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Glaube

Ein Gottesdienst zum Mitfeiern

Pfarrer Michael Hirmer aus Teublitz veröffentlicht immer samstags seine Sonntagsgedanken in der MZ. Heute startet die Reihe.
von Pfarrer Michael Hirmer

Pfarrer Michael Hirmer sieht in der Corona-Krise die Chance, an Menschlichkeit und Liebe zu wachsen.  Foto: Alex Huber
Pfarrer Michael Hirmer sieht in der Corona-Krise die Chance, an Menschlichkeit und Liebe zu wachsen. Foto: Alex Huber

Teublitz. Corona unterbricht unser Leben. Schulen und Kitas sind leer und das Kultur- und Vereinsleben ist vollständig zum Erliegen gekommen. Dabei wären Unterbrechungen so wichtig. Denn Unterbrechung gibt dem Leben einen Rhythmus: Anspannung und Entspannung, Arbeit und Freizeit, Alltag und Festzeit. Gerade dann, wenn das Alltägliche unterbrochen wird, bekommt der Mensch den nötigen Freiraum, um wirklich Mensch zu sein.

Diesen Rhythmus der Unterbrechung bietet uns immer wieder die Kirche an. Die Fastenzeit, die wir zurzeit in unserer Kirche begehen, ist ein Element, das dem Leben Struktur geben will. Fasten heißt zu entschleunigen und sich auf das Wesentliche im Leben zu besinnen. Was ist wirklich nötig? Was brauche ich unbedingt zum Leben? Auf was kommt es eigentlich an? Die Fastenzeit ist eine wunderbare Unterbrechung, um wieder tiefer Mensch sein zu können.

Für Gottesdienst und Gebet zu Hause

  • Lesungen:

    1 Sam 16, 1b.6-7.10-13b und Eph 5,7-14. Evangelium: Joh 9,1-41. Gottesloblieder für die Messe: 440, 37, 392, 196, 208, 221, 216.

  • Hoffnungszeichen:

    Als Zeichen des Glaubens kann an jedem Abend um 19 Uhr eine Kerze ins Fenster gestellt werden. Um diese Zeit wird der „Engel des Herrn“ gebetet. Die Kerzen und das Gebet sollen ein Hoffnungszeichen sein für alle, die erkrankt sind und an den Folgen der Corona-Krise leiden.

An diesem Wochenende feiern wir den vierten Fastensonntag. Im Evangelium begegnet uns ein Mann, dessen Leben von Geburt an unterbrochen war. Er war blind und konnte nicht sehen. Von Geburt an war die Enge der Blindheit prägend für diesen Mann.

Jesus heilt diesen Menschen, bricht ein in seine Dunkelheit und öffnet ihm die Augen. Er kann sehen und das Licht erkennen! Er kann seine Umwelt in einer ganz neuen Art wahrnehmen. Jesus unterbricht die Behinderung und schenkt dem Mann Gesundheit und Heil.

Pharisäer machen Vorwürfe

Doch dann stellt sich heraus, dass nicht die Behinderung des Mannes das eigentliche Unheil ist, sondern das Denken der Menschen. Den religiösen Anführern passt das überhaupt nicht in den Kram, dass ihre theoretischen Vorstellungen von Gott über den Haufen geworfen werden. Die Pharisäer machen dem geheilten Blinden Vorwürfe und behaupten, dass er in Sünde geboren und die Behinderung eine gerechte Strafe Gottes sei. Das tiefere Unheil kommt nicht durch körperliche oder geistige Behinderung, sondern liegt in den verstocken Herzen der Menschen begründet.

Den ganzen Gottesdienst können Sie sich im Video anschauen:

Feiern Sie den Gottesdienst mit Pfarrer Hirmer

Jesus unterbricht die Vorstellungen des damaligen religiösen Establishments. Jesus durchkreuzt die Vorstellungen von einem strafenden Gott und zeigt uns einen liebevollen und heilenden Gott. Jesus will nicht nur die Blindheit der Augen, sondern vor allem die Blindheit der Herzen heilen. Unterbrechung tut also gut! Jesus unterbricht das Leid des Blinden und die alten Denkmuster der Menschen. Die Fastenzeit ist eine Zeit der Unterbrechung unserer alten Denkweisen. Fasten heißt, darüber nachzudenken, ob meine Beziehungen gesund sind: zu meinen Mitmenschen, zu Gott und auch zu mir selbst.

Heilsame Unterbrechung

Ich denke, dass diese Zeit der Corona-Krise eine heilsame Unterbrechung unseres gewohnten Lebens sein kann. Wir können die Unterbrechung nutzen, um intensiver Mensch zu sein. Fragen wir uns doch: Wie sehen unsere Beziehungen aus? Lebe ich in heilsamen Beziehungen? Wo gibt es Unheil in meinem Leben? Gibt es da Menschen, für die ich mir jetzt endlich Zeit nehmen kann? Wen wollte ich schon immer einmal anrufen? Wer hätte schon lange einmal meine Aufmerksamkeit gebraucht? In welcher Beziehung stehe ich auch zu Gott? Wie pflege ich diese Beziehung im Gebet, in der Meditation und in der Feier der Gottesdienste? Merkt man mir an, dass ich an einen liebevollen Gott glaube?

Kirche

Wegen Corona: Kommunion am Gartenzaun

Der Teublitzer Pfarrer Michael Hirmer setzt eine ungewöhnliche Idee um. Trotz Pandemie will er zu seinen Gläubigen kommen.

Jesus sieht in den Krisen des Lebens immer das Positive. Auch ich will die Corona-Krise als Chance erkennen: Ich kann diese Unterbrechung meines Alltags dazu nützen, um an Menschlichkeit und Liebe zu wachsen. Dazu können wir uns über viele virtuelle Angebote freuen. Ich lade Sie ein, mit mir ab heute jedes Wochenende einen Video-Gottesdienst auf der Website der Mittelbayerischen zu feiern.

Die aktuelle Lage zur Corona-Krise lesen Sie bei uns im Newsblog.

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