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Zirkus

Eine Show für die ganze Familie

Das 270 Jahre alte Familienunternehmen Kaiser gastiert am Wochenende noch in Nittenau mit Artisten, Clowns und Tieren.
Von Rudi hirsch

Die Kinder locken die indischen Ziegenböcke mit Grünfutter an. Die Tiere sind der ganze Stolz des Zirkus Kaiser. Fotos: xih
Die Kinder locken die indischen Ziegenböcke mit Grünfutter an. Die Tiere sind der ganze Stolz des Zirkus Kaiser. Fotos: xih

Nittenau.Wenn die Kinder indische Ziegenböcke füttern dürfen, eine Zuschauerin gleich mit fünf Hula-Hoop-Reifen jongliert, Pudel-Hunde durch die Manege rasen und die Artistin einen Spagat auf dem Drahtseil zeigt, dann gibt der Zirkus Kaiser die Manege frei. Das Familienunternehmen gastiert am Wochenende erstmals in Nittenau und zeigt Samstag um 16 Uhr und 19 Uhr und am Sonntag um 14 Uhr noch dreimal sein Programm.

Zirkus-Direktor Artur Kaiser bindet die Zuschauer gerne in seine Show mit ein. Die Dame aus dem Publikum machte mit den Hula-Hoop-Reifen eine gute Figur und bekam Beifall. Foto: xih
Zirkus-Direktor Artur Kaiser bindet die Zuschauer gerne in seine Show mit ein. Die Dame aus dem Publikum machte mit den Hula-Hoop-Reifen eine