MyMz
Anzeige

Anfrage

Ein Wohnpark für Senioren ist geplant

Am Holzberg“ soll das alte Kino abgerissen und ein großes Ärztehaus oder Vitalzentrum entstehen. Die Meinung im Gemeinderat Wackersdorf ist gespalten.

Für den Bebauungsplan „Am Holzbeg“ ist vorgeschlagen, das alte Kino abzureißen und ein weiteres Mehrfamilienhaus, wie das bereits vorhandenezu errichten. Die Entscheidung darüber wurde vertagt. Foto: smx

Wackersdorf. Bürgermeister Thomas Falter informierte den Gemeinderat, dass bereits 2011 der Bebauungsplan in diesem Bereich geändert worden sei, so dass ein dreigeschossiges Mehrfamilienhaus errichtet werden konnte, das mittlerweile längst steht. Die weiteren Grundstücke sollten demnach mit Reihenhäusern in E+D-Bauweise bebaut werden. Die „La Vita Wohnbau“ habe nun einen weiteren Änderungsantrag gestellt, da deren Konzept auf altersgerechtes Wohnen abziele, diese Anforderungen aber könnten mit den Reihenhäusern nicht erfüllt werden.

Um den zukünftigen Wohnpark möglichst optimal auf die Bedürfnisse der Generation 60plus abzustimmen, solle nun anstelle der Reihenhäuser im südlichen Bereich ein weiteres dreigeschossiges Wohnhaus errichtet werden. Im nördlichen Bereich (Lindenstraße) würden die Reihenhäuser ebenfalls entfallen, dafür sollen laut Falter Stell- und Parkplätze errichtet werden. Im Zuge der B-Plan-Änderung soll auch das alte Kinogebäude abgerissen und an gleicher Stelle ein sogenanntes Vitalzentrum oder Ärztehaus errichtet werden. Dieses Bauwerk werde ebenfalls dreigeschossig sein und eine Firsthöhe von 11,50 Meter haben.

Bürgermeister Thomas Falter informierte, dass es vonseiten des Landratsamtes keine städtebaulichen Bedenken gegen die Änderung des B-Plans gebe, allerdings sei auf den Nachbarschutz verwiesen worden, den die Gemeinde selbst abwägen müsse. Der Antragsteller habe allerdings erklärt, dass die Nachbarn schriftliche Einverständniserklärungen abgegeben hätten.

In der anschließenden Diskussion wurden die unterschiedlichen Betrachtungsweisen der Gemeinderäte deutlich. Alfred Jäger jun. (FW) sprach von einer „Supersache“, die man begrüße und befürworte. Dritter Bürgermeister Günther Pronath (SPD) rief dazu auf, alle Interessen abzuwägen. Er habe zwar nichts gegen eine altersgerechte Bebauung, man müsse aber auch die „Städtebaulichkeit“ mit einbeziehen. Der Abriss des alten Kinogebäudes und ein Neubau mit einer mächtigen Gebäudeeinheit seien für ihn „zu massiv“, deshalb habe er erhebliche Probleme, der beantragten Änderung zuzustimmen. Sein Vorschlag lautete auf eine E+1+D-Bebauung (zwei Etagen plus Dachgeschoss).

Auch CSU-Gemeinderat Armin Mückl wollte der Änderung nicht zustimmen, die Proportionen der Gebäude seien zu groß und die dichte Bebauung bringe Probleme und sehe optisch nicht schön aus. SPD-Sprecher Manfred Rittler ergänzte, dass es sich beim Kino-Ersatzbau um ein „unwahrscheinlich mächtiges Gebäude“ handle; er verwies auf ein höheres Verkehrsaufkommen bei einem Vitalzentrum oder Ärztehaus, womit es mit der ruhigen Zeit „Am Hang“ vorbei sei.

Bürgermeister Falter stellte klar, dass mit dem Bau eines Ärztehauses keinesfalls klar sei, dass Wackersdorf einen dritten Arzt erhalten werde. Aufgrund der unterschiedlichen Einschätzungen der Gemeinderäte machte Falter dann den Vorschlag, den Änderungsantrag bis zur nächsten Sitzung zu vertagen und zwischenzeitlich nochmals mit dem Bauwerber zu reden. Der Gemeinderat gab dafür grünes Licht, die Sache wurde um vier Wochen vertagt.

