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Pläne

Ein Konzept für die Naab

Die Wasserqualität im Landkreis Schwandorf soll verbessert werden. Das Wasserwirtschaftsamt stellte jetzt die Maßnahmen vor.
Von Rudolf Hirsch

Die Naab, hier ein Blick von der Heuwiese in Fronberg, soll durchlässiger werden. Ein weiteres Ziel ist die Verbesserung der Wasserqualität, das Anlegen von Sandbänken und der Erhalt eines naturnahen Uferbewuchses.  Foto: Rudolf Hirsch
Die Naab, hier ein Blick von der Heuwiese in Fronberg, soll durchlässiger werden. Ein weiteres Ziel ist die Verbesserung der Wasserqualität, das Anlegen von Sandbänken und der Erhalt eines naturnahen Uferbewuchses. Foto: Rudolf Hirsch

Schwandorf.Wenn Manuel Schlegel eine Schulnote für den ökologischen Zustand der Naab vergeben müsste, dann wäre das „höchstens eine Drei“. Der Abteilungsleiter am Wasserwirtschaftsamt Weiden sieht Handlungsbedarf für den 65 Kilometer langen Abschnitt im Landkreis Schwandorf. Dabei muss er verschiedene Interessen unter einen Hut bringen.

Das Wasserwirtschaftsamt lud Vertreter von Behörden, Bauernverband, Fischerei, Wassersport und Naturschutz zu einem Runden Tisch in die Gaststätte Obermeier in Klardorf ein, um mit ihnen Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität und zum Erhalt der Artenvielfalt in der Naab zu besprechen. Baurat Manuel Schlegel, der für den Landkreis Schwandorf zuständige Abteilungsleiter, und Landschaftsarchitekt Anton Baumann aus der Abteilung Gewässerentwicklung stellten das Konzept zur Umsetzung bis 2027 vor. „Wir wollen die Naab in einen ökologisch guten Zustand versetzen“, nennt Schlegel das Ziel des Maßnahmenkatalogs.

Entwicklung

Neue Brücken für den Stadtpark?

Zwei neue Stege könnten Schwandorfs grüne Insel mit der Innenstadt verbinden. Auch eine Aufwertung des Parks ist geplant.

Dazu gehöre die Verbesserung der Lebensbedingungen für Kleinlebewesen, die Durchlässigkeit des Flusses und die Vermeidung von schädlichem Eintrag. Der Freistaat beauftragt die Wasserwirtschaftsämter und die Kommunen mit der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinien und trägt die Kosten. Bei der Ermittlung der Defizite und der Erstellung des Konzeptes holte sich das Wasserwirtschaftsamt die Ökon GmbH, die „Gesellschaft für Landschaftsökologie, Gewässerbiologie und Umweltplanung“, mit ins Boot. Zu den geplanten Maßnahmen gehören auch das Anlegen von Kiesbänken und der Erhalt eines naturnahen Uferbewuchses.

Ausreichende Wasserversorgung

Für den Vertreter des Kanu-Clubs Schwandorf, Karlheinz Baumer, gehört zur Durchlässigkeit eine ausreichende Wasserversorgung der inneren Naab und des Tivoli-Wehrs in Schwandorf. Wenn sich die Wasserräder wieder drehten, die Kanuten eine „Kajakwelle“ bekämen und die Fische an dieser Stelle „aufsteigen“ könnten, dann würde das die Innenstadt und den Stadtpark aufwerten und Fischsterben verhindern, so Baumer.

Dem stehe allerdings der geplante Bau einer Wasserkraftanlage am Krondorfer Wehr entgegen. Sollte das Vorhaben eines privaten Investors umgesetzt werden, dann reiche die Wassermenge für die innere Naab nicht mehr aus. Als Bezirksvorsitzender des Oberpfälzer Kanu-Verbandes fordert Karlheinz Baumer „ein Gesamtkonzept zur Gestaltung der Naab von Fronberg bis Klardorf“.

Weiteres Vorgehen

  • Prüfung:

    Im Nachgang zum Runden Tisch überprüfen die Experten des Wasserwirtschaftsamtes und der Gesellschaft für Landschaftsökologie, Gewässerbiologie und Umweltplanung, die Vorschläge auf ihre Realisierbarkeit und stellen das Umsetzungskonzept in seiner Endfassung fertig, bevor es der Regierung der Oberpfalz zur Genehmigung vorgelegt wird. Das fertige Konzept soll der Fahrplan sein auf dem Weg zu einem guten Zustand der Naab.

  • Maßnahmen:

    Das Konzept sieht vor, einen Mindestabfluss an den Wehranlagen zu gewährleisten und die Durchgängigkeit für die Gewässerlebewesen sicherzustellen.

Auch Dr. Josef Paukner, Sprecher der Donau-Naab-Regen-Allianz aus Regensburg, sieht den Bau von Wasserkraftwerken skeptisch. Die Population der seltenen Bachmuschel wäre in Gefahr. Paukner stellte klar: „Die Naab ist ab der Schwarzachmündung bei Schwarzenfeld bis zur Mündung in die Donau durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie geschützt“. Nach der europäischen Wasserrahmenrichtlinie sollen alle Gewässer in einen guten Zustand gebracht werden. Ein Wasserkraftwerk hätte genau die gegenteilige Wirkung, argumentierte Paukner. Für den Vorsitzenden des Sportanglervereins Schwandorf, Stefan Donhauser, sollten die Altwässer in Ettmannsdorf schnellstmöglich durchlässig gemacht werden. „Dies wäre eine sinnvolle Maßnahme für den Tierschutz und den Erhalt der Artenvielfalt“, so der Vertreter der Fischerei.

Nährstoffeinträge belasten Fluss

Nährstoffeinträge aus der Fläche nach Starkregen belasten ebenfalls die Gewässer. Hier signalisierten die Vertreter der Landwirtschaft Gesprächs- und Handlungsbereitschaft. Auch der Hochwasserschutz gehört zum Maßnahmenkatalog. „Wir müssen dem Wasser mehr Raum geben“, waren sich Dr. Josef Paukner und Karlheinz Baumer einig. Statt Dämme und Spundwände zu schlagen, plädieren sie für Retentionsflächen. Der Landwirt, der die Felder bei Hochwasser nicht bewirtschaften könne, müsse Ausgleichszahlungen erhalten.

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