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Religion

Ein Ort des Gebets und der Begegnung

Der Türkisch-Islamische Kulturverein Schwandorf feierte mit vielen Gästen die Eröffnung seiner neuen Moschee in der Max-Planck-Straße.
Von andrea Rieder

  • Viele Besucher wollten die neuen Gebetsräume der türkisch-islamischen Gemeinde kennenlernen.
  • Eine Soufi-Gruppe aus Frankfurt spielte spirituelle Musik.
  • Die Ehrengäste durchtrennen zusammen mit dem Vorsitzenden des Türkisch-Islamischen Kulturvereins, Halil Cagan (2. von links), symbolisch das rote Band. Die Moschee ist eröffnet. Fotos: Rieder
  • Die Frauen tischten leckere türkische Spezialitäten auf.

Schwandorf.Innerhalb von nur neun Monaten hat sich die türkische Gemeinde in Schwandorf ein neues Zuhause geschaffen. Mit einem großen Fest am Samstagnachmittag feierten der Türkisch-Islamische Kulturverein und die Stadt Schwandorf die Eröffnung der neuen Moschee in der Max-Planck-Straße. Die türkisch-islamische Gemeinde empfing die unzähligen Besucher, die der Einladung gefolgt waren, herzlich. Die Frauen tischten türkische Spezialitäten auf und spirituelle Soufi-Musik erklang durch die Lautsprecher. Die Musiker, mit traditioneller Ney-Flöte und Laute ausgerüstet, waren extra aus Frankfurt angereist.

Ein Zeichen des Miteinanders

„Wir sind glücklich, diesen besonderen Tag gemeinsam mit Ihnen zu feiern“, bekräftigte Mehmet Yalcin, der die Eröffnungsfeier moderierte. Um ein Zeichen der Freundschaft und des Miteinanders zu setzen, erklang sowohl die türkische als auch die deutsche Nationalhymne. Wie der Vorsitzende des Kulturvereins Halil Cagan noch einmal betonte, stehe die Moschee jederzeit auch nicht-muslimischen Besuchern offen. Cagan war es ein Anliegen, sich bei der Stadt zu bedanken: „Ohne Ihre Unterstützung wäre es nicht möglich gewesen.“

Mit dem Umzug in die neuen Räume ging für die türkisch-islamische Gemeinde ein großer Wunsch in Erfüllung. Die alte Moschee in der Amberger Straße in Krondorf war für die vielen Hundert Gemeindemitglieder viel zu klein geworden. Schon länger hatte der Türkisch-Islamische Kulturverein von einer größeren Moschee, einem Ort des Gebets aber auch der Lehre und der Begegnung, geträumt. Im ehemaligen Vögele-Gebäude in der Max-Planck-Straße wurde die Gemeinde letztendlich fündig. Das neue Gebäude bietet nun auch Platz für eine Teestube sowie für Unterrichts- und Gemeinschaftsräume. Dort ist zum Beispiel Koranunterricht oder auch Deutsch-Nachhilfe für die Gemeindemitglieder geplant.

Bis in die Nacht hinein gearbeitet

Neun Monate lang haben die Mitglieder des Kulturvereins hart gearbeitet, teilweise bis in die Nacht hinein. Den kompletten Innenausbau stemmte der Kulturverein alleine. Wände mussten eingezogen werden und Böden verlegt. Die arabischen Schriftzeichen an den Wänden wurden alle von Hand gemalt. Die Besucher der Eröffnungsfeier, die einen Blick in die Moschee werfen durften, zeigten sich beeindruckt ob des hellen, liebevoll gestalteten Gebetsraumes. Imam Hakif Sekmen erklärte ihnen die Bedeutung der arabischen Schriftzeichen an den Wänden und wie die Muslime gemeinsam zu Allah beten.

Oberbürgermeister Helmut Hey bewunderte die „große Leistung, die die türkisch-islamische Gemeinde vollbracht hat“. Er freue sich besonders, dass zur Eröffnung alle Mitbürger eingeladen waren. Er betonte, wie wichtig es sei, tolerant und weltoffen zu sein. Die Stadt Schwandorf achte andere Religionen, versicherte er, und „die Moschee ist auch ein Zugewinn für unsere Stadt“.

Integration statt Assimilation

Dass die Stadt stolz auf die neue Moschee sein könne, gerade weil es eine Moschee für die Schwandorfer sei, bestätigte auch Landtagsabgeordneter Franz Schindler. Es gehe um Integration, nicht um Assimilation, und mit der türkisch-islamischen Gemeinde bestehe schon seit mehr als 20 Jahren eine gute Zusammenarbeit. Traurig aber finde er es, dass diese Zusammenarbeit erst durch den schrecklichen Brandanschlag auf das Habermeier-Haus zustande gekommen sei. Der stellvertretende Landrat Joachim Hanisch gratulierte zum „neuen Mittelpunkt für Ihre Gemeinde“.

Eingeladen zu der Moschee-Eröffnung waren auch die Pfarrer der evangelischen und katholischen Gemeinden in Schwandorf. Pfarrer Thomas Senft betonte in seinem Grußwort die „Geschwisterlichkeit der Religionen“. Der Pfarrer der evangelischen Gemeinde, Milton Jandrey, rief alle Anwesenden auf, sich gemeinsam für Dialog, Toleranz und Gerechtigkeit einzusetzen. Er sprach der türkisch-islamischen Gemeinde außerdem seine Anerkennung aus: „Wir wissen, was es bedeutet, als Gemeinde umzubauen und ein neues Zuhause zu schaffen.“

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