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Abschied

Ein guter Lehrer geht von Bord

Johann Schönstein geht in den Ruhestand. Die Schule verliert einen offenen, herzlichen Menschen und loyalen Kollegen.
Von Josef Schaller

Johann Schönstein (Mitte) verabschiedete sich am Donnerstag von seiner „Lieblingsschule“. Foto: Josef Schaller
Johann Schönstein (Mitte) verabschiedete sich am Donnerstag von seiner „Lieblingsschule“. Foto: Josef Schaller

Burglengenfeld.57 Jahre Schule, davon 40 Jahre als Lehrer, seien genug, so Konrektor Johann Schönstein von der Sophie-Scholl-Mittelschule. Am 1. August geht der „Vorzeigelehrer“, wie er von Rektor Michael Chwatal bezeichnet wird, in den Vorruhestand. Am Donnerstag wurde er an seiner Schule offiziell verabschiedet.

Schönsteins langjähriger Weggefährte und ehemalige Rektor der Schule, Heinz Weilhammer, der bereits im Februar 2018 in den Ruhestand gegangen war, kehrte zu diesem besonderen und feierlichen Anlass an seine alte Wirkungsstätte zurück.

15 Jahre lang haben die beiden Tür an Tür die Geschicke der Schule geleitet. „Meistens hat, wenn zwei sich scheiden, einer etwas mehr zu leiden.“ Weilhammer benutzte dieses Zitat von Wilhelm Busch als Einleitung einer sehr emotionalen Abschiedsrede. In diesem Fall sei es die Schule, die in Zukunft auf einen ausgezeichneten Lehrer, kompetenten Konrektor, loyalen Kollegen sowie auf einen offenen und herzlichen Menschen verzichten müsse. Auf „Geteiltes Leid ist halbes Leid“ könnten wir uns dieses Mal mathematisch nicht einigen, so Weilhammer, der Schönsteins stete, intensive und positive Einstellung zu seinen Schülern, den warmherzigen Kontakt und Umgang mit den Eltern, seine engagierte Arbeit für Klasse und Kollegium in höchsten Tönen lobte.

Auch Rektor Michael Chwatal schloss sich den Lobeshymnen seines Vorgängers an. Bürgermeister Thomas Gesche, der selbst unter Schönstein die Schulbank gedrückt hatte, bedankte sich für die „immer vertrauensvolle und reibungslose Zusammenarbeit“ bedankte. „Ein fantastischer Lehrer“, war sein Fazit als ehemaliger Schüler. „Ein sehr guter Konrektor“ war sein Urteil als Bürgermeister.

Johann Schönstein wurde am 14. März 1956 in Regensburg geboren. Seine ersten Schuljahre erlebte er in der Volksschule Altenthann. 1967 wechselte er an das Gymnasium Regensburg, wo er im Mai 1976 sein Abitur ablegte. 1977 bis 1980 absolvierte er das Lehrerstudium an der Universität Regensburg. Am 1. Dezember 1987 wurde der Lehrer Johann Schönstein an die Hauptschule nach Burglengenfeld versetzt. Im September 2002 wechselte er an die Volksschule Dachelhofen, wo er ein Jahr später zum Konrektor befördert wurde. Als solcher kehrte er im August 2004 an seinen alten Schulstandort Burglengenfeld zurück, wo er unter anderem auch als Betreuungslehrer für Lehramtsanwärter fungierte und einen erheblichen Beitrag leistete zum Aufbau eines M-Zuges. Den Berufsinformationstag hat er ebenfalls ins Leben gerufen.

Zitate

  • Akku leer:

    Der Abschied falle ihm leicht, sagte Johann Schönstein bei der Verabschiedung von seiner „Lieblingsschule“, der Sophie-Scholl-Mittelschule. Der Aufgabenbereich sei immer größer geworden, die Eltern zunehmend kritischer. Irgendwann sei der Akku leer.

  • Neuer Lebensplan:

    „Chef: Ich selbst. Wecker: Nein. Arbeit: Nach Lust und Laune. Vergnügen: Täglich. Stress: Niemals“.

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