Einverstanden erklärten sich die Ratsmitglieder mit einer Bauvoranfrage für die Errichtung eines Einfamilienwohnhauses im Außenbereich von Imstetten. Auch bei der Behandlung der mittlerweile 13. Änderung des B-Plans „Oberpfälzer Seenplatte“ gab es Einvernehmen. Man billigte die Änderungen für den Bereich der sogenannten Waldhäuser (W 7-9 und W 12) und stimmte einer erneuten Auslegung zu. Bürgermeister Falter anschließend informierte über die Vorschlagsliste für ehrenamtliche Richter für die Verwaltungsgerichte.

Gemeinderat Maio Borowski kritisierte, dass am Marktplatz und beim Friedhof bei Beerdigungen alles zugeparkt werde; für Busse oder Einsatzfahrzeuge gebe es kein Durchkommen mehr. Auch das Verhalten vieler Wochenendausflügler, die an Pfingsten rund um den Murner See unterwegs seien, stieß auf die Kritik des Rauberweiherhauser Feuerwehrkommandanten: Die Badegäste würden nicht nur jede Menge Müll zurückgelassen, der Ratten und Ungeziefer anziehe, sondern an vielen Stellen auch offene Feuer entzünden.

Bürgermeister Falter konnte dem nur beipflichten, es gebe viele Leute, die diesbezüglich absolut uneinsichtig seien. Man müsse sich überlegen, verstärkte Kontrollen durch das Ordnungsamt zu veranlassen und auch Platzverweise auszusprechen.

Gemeinderat Michael Weinfurtner appellierte an den Rat, die alte Kirche in Kronstetten nicht verfallen zu lassen. Falter verwies seinerseits auf laufende Gespräche mit der Kirchenverwaltung und und noch nicht abgeschlossene Überprüfungen durch den Denkmalschutz.

Bekanntgaben im Gemeinderat:

Vergaben diverser Gewerke beim Neubau der Kinderkrippe in Heselbach: Fliesenarbeiten 14.194 Euro, Bodenbeläge 12.358 Euro, Malerarbeiten 12.131 Euro, Schreinerarbeiten 35.286 Euro, Sonnenschutz 18.290 Euro, Baureinigung 1535 Euro; Vergabe der Umrüstung von weiteren 28 Straßenlampen in mehreren Ortsstraßen auf LED-Technik durch die Bayernwerk AG zum Preis von 67.069 Euro; Spende der Gemeinde anlässlich der Typisierungsaktion über 5000 Euro;

Umsetzung der Photovoltaikanlagen auf dem Dach des Wackersdorfer Kindergartens zum Preis von 130.000 Euro (das Dach des Heselbacher Kindergartens werde wegen der zu langen Amortisationszeit nicht berücksichtigt, teilte Falter mit);

Für den Wasser-Fisch-Natur-Park sollen bezüglich des geplanten Kiosks Angebote für einen mobilen Verkaufswagen eingeholt werden, die Eröffnung des Erlebnisparks sei für Juli 2014 geplant;

Vergabe von Planungsleistungen wegen möglicher Erweiterung des Wackersdorfer Kindergartens an das Büro Haneder und Kraus in Burglengenfeld;

Sanierung des Anwesens Bergstraße 17 (Variante 4) mit dezentraler Warmwasserbereitung von 45.251 Euro;

Falter informierte zudem, dass durch den Umbau des 26er Schulgebäudes in ein Mehrgenerationenhaus während der Bauzeit die Gemeindebücherei in der früheren Bäckerei Wein in der Herbststraße untergebracht werde.

Weitere Bekanntgaben: Die Gleisanlage im westlichen Taxöldener Forst wird zum Jahresende erweitert; das Panoramabadfest findet am 12. Juli statt; die Asphaltierung der Bodenwöhrer Straße wird am 26./27. Juni und am 8./9. Juli erfolgen und die Baustelle am Wasserturm wird bei der nächsten Bauausschusssitzung besichtigt. (smx)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht