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Nachwuchs

Eine „richtige Imkerfamilie“ geworden

Der Imkerverein Burglengenfeld/Maxhütte-Haidhof ist der zweitgrößte in Bayern. Die MZ fragte nach dem Geheimnis des Erfolgs.
Von Josef Schaller

  • Vorsitzender Michael Schöberl zeigt der MZ einen Begattungskasten für die Zucht. Seit 2009 führt er den Verein und hat viel Elan und Zeit in beispiellose Nachwuchsarbeit investiert. Foto: Schaller
  • Für die musikalische Umrahmung beim Gottesdienstes am Samstag sorgte die Kapelle „Zweckverband Vils-Naabgruppe“. Foto: Schaller
  • Auf dem Karlsberg hat der Imkerverein sein Zuhause inmitten der Natur, dass einmal im Jahr auch viele Besucher anlockt. Foto: Schaller

Burglengenfeld. Mit 307 Mitgliedern ist der Imkerverein Burglengenfeld/Maxhütte-Haidhof der zweitgrößte Zusammenschluss von Imkern in der Bayerischen Imkervereinigung. Seit 2009 wird der Verein von Michael Schöberl geführt. Unserer Zeitung verriet er, warum der Verein so erfolgreich ist – beim diesjährigen Sommerfest mit Tag der offenen Tür am Imkerheim auf dem Karlsberg sprachen wir mit ihm.

„Kaum bin ich zwei Stunden daheim, zieht es mich schon wieder her“, sagt der Vorsitzende. Dann setze er sich aufs Fahrrad und komme wieder zurück. „Denn das hier ist mein Leben“, bekräftigt er seine große Hingabe zum Imkern. Diese Liebe zu seinem Hobby dürfte eine der Voraussetzungen dafür sein, dass es mit dem Verein in den zurückliegenden Jahren kräftig bergauf gegangen ist. Aus etwa 50 aktiven Mitgliedern zum Zeitpunkt der Amtsübernahme seien inzwischen 184 geworden, betont er.

Rund 120 Jungimker ausgebildet

Ganz entscheidend trägt sicher auch das „Imkern auf Probe“ dazu bei, dass sich vor allem junge Menschen dem Verein anschließen. Es ist ein echtes Erfolgsmodell für die Nachwuchsgewinnung geworden: Allein in den vergangenen fünf Jahren wurden auf diese Weise rund 120 Jungimker ausgebildet. Etwa vier Fünftel davon blieben dem Verein langfristig erhalten. „Der Zusammenhalt ist groß“, bemerkt Vorsitzender Michael Schöberl.

2. Vorsitzende Christine Gesierich fühlt sich wohl in der „Imkerfamilie“.
2. Vorsitzende Christine Gesierich fühlt sich wohl in der „Imkerfamilie“. Foto: Schaller

Seine Stellvertreterin Christine Gesierich pflichtet ihm bei: „Wir sind eine richtige Imkerfamilie geworden“, erklärt sie. Auch sie sei über das Probeimkern zum Verein gekommen. „Mich hat das Imkern schon immer fasziniert“, begründet sie ihr Engagement auf den Karlsberg. Inzwischen ist sie längst fest im Verein integriert und auch Teil der Vorstandschaft. Ebenfalls über das Probeimkern dazu gestoßen ist Katja Ott. „Es war ein Sommerfest wie dieses“, sagt sie.

Schriftführerin Katja Ott kam durch Probeimkern zum Verein.
Schriftführerin Katja Ott kam durch Probeimkern zum Verein. Foto: Schaller

Ott war mit ihren Kindern da erstmals gekommen. „Ich habe mich auf Anhieb für dieses Hobby begeistern können.“ Auch sie ist inzwischen in der Vorstandschaft aktiv und arbeitet als Schriftführerin. Birgit Weigert ist eine weitere Jungimkerin, die nach dem Besuch des Kurses dem Verein treu geblieben ist. Die MZ hatte sich schon vor zwei Jahren mit ihr unterhalten, damals wurde sie als 300. Mitglied aufgenommen. „Ich möchte einen aktiven Beitrag für die Umwelt leisten“, begründete sie damals. „Der Kampf gegen das Bienensterben braucht gebündelte Kräfte.“

Ein Drittel im Verein sind Frauen

Der Frauenanteil im 1918 als Bienenzuchtverein gegründeten Verein ist beachtlich – etwa ein Drittel aller Mitglieder sind heute weiblich. Das Durchschnittsalter im 1995 fusionierten Imkerverein Burglengenfeld/Maxhütte-Haidhof konnte von 70 auf 50 Jahre gesenkt werden. Mit dem steigenden Anteil junger Menschen habe sich inzwischen auch die Philosophie beim Imkern verändert. Stand früher die Honiggewinnung an oberster Stelle, stehen heutzutage eher der Umweltschutz, die Erhaltung der Bienenvölker und die Pflanzenbestäubung bei der Arbeit im Vordergrund.

Auch die Bienenkästen der Probeimker stehen direkt beim Imkerheim.
Auch die Bienenkästen der Probeimker stehen direkt beim Imkerheim. Foto: Schaller

„Es ist alles wissenschaftlicher geworden“, merkt Vorsitzender Schöberl im MZ-Gespräch an. Die Landwirte dürften sich freuen: „Werden Pflanzen auf den Äckern bestäubt, bedeutet dies einen Mehrertrag bis 30 Prozent“, erläutert die Jungimkerin Ott. Sehr engagiert ist der Imkerverein auch in der Zusammenarbeit mit Schulen. „Die Jugendlichen sind die Imker von morgen“, sagt Schöberl. Man tue sehr viel, um das Interesse „an diesem schönen Hobby“ zu wecken. Mit der kompetenten Unterstützung von Schöberl wurde beispielsweise auch einem P-Seminar am Johann-Michael-Fischer-Gymnasium zum Thema „Lehren und Lernen mit Bienen“ zum Erfolg verholfen.

Beim Gottesdienst im Grünen, mit dem das alljährliche Sommerfest auf dem Karlsberg beginnt, waren am Sonntagvormittag 240 Besucher gezählt worden. „Früher sind sie danach alle heimgegangen“, betont Schöberl. „Inzwischen bleiben sie sitzen, trinken und essen und man kann mit ihnen ins Gespräch kommen.“ Das sei auch eine Möglichkeit, um potenzielles Interesse am Imkern zu wecken. Der Vorsitzende betont: „Und es ist ja auch sehr schön hier.“

Karlsberg ist ein „Restaurant“

  • Vereinsgelände:

    Die Lage des Imkerheims in Burglengenfeld könnte besser nicht sein. Das idyllische Areal auf dem Karlsberg liegt inmitten der Natur, umgeben von Wald und vielen wilden Freiflächen, wo sogar Königskerzen wachsen. Das ist für die Bienen ein riesiges „Restaurant“ in Selbstbedienung – und einem sehr umfangreichen und vor allem vielseitigen Angebot an Blüten.

  • Begattungskasten:

    Die sogenannten Begattungskästen dienen dazu, die Bienenköniginnen ganz gezielt zu befruchten. Eine Handvoll Bienen werden dafür zu einer ganz frisch geschlüpften Königin in den Kasten eingesperrt. So kann man ganz bewusst das Erbgut von zwei gesunden und insbesondere verschiedenen Völkern mischen und auch weitergeben. (bjs)

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