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Innenstadt

Eine knifflige Aufgabe für die Planer

Das SchmidtBräu-Areal in Schwandorf ist altlastenfrei, aber schwierig zu bebauen. Das wurde im Planungsausschuss bekannt.
Von Hubert Heinzl

Ob ein Teil der Gebäude wie der Turm der ehemaligen Brauerei erhalten werden soll, steht noch nicht fest. Foto: Archiv/Heinzl
Ob ein Teil der Gebäude wie der Turm der ehemaligen Brauerei erhalten werden soll, steht noch nicht fest. Foto: Archiv/Heinzl

Schwandorf.Im Dezember des vergangenen Jahres gingen bei der Stadt Schwandorf zwei Gutachten über das ehemalige SchmidtBräu-Gelände ein. Am Donnerstag, im Planungsausschuss, wurden erstmals Details aus den Untersuchungen bekannt. Das vielleicht wichtigste Ergebnis: Das etwa 3000 Quadratmeter große Filetstück im Herzen Schwandorfs, das die Stadt für 480000 Euro gekauft hat, ist frei von Altlasten. Wie Baudirektor Reinhard Schade erläuterte, gilt dies auf jeden Fall für die untersuchten Böden. Ob die Bausubstanz selber mit Giftstoffen wie Asbest oder PCB (polychlorierten Biphenylen) belastet sei, müsse durch ein Gutachten geklärt werden, das das Sachgebiet Hochbau bereits in Auftrag gegeben habe.

Weitere Erkenntnisse lieferten ein statisches sowie ein Bodengutachten, die die Stadt ebenfalls erstellen hat lassen. Sondierungen von der Spitzwegstraße aus haben laut der Sachgebietsleiterin Stadtplanung, Sabine Pollinger, ergeben, dass der Boden grundsätzlich als Baugrund geeignet ist. Fast überall handle es sich um „schluffigen Sand“, wie sie erläuterte; teilweise stießen die Gutachter schon bald auf felsigen Untergrund. Wie es an den Fundamententen der Gebäude, der sogenannten „Gründungssohle“, aussieht, war allerdings noch nicht Gegenstand der Untersuchung.

Statik schränkt Nutzungen ein

Beim Statik-Gutachten ging es nach den Worten Pollingers um die Frage, welche Gebäudeteile am Hang zur Spitzwegstraße erhalten bleiben müssen, um eine Bebauung ohne „Geländesprung“ möglich zu machen. Hier klingt das Ergebnis weniger ermutigend. Denn nicht nur die aus Bruchsteinen gefügte Stützmauer zum Hang ist der Stadtplanerin zufolge unverzichtbar für die Stabilität des Steilhangs, sondern auch ein Teil der Keller samt darin befindlichen Schotten. „Die rückwärtige Wand muss erhalten bleiben. Das schränkt natürlich die möglichen Nutzungen ein“, so Pollinger.

Ergebnisse

  • Altlasten:

    Altlasten im Boden liegen nicht vor; der Gebäudebestand wurde noch nicht untersucht.

  • Boden:

    Der Boden (Sand, Fels) ist grundsätzlich für eine Bebauung geeignet; der Bereich der Fundamente ist noch nicht begutachtet.

  • Statik:

    Die Topographie erfordert, dass die Stützmauer zur Spitzwegstraße und ein Teil der Keller erhalten bleiben müssen. (hh)

Keine Antwort geben die Gutachten nach Einschätzung der Stadtverwaltung auf die Frage, ob der Turm der ehemaligen Brauerei bestehen bleiben kann. Manfred Schüller (SPD) und Kurt Mieschala (UW) hatten sich, auch im Hinblick auf eine mögliche öffentliche Nutzung, danach erkundigt. Marion Juniec-Möller wollte das Bauwerk gar „als Industriedenkmal“ erhalten. Einen Blankoscheck mochte die Stadt in diesem Zusammenhang allerdings nicht ausstellen. Laut Baudirektor Schade wäre dafür eine weitere Untersuchung erforderlich. „Doch ich muss schon eine konkrete Nutzungsabsicht haben, bevor ich einen Statiker mit einem weiteren teuren Gutachten beauftrage“, wie es der Amtsleiter „Planen und Bauen“ formulierte.

Der Abriss ist „kompliziert“

Je nach der Nutzung ändern sich natürlich auch die Abbruchkosten, die UW-Stadtrat Mieschala auf 600000 bis eine Million Euro schätzte. Die Zahlen wurden in der Sitzung nicht kommentiert. Stadtplanerin Pollinger räumte allerdings ein, dass der Abriss „kompliziert“ sei und ständig von einem Tragwerksplaner begleitet werden“ müsse.

Wie geht es also weiter mit dem SchmidtBräu-Gelände? Nach Aussage von Baudirektor Schade zeichnet sich bisher lediglich ab, dass die noch vor Monaten konkret diskutierte Wohnnutzung in dieser Form wohl „nicht weiterverfolgt wird“. Und: Es gibt offenbar durchaus potenzielle Investoren für eine Entwicklung des Areals. Erst am Donnerstag, informierte Oberbürgermeister Andreas Feller, habe er „wieder einen Interessenten über das Gelände geführt“.

Stadtentwicklung

Neues Freizeit-Konzept gefällt

Der Schwandorfer Planungsausschuss begrüßt die Pläne für ein Freizeitzentrum mit Hotel, Kino und Kinderland beim Globus.

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