestens zehn Euro wird eines von 20 freien Feldern abgestempelt; bei jedem Einkauf gibt es natürlich nur einen Stempel. Sind alle 20 Felder voll, kann der „Baustellenpass“ im Tourismusbüro der Stadt an der Kirchengasse 1 eingelöst und für einen „Schwandorf-Zehner“ eingetauscht werden. Und der ist inzwischen bei 70 Akzeptanzstellen in Schwandorf so viel wert wie bares Geld. Wichtig: Für den „Baustellenpass“ werden insgesamt 1000 „Schwandorf-Zehner“ ausgeschüttet – solange der Vorrat reicht.

Die Aktion ist bis zum verkaufsoffenen Sonntag, 28. Oktober, befristet. Dann wird es auch in Schwandorf eine Verlosung unter den Teilnehmern geben: Zu gewinnen ist ein hochwertiges E-Mountainbike, das Hauptsponsor Zweirad Bruckner zur Verfügung gestellt hat. Mitmachen kann sich für die Kunden also doppelt lohnen.

Roland Kittel zeigt sich überzeugt, dass der „Baustellenpass“ eine positive Wirkung erzielen wird. Kundenbindung, weiß der City-Manager, hat viel mit Wertschätzung und Emotion zu tun. „Die Leute freuen sich, wenn sie für ihren Einkauf belohnt werden“, so seine Erfahrung. Dass sich Interessenten schon im Vorfeld beim Tourismusbüro nach der neuen Treue-Karte erkundigt haben, wertet er als positives Zeichen.

Bis sich das neue Angebot auch wirklich bei der Zielgruppe herumgesprochen hat, dürfte es aber noch einige Zeit dauern. Das ergab eine Kurz-Umfrage der Mittelbayerischen bei den Einzelhändlern rund um die Friedrich-Ebert-Straße. Christiana Roidl-Burggraf, die Vorsitzende des Schwandorfer Wirtschaftsforums, ist in ihrem Modehaus Roidl „schon schwer in der Ausgabephase“. Die Kunden würden gezielt auf den „Baustellenpass“ angesprochen und reagierten ausgesprochen positiv, weiß sie zu berichten. Zusammen mit der Verbilligung der städtischen Parkhäuser – hier ist seit 1. Mai die erste Stunde Parken kostenlos – sieht sie in der neuen Treue-Karte einen wirksamen Anreiz, auch künftig zum Einkaufen oder für einen Imbiss am Marktplatz in die Schwandorfer Innenstadt zu kommen.

Aktiv auf die Leute zugehen


Bei Blumen Heinz an der Schwaigerstraße betreiben die Inhaber einigen Aufwand, um den „Baustellenpass“ an den Mann oder an die Frau zu bringen. „Wir haben ein Plakat im Schaufenster, ein Schälchen an der Kasse, und wir haben die Aktion auf Facebook beworben“, erzählt Anja Heinz, „aber wir müssen schon aktiv auf die Leute zugehen“. Ähnlich die Erfahrungen von Sieglinde Scheurer vom „Tascheneck“, die der Nachfrage ebenfalls ein bisschen auf die Sprünge helfen muss. Auch Josef Meier, Geschäftsführer von „Intersport Meier“ an der Friedrich-Ebert-Straße, wirbt massiv für den neuen „Baustellenpass“. Seine Erfahrung: „Man muss die Leute darauf aufmerksam machen. Man muss das kommunizieren“, sagt er. Die Aktion sieht er äußerst positiv: „Die Kunden finden das gut. Und wenn sie eine solche Zugabe bekommen, werden sie gerne wiederkommen“.

Besser hätte es auch City-Manager Roland Kittel nicht sagen können. Der zeigt sich optimistisch für die Umsätze in der Innenstadt. „Natürlich ist und bleibt die Friedrich-Ebert-Straße eine Baustelle. Doch zum Glück gibt es keinen so rapiden Abfall bei der Laufkundschaft wie befürchtet.“

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Der Baustellenpass

  • So geht’s:

    Pro Einkauf oder Verzehr im Wert von mehr als 10 Euro gibt es in den teilnehmenden Geschäften oder Gastronomiebetrieben einen Stempel. Nur ein Stempel pro Einkauf wird gegeben. Sind alle 20 Felder abgestempelt, kann beim Tourismusbüro an der Kirchengasse 1 dafür ein „Schwandorf-Zehner“ eingetauscht werden, solange der Vorrat reicht. 1000 „Schwandorf-Zehner“ halten Stadt und Wirtschaftsforum für die Aktion vor. Die Aktion ist bis zum verkaufsoffenen Sonntag, 28. Oktober, befristet. Unter allen Teilnehmern wird anschließend noch ein hochwertiges E-Bike verlost, das von Zweirad Bruckner zur Verfügung gestellt wurde. (hh)

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