MyMz
Anzeige

Ein Rohdiamant erhält den Schliff

Seit Jahren beschäftigt die Angerinsel den Nittenauer Stadtrat. 2018 sollen die Weichen für die Umgestaltung gestellt werden.
Von Philipp Seitz

Vor 25 Jahren ging in Nittenau die Ära der Konservenfabrik zu Ende. Das Areal gehört seit 1994 der Stadt. Foto: Seitz
Vor 25 Jahren ging in Nittenau die Ära der Konservenfabrik zu Ende. Das Areal gehört seit 1994 der Stadt. Foto: Seitz

Nittenau.Herr Bley, die Planungen für die Angerinsel werden die Stadt in diesem Jahr beschäftigen.

Die Angerinsel ist eine der großen Herausforderungen. Sie ist sicherlich prägend für die Stadt Nittenau und eine ganz interessante Wettbewerbsaufgabe. Ich bin gespannt, welche Ideen die Architekten und Planer zum Haus des Flusses und zur Neugestaltung der Angerinsel entwickelt haben.

Im Frühjahr werden die ersten Weichen für das Projekt gestellt.

Zunächst soll ein Preisgericht aus Fachleuten und Vertretern der Stadtratsfraktionen entscheiden, wer den besten Wettbewerbsbeitrag abgeliefert hat. Dann geht es in die Umsetzungsphase. Hier müssen wir mit der Regierung der Oberpfalz und den Fördergeldgebern die Finanzierung und Zuschüsse sicherstellen.

Lesen Sie auch: Für das Nittenauer Gremium war 2017 ein positives Jahr. Viele Projekte seien angepackt und erfolgreich umgesetzt worden.

Welche Fördergelder fließen?

Wir haben uns mit der ARGE Regentalgemeinden für das EFRA Programm beworben. In diesen Förderkorridor sind wir aufgenommen. Im Detail geht es um Feinabstimmungen mit den Fördergebern. Wir sprechen hier von EU-Fördergeldern aber auch Kofinanzierung über bayerische Fördertöpfe.

Die Umgestaltung wird sicherlich kostenintensiv. Von welcher Summe sprechen wir?

Das kann ich zum aktuellen Zeitpunkt nicht sagen, weil ich nicht weiß, wie die eingereichten Wettbewerbsbeiträge aussehen und welchen Teil wir für Investoren freigeben können.

Haben Sie eine Wunschvorstellung, wie die Angerinsel künftig aussehen sollte?

Das Projekt soll das Stadtbild und Image von Nittenau positiv verändern, sagte Bürgermeister Bley. Foto: Seitz
Das Projekt soll das Stadtbild und Image von Nittenau positiv verändern, sagte Bürgermeister Bley. Foto: Seitz

Das ist alles ergebnisoffen. Wir haben vorgegeben, dass wir gerne eine wohnwirtschaftliche Nutzung, eine Hotellerie und ein Haus des Flusses auf der Angerinsel hätten. Wenn es möglich ist, würden wir dem Kanuverleih Flächen zur Verfügung stellen. Wie das alles unter einem Hut passt, darüber zerbrechen sich nun die Planer die Köpfe. Wir sind gespannt, welche Ergebnisse uns präsentiert werden.

Sie sprechen von einem Projekt, das in die Region ausstrahlen soll. Inwiefern profitiert die Stadt von der Neugestaltung?

Das Motto für das Haus des Flusses auf der Angerinsel lautet „Von der Quelle bis zur Mündung“. Foto: Seitz
Das Motto für das Haus des Flusses auf der Angerinsel lautet „Von der Quelle bis zur Mündung“. Foto: Seitz

Das Haus des Flusses gibt es in dieser Art in weiter Umgebung nicht. Es hat dadurch ein Alleinstellungsmerkmal und soll ein Anziehungspunkt sein. Dadurch erhoffen wir uns zunächst einen Imagegewinn für Nittenau, aber auch zusätzliche Aufenthaltsqualität für den Innenstadtbereich – nicht nur für Touristen, sondern vor allem auch für die einheimische Bevölkerung.

Welche weiteren Projekte verfolgen Sie?

Es gibt Projekte, die auf der Wunschliste stehen, und es gibt Projekte, die aufgrund von gesetzlichen Vorgaben realisiert werden müssen. Wir haben leider keine sprudelnden Steuereinnahmen. Die finanzielle Lage regelt, welche Projekte wir umsetzen. Das ist bei uns in erster Linie die Abwasserbeseitigung, hier der Weiterbau nach Kaspeltshub und der weitere Bauabschnitt nach Eckartsreuth und Hinterkohlstetten. Das sind Millionenprojekte, von daher wird es eng mit Wünschen.

Was wäre eines Ihrer Wunschprojekte?

Das Relikt aus den Zeiten der Konservenfabrik-Ära wird wohl von der Bildfläche verschwinden. Foto: Seitz
Das Relikt aus den Zeiten der Konservenfabrik-Ära wird wohl von der Bildfläche verschwinden. Foto: Seitz

Der Weiterbau der Radwegverbindung von Muckenbach nach Reichenbach. Dies ist ein interkommunales Projekt mit der Gemeinde Reichenbach. Hier würde ich gerne planungsrechtlich vorankommen. Im Bereich des Steinbruchs ist es ökologisch und baurechtlich anspruchsvoll. Hier die richtige Lösung zu finden, ist eine harte Nuss, die wir nun gemeinsam mit den Fachstellen knacken müssen.

Weitere Nachrichten aus Nittenau lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht