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Natur

Ein Birnbaum zum Jubiläum

Die Kreisfachberater für Gartenpflege sind seit 100 Jahren in einem Verband organisiert. Sie bewahren die Kulturlandschaft.
Von Rudolf Hirsch

Schatzmeisterin Manuela Pappenberger, Bezirksvorsitzender Harald Schlöger, Alois Dirrigl vom Landesverband für Gartenbau, stellvertretender Landrat Albert Nickl, Fachberaterin Heidi Schmid und stellvertretender Landrat Joachim Hanisch (v.l.) pflanzten einen Birnbaum .  Foto: Rudolf Hirsch
Schatzmeisterin Manuela Pappenberger, Bezirksvorsitzender Harald Schlöger, Alois Dirrigl vom Landesverband für Gartenbau, stellvertretender Landrat Albert Nickl, Fachberaterin Heidi Schmid und stellvertretender Landrat Joachim Hanisch (v.l.) pflanzten einen Birnbaum . Foto: Rudolf Hirsch

Nabburg.In den bayerischen Landratsämtern sind insgesamt 110 Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege angestellt, die sich in einem Verband organisiert haben. Die Oberpfälzer Vertreter trafen sich jetzt im Freilandmuseum Neusath-Perschen, um das 100-jährige Bestehen der Standesvertretung zu feiern und dabei für jeden der sieben Landkreise einen Obstbaum zu pflanzen.

Harald Schlöger aus Tirschenreuth ist Bezirksvorsitzender des Verbandes, die Schwandorfer Kreisfachberaterin Heidi Schmid seine Stellvertreterin. Sie erinnerten an die Zeit der Baumwarte, die einst die Bevölkerung beim Obstanbau unterstützten. „Die Aufgaben haben sich mittlerweile gewandelt“, betont Kreisfachberater Harald Schlöger. Der Klimawandel und der Erhalt der Artenvielfalt stellten die Mitarbeiter in den Ämtern vor neue Herausforderungen.

Die Landesverbände

  • Geschichte:

    Der „Bayerische Landesverband für Obst- und Gartenbau“ wurde 1894 als Dachorganisation der bayerischen Obstbauvereine gegründet und feiert damit heuer das 125-jährige Bestehen . Seit 1973 heißt er „Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege“.

  • Angebot:

    Seit 100 Jahren besteht eine enge Verbindung zum Verband der Kreisfachberater. Die Kreisfachberatung gehört zu den ältesten Beratungsangeboten der Landkreise. Sie stehen allen Bürgern zur Verfügung.

Im Jahr 1990 verankerte der Freistaat die „Gartenkultur und Landschaftspflege“ als verpflichtende Aufgaben in der bayerischen Landkreisordnung. „Damit erlangte die Kreisfachberatung eine gefestigte Position“, erklärte die stellvertretende Bezirksvorsitzende. Sie ist zusammen mit Petra Schmid und Wolfgang Grosser hauptberuflich am Kreisgartenamt beschäftigt und betreut von dort aus 91 Gartenbau- und Ortsverschönerungsvereine mit rund 17 000 Mitgliedern.

Größte Interessensvertretung

Dazu kommt die Vereinigung der geschulten Gartenpfleger. Sie ist mit 620 Mitgliedern die größte Interessensvertretung dieser Art in Bayern. In der Oberpfalz sind 36 Fachberater an den Landratsämtern hauptamtlich beschäftigt, Zu ihnen gehört auch Harald Schlöger, der am Amt in Tirschenreuth arbeitet und seit acht Jahren Bezirksvorsitzender ist. Der langjährige Landesvorsitzende der Kreisfachberater, Franz Kraus aus Neumarkt, gab zum 100-jährigen Bestehen eine Broschüre heraus und beschreibt darin den Wandel vom „schönen Garten mit Thujen und serbischen Blaufichten, aus dem die Schädlinge mit der chemischen Keule vertrieben wurden“, hin zur Besinnung auf traditionelle Werte: „Hollunder statt Thujen“. Wenn eine Obstsorte verschwinde, gehe damit auch ein Stück Kulturlandschaft verloren, sagte Franz Kraus. „Die Kreisfachberater sind die Mittler zwischen den Kommunen und der Bevölkerung“, beschreibt stellvertretender Landrat Joachim Hanisch deren Aufgabe. Dass sich die Kulturlandschaft so schön entwickelt habe, sei mit ihr Verdienst.

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Der stellvertretende Landrat im Landkreis Neustadt an der Waldnaab, Albert Nickl, hob die vielfältigen Aufgaben der Kreisfachberater hervor, von der Beratung über die Organisation von Wettbewerben bis zur Vorbereitung von Fortbildungsveranstaltungen. Der stellvertretende Bezirksvorsitzende der Gartenbau- und Ortsverschönerungsvereine, Alois Dirrigl, stellte fest: „Die Kreisfachberater leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt einer lebens- und liebenswerten Kulturlandschaft“.

Regelmäßige Fortbildungen

Die hauptamtlichen Mitarbeiter an den Landratsämtern treffen sich einmal im Jahr zu einer Fachtagung und unternehmen regelmäßig Fortbildungsreisen. Bei der Zusammenkunft im Freilandmuseum Neusath-Perschen pflanzten sie auf dem Streuobstwiesengelände sieben Obstbäume. Für jeden Oberpfälzer Landkreis einen. Die Fachberater am Landratsamt Schwandorf entschieden sich für die Sorte „Nordhäuser Winterforelle“, die saftige, hellgrüne bis gelbliche Birnen hervorbringt.

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