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Stadtentwicklung

Ein Meilenstein für Neunburgs Altstadt

Die Planer Biersack + Grenzer haben das Rot-Kreuz-Haus in der Hauptstraße gekauft. Jetzt stellten sie ihre Pläne vor.
Von Roland Thäder

Hinter der markanten Spitalkirche liegt das sogenannte Rot-Kreuz-Haus. Dessen Sanierung markiert den Auftakt für eine Reihe von Maßnahmen im Altstadtbereich. Foto: Thäder
Hinter der markanten Spitalkirche liegt das sogenannte Rot-Kreuz-Haus. Dessen Sanierung markiert den Auftakt für eine Reihe von Maßnahmen im Altstadtbereich. Foto: Thäder

Neunburg.Es geht etwas voran in der Neunburger Altstadt. Das Ingenieur- und Architekturbüro Biersack + Grenzer, Nachfolger des Planungsbüros Weiß, hat das Rot-Kreuz-Haus (Spitalhaus) gekauft.

Das Gebäude soll in Absprache mit dem Denkmalschutz behutsam saniert werden. Ende des Jahres soll nach Abschluss des ersten Bauabschnitts im Erdgeschoss bereits das Ingenieurbüro einziehen. Danach wird die Sanierung der Obergeschosse in Angriff genommen. Dort, über den Dächern Neunburgs, soll einmal das Architekturbüro residieren. Außerdem werden acht Wohnungen mit einer Fläche zwischen 70 und 90 Quadratmetern erstellt. Investor Fabian Biersack stellte am Dienstagnachmittag im Rathaus gemeinsam Bürgermeister Martin Birner und Geschäftsleiter Georg Keil die Planung vor.

Mindestgebot überboten

Fabian Biersack (links) stellte Bürgermeister Martin Birner und Geschäftsleiter Georg Keil die Planung vor. Foto: Thäder
Fabian Biersack (links) stellte Bürgermeister Martin Birner und Geschäftsleiter Georg Keil die Planung vor. Foto: Thäder

Das Rot-Kreuz-Haus ist eine der Immobilien rund um den Jobplatz, die die Stadt Neunburg erworben hat, um die Entwicklung im Stadtkern voranzutreiben. Biersack hat aus einem Kreis von rund fünf Interessenten vom Stadtrat den Zuschlag erhalten. „Wir haben das Mindestgebot von 100 000 Euro deutlich überboten“, sagte Biersack. Damit wolle man auch die Bedeutung hervorheben, die das historische Gebäude für das Planungsbüro und die Stadt habe. „Für uns ist ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen“, sagte Bürgermeister Martin Birner.

Werfen Sie einen Blick ins Rot-Kreuz-Haus:

Rundumblick ins Rot-Kreuz-Haus - Spherical Image - RICOH THETA

Biersack + Grenzer haben in Neunburg noch viel vor. Seit der Übernahme des Planungsbüros Weiß sei die Zahl der Beschäftigten von sieben auf 20 gestiegen. Damit ist Neunburg nach Burglengenfeld der zweitgrößte Standort der Unternehmensgruppe. Der Unternehmer mit Wohnsitz im Teublitzer Ortsteil Katzdorf beschäftigt derzeit zehn Azubis. Für Neunburg sucht Biersack dieses Jahr noch drei Azubis, die Bauzeichner werden wollen. Jedes Jahr plant das Planungsbüro die Einstellung von zehn Azubis. Im Endausbau sollen in der Unteren Hauptstraße einmal 30 Beschäftigte arbeiten, sagte der 36-Jährige.

Viel Raum für Kunst und Kultur

Darüber hinaus outete sich Biersack als Kunstfreund. Die Spitalkirche sei zwar nicht mit erworben worden. Aber ein Nutzungsrecht sei vereinbart worden. Zu diesem Zweck werde die Barriere zwischen Kirche und dem zu sanierenden Gebäude beseitigt. Dann soll die Kirche Vereinen und Schulen für kulturelle Veranstaltungen wie Theatervorstellungen oder Konzerte offenstehen. Die Veranstalter und ihre Gäste können dann jederzeit die Sozialräume und die Toiletten benutzen, die angrenzend zur Spitalkirche im Rot-Kreuz-Haus für die Mitarbeiter entstehen sollen, erläuterte Biersack.

Einblicke

Unterwegs in Neunburgs Altstadtschätzen

Die Stadt verkauft einige Gebäude rund um den Jobplatz mit Sanierungszwang. Wir gewähren Einblicke in die schlafenden Riesen.

Auf Nachfrage erklärte Bürgermeister Birner, dass es sich bei dem angegliederten Projekt Spitalkirche nicht um den Ersatz für das im Zuge des geplanten Rathausumbaus verloren gegangene Quartier des Neunburger Kunstvereins Unverdorben Im Berg 7 handle.

Außerdem loben Biersack + Grenzer ein Kunststipendium im Wert von 1000 Euro im Jahr aus, um junge Künstler aus Neunburg und Umgebung zu fördern. Am Ende der Stipendiendauer erhalten die Stipendiaten die Möglichkeit, in der Kirche auszustellen.

„Wer soll das schaffen, wenn nicht wir.“

Unternehmer Fabian Biersack

Dass die Pläne für die Sanierung des Gebäudes bereits so weit vorangeschritten sind, führte Biersack darauf zurück, dass „wir ja alle notwendigen Leute, vom Bauzeichner über Architekten und Ingenieure im Haus haben. Wer soll das denn schaffen, wenn nicht wir“, so der Bauingenieur über die Dimension, die es bei der Sanierung zu stemmen gilt. Biersack hofft, unter der in der Machbarkeitsstudie genannten Investitionssumme von 2,7 Millionen Euro zu bleiben.

Zumindest die Heizung funktioniere noch und halte die vorgeschriebenen Werte ein, freut sich der Investor. Im Treppenhaus müsse man sich noch eine Lösung für das zu niedrige Geländer einfallen lassen. Nach Ansicht Biersacks soll es erhalten bleiben, um zu zeigen, dass die Menschen früher einfach kleiner gewesen seien. Auch das gehöre zu einem historischen Gebäude.

Ehemaliges Raiffeisenbank-Gebäude wird abgerissen

Demnächst geht stehen weitere Projekte an. Nach Abschluss der Notarverträge würden auch die anderen neuen Eigentümer ihre Pläne vorstellen, sagte Birner. So soll das alte Raiffeisengebäude abgebrochen werden und einem Neubau weichen. Das Anwesen der früheren Pension Rieder hingegen soll saniert werden. Die Nebengebäude sollen im Zuge des Kreuzungsumbau am Jobplatz abgebrochen werden.

Erkennen Sie, welche Bilder zur Bäckerei Hösl, welche zur Pension Rieder und welche zum Rot-Kreuz-Haus gehören?

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