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Musik

Ein Feuerwerk zum Abschied

Das legendäre Open-Air-Konzert des Regental-Sounds in Neuhaus fand am Mittwochabend zum letzten Mal statt.
Von Renate Ahrens

Pünktlich zu Beginn des Konzerts zaubert die Sonne goldenes Licht über das Tal. Fotos: Ahrens
Pünktlich zu Beginn des Konzerts zaubert die Sonne goldenes Licht über das Tal. Fotos: Ahrens

NITTENAU. Mit einem grandiosen Feuerwerk über dem Regental haben sie sich von ihren Fans verabschiedet: Zwar wird man die Nittenauer Kultband „Regental-Sound“ noch bis Ende Oktober hören können, doch das legendäre Open Air-Konzert in Neuhaus ging am Mittwoch zum letzten Mal über die Bühne. Alle waren sie noch einmal gekommen – Freunde, Fans, Familie. „Die Berge sind unser Zuhaus‘“ war das erste Lied, das die Musiker zum Besten gaben – und das stimme ja auch, hatten sie vor dem Auftritt noch der Mittelbayerischen Zeitung erklärt.

Im Oktober lädt die Band zum Abschiedsfest in die Regentalhalle. Sicher werden sie dann, wie auch beim Open Air, ihre beliebtesten Show-Acts zum Besten geben, auf die die Fans schon immer warten. Foto: tre
Im Oktober lädt die Band zum Abschiedsfest in die Regentalhalle. Sicher werden sie dann, wie auch beim Open Air, ihre beliebtesten Show-Acts zum Besten geben, auf die die Fans schon immer warten. Foto: tre

Eine laue Sommernacht

Wie immer haben sie selbst am meisten Spaß am Ganzen und freuen sich auf dieses letzte Spektakel auf der Naturbühne mit dem wunderbaren Blick ins Tal. Immer mehr Zuhörer strömen herbei, viele bepackt mit Campingstühlen und Decken, und machen es sich gemütlich. Sepp Gleixner (Tasteninstrumente), Karl-Heinz Stich (Bass, Gesang), Sepp Schmid (Gitarre, Gesang), Soode (eigentlich Gerald Fendl, Saxophon und Klarinette) und Markus Graßl (Schlagzeug) haben schon ihre Kostüme, bzw. Lederhosen an und können es nicht erwarten, dass es endlich losgeht.

Bis zum Schluss im Oktober geben die Musiker noch Vollgas. Foto: tre
Bis zum Schluss im Oktober geben die Musiker noch Vollgas. Foto: tre

Die Temperaturen versprechen eine laue Sommernacht – genau richtig für dieses letzte Konzert. Schlimm wäre es gewesen, wenn es wegen des Wetters ausgefallen wäre, sagen die Bandmitglieder. Noch in der Nacht davor ging ein schlimmes Gewitter über Nittenau nieder, doch zum Glück ist die Wiese wieder trocken. Pünktlich zu Beginn taucht die Sonne Berg und Tal in ein goldenes Licht.

Immer mit dabei: der Fanclub „Die Regental-Sound Ultras“. Keinen Auftritt versäumen die Mitglieder, sind immer vorne mit dabei, tanzen und schunkeln mit und bleiben bis zum Schluss. Foto: tre
Immer mit dabei: der Fanclub „Die Regental-Sound Ultras“. Keinen Auftritt versäumen die Mitglieder, sind immer vorne mit dabei, tanzen und schunkeln mit und bleiben bis zum Schluss. Foto: tre

Noch vor einem Jahr hatte die Band hier ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert und niemand ahnte, dass es bald vorbei sein würde – außer den Mitgliedern selbst, die den Entschluss schon vor längerer Zeit gefasst hatten. „Aufhören, wenn es am schönsten ist“, so lautet ihr Motto. Hinter der Bühne herrscht nun vor dem Konzert keine Trauer oder gar Nervosität – schließlich sind sie fast Profis. Unzählige Auftritte haben sie in den vergangenen fast drei Jahrzehnten absolviert. Eine kleine Panne haben sie an diesem Abend aber doch: Das Aggregat, das ihnen 25 Jahre lang gute Dienste erwiesen hatte, ist an diesem Abend zu schwach. Zum Glück kommt kurzfristig ein Techniker des Energieversorgungswerks und stellt in letzter Minute ein weiteres Aggregat auf. Dann kann es losgehen.

Eine Überraschung und ein Geschenk an ihre treuen Fans war das große Feuerwerk, das beim Lied „Purple Rain“ für Jubel und tolle Stimmung sorgte. Bis nach Mitternacht wurde gefeiert. Foto: tre
Eine Überraschung und ein Geschenk an ihre treuen Fans war das große Feuerwerk, das beim Lied „Purple Rain“ für Jubel und tolle Stimmung sorgte. Bis nach Mitternacht wurde gefeiert. Foto: tre

Wie immer sind Konzertbesucher jeden Alters hier, Kinder hopsten vergnügt vor der Bühne herum. Ganz vorne sind auch die treuesten Anhänger des Regental-Sounds zu finden: Ihr Fanclub „Die Regental-Sound Ultras“ versäumt keinen Auftritt und schunkelt eifrig mit. Sehr schade finden es die „Ultras“, dass ihre Kultband aufhört. Natürlich zeigen die Musiker noch einmal ihre erfolgreichsten Showelemente, die traditionell fester Bestandteil ihrer Auftritte sind. Zum Beispiel spielte einer auf dem Kopf gedreht Saxophon, ein anderer Musiker piepste mit Heliumstimme einen Song und Karl-Heinz Stich begeisterte mit seinem Elvis-Auftritt. Dieses Konzert ist aber auch etwas Besonderes, weil es jedes Mal außergewöhnlich friedlich und ruhig zugeht.

Beat bis Bayerisch

Keinerlei Chaos herrscht auf den großen Wiesen, die als Parkplätze fungieren. Die Feuerwehren Neuhaus und Bergham, eine Sicherheitswacht und der Ortsverband Schwandorf der Johanniter-Unfallhilfe waren mit großer Besetzung vor Ort, hatten aber zum Glück nichts zu tun. Auch sie genossen die Musik, von „Beat bis Bayerisch“, von Andreas Gabalier, Ed Sheeran bis hin zum Zwiefachen und Hardrock war alles geboten. Mit Handylichtern zauberten die Zuhörer unter dem Vollmond und den Sternen eine zauberhafte Atmosphäre.

„Der Hang wird beben“, so hatten die fünf Musiker, die auch privat Freunde sind, angekündigt – und so war es dann auch. Vom ersten Moment an herrschte eine gute Stimmung. Foto: tre
„Der Hang wird beben“, so hatten die fünf Musiker, die auch privat Freunde sind, angekündigt – und so war es dann auch. Vom ersten Moment an herrschte eine gute Stimmung. Foto: tre

Und dann ertönte „Purple Rain“ – das Stichwort für den Beginn des großen Feuerwerks, das die Band ihren Fans als Dank für ihre Treue boten. Ein Dank galt auch den Neuhauser Bürgern, die immer hinter den Open Air-Konzerten standen. Gegen Mitternacht lief die Band mit Musik von AC/DC und Motörhead zu ihrer Hochform auf. Und dann war es zu Ende, das letzte Open Air der Kultband aus dem Regental.

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