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Bühne

Ein Geist lernt seine Familie kennen

Die lustige und zugleich sehr besinnliche Geschichte „Lenz, wo bleibst Du denn?“ von Ulla King feierte bei den Theaterfreunden Schwarzhofen
Von Ralf Gohlke

  • Der Lenz ist noch gar nicht gestorben, da versammeln sich schon die Erbschleicher. Fotos: ggo
  • Einiges, was er als „Geist“ erfährt, wusste Lenz über seine Familie noch nicht.

Schwarzhofen. Es ist eine lustige aber auch sehr besinnliche Geschichte, welche die Autorin Ulla Kling unter dem Titel „Lenz, wo bleibst denn?“ geschrieben hat. Beide Attribute waren für die Theaterfreunde Schwarzhofen ein triftiger Grund, das Stück heuer auf die Bühne zu bringen und das sehr gekonnt, wie die Premiere im Pfarrheimsaal verdeutlichte.

Sie zeigt auf, wie schnell sich das ganze Leben durch einen, in dem Fall sogar noch selbst verschuldeten, Schicksalsschlag verändern kann. Hier war es der zufriedene, aber nicht besonders erfolgreiche Landwirt Lenz Stinglmoser, der mit seiner Theres und seiner Tochter Hanni ein relativ bescheidenes Dasein fristet, bei dem ein Besuch in der Stadt schon etwas Besonderes war.

Nach einem Streit mit seinem Bruder, der ihm eine, angeblich „wertlose, saure Wiese“ abluchsen will, überschlägt sich Lenz mit seinem Traktor und liegt im Koma. Allerdings bewegt sich sein „Geist“ immer noch in der Familie, ohne das ihn jemand hören oder sehen kann.

In dem Zustand ist es ihm aber immerhin noch möglich Gegenstände zu bewegen und somit zumindest mittelbar Einfluss auf das Geschehen zu nehmen. Bei dem Eifer, den er dabei entwickelt, wird er jedoch auch immer wieder von einer Stimme aus dem Jenseits zur Ordnung gerufen, wenn er es gar zu bunt treibt. Die Schwebe zwischen Himmel und Erde ermöglicht ihm Einblicke in sein Familienleben, die ihm bislang verwehrt waren und die nicht immer angenehm sind, etwa die Raffgier seiner Schwester Amalie oder warum er in ständigem Clinch mit seinem Bruder Ambros gelegen hat. Ebenfalls erfährt er, dass er mit dem Misstrauen gegen Bertl, den Freund seiner Tochter Hanni, genau richtig gelegen hat.

Was ihn natürlich freut, ist, dass seine Frau Theres auch angesichts seines vermeintlich bevorstehenden Ablebens voll zu ihm hält und auch den Verlockungen einer Jugendliebe widersteht. Mehr Details sollen aber an dieser Stelle nicht verraten werden, denn am kommenden Wochenende gibt es noch einmal drei Vorstellungen von „Lenz, wo bleibst denn.“

Das Premierenpublikum zollte allen Darstellern, die in ihren Figuren kaum besser hätten besetzt werden können, großen und anhaltenden Applaus. Beim anschließenden Premierenempfang gab es ebenfalls noch einmal Lob von allen Seiten. Ein Besuch ist in jedem Fall lohnenswert.

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