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Lokalpolitik

Ein Pinocchio für den Bürgermeister

Dem Bodenwöhrer CSU-Chef Georg Hoffmann ist Bürgermeister Richard Stabls Selbstdarstellung ein Dorn im Auge.
von Renate Ahrens

Betretene Gesichter gab es bei Bürgermeister Richard Stabl und Geschäftsführer Otto Eichinger, als Georg Hoffmann (CSU) Stabl eine Pinocchio-Figur überreichte – laut Hoffmann original italienische Handarbeit. Foto: tre
Betretene Gesichter gab es bei Bürgermeister Richard Stabl und Geschäftsführer Otto Eichinger, als Georg Hoffmann (CSU) Stabl eine Pinocchio-Figur überreichte – laut Hoffmann original italienische Handarbeit. Foto: tre

BODENWÖHR.Ein Artikel in der MZ-Ausgabe vom 20. Mai über „zehn angeblich erfolgreiche Jahre der Bürgerliste“ zwinge ihn zu einer Aktion vor der offiziellen Gemeinderatssitzung, erklärte CSU-Vorsitzender Georg Hoffmann, als alle Räte am Mittwoch versammelt waren. Er wolle die Bilanz „korrekt darstellen“. Denn der Anteil der Bürgerliste oder „im Besonderen des Bürgermeisters Richard Stabl“ an den Erfolgen wäre seiner Ansicht nach „mehr als fraglich“. Stabl hatte eine Zwischenbilanz seiner Arbeit und der Bürgerliste gezogen und über den politischen Gegner hergezogen.

Hoffmann hatte deshalb ein besonderes Geschenk für Stabl: eine Figur des Pinocchio. „Die kleine Holzpuppe hat auch immer richtig auf Blech gehaut, nur mit einem Unterschied: Dank einer Fee ist seine Nase immer länger geworden“, erklärte Hoffmann. Er riet Stabl, sich auf den Weg nach Altötting zu machen. „Vielleicht denkst du mal darüber nach, ob es nicht endlich Zeit wird, dass auch du das Wort ‚gemeinsam’ lebst.“

„Ich nehme das Geschenk nicht an. Es ist wohl eines Bürgermeisters würdig, zu sagen, was wir alles gemacht haben.“

Bürgermeister Richard Stabl

Hoffmann könne unter anderem das „Märchen von den verschenkten Fördergeldern zum Rathausbau“ nicht mehr hören, sagte er aufgebracht. Es hätte Sachgründe gegeben, warum eine knappe Mehrheit im Gemeinderat den damaligen Entwurf abgelehnt hat. „Der jetzige Plan ist um Meilen besser und brauchbarer.“ Seit Monaten befinde sich der Rat nun in einer Standortdiskussion.

Der MZ gab Hoffmann weitere Beispiele. So seien am Badeplatz Seewinkl in „blindem Aktionismus“ Bäume gefällt worden, ohne konkrete Planung für eine Neugestaltung. Eine mehrheitliche Entscheidung des Gemeinderats wäre für die Sanierung des Wassernetzes verantwortlich. Außerdem sei der Zuwachs an Einwohnerzahlen dem Bauboom in den neuen Baugebieten geschuldet und nicht den „Aktivitäten des Bürgermeisters“. Stabl erklärte: „Ich nehme das Geschenk nicht an. Es ist wohl eines Bürgermeisters würdig, zu sagen, was wir alles gemacht haben.“

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Das Projekt Seewinkl

  • Der Badeplatz am Seewinkl

    sollte eigentlich in diesem Sommer neu gestaltet werden. Konkrete Ideen wurden im Februar im Gemeinderat vorgestellt. „Baldmöglich“, so hieß es damals, sollte ein „attraktives Angebot für Familien“ geschaffen werden. Eine zuvor erfolgte Baumfällaktion löste heftige Kritik in der Bevölkerung aus.

  • Laut Georg Hoffmann

    dämmere der Badeplatz nun aufgrund der späten Angebotseinholung durch die Verwaltung im Wartezustand vor sich hin. Ein einziges, nicht akzeptables Angebot sei eingegangen, dieses belaufe sich statt der veranschlagten 300 000 Euro auf über 500 000 Euro. Ein Baubeginn noch im Herbst wäre nun wohl „zu optimistisch gesehen“.

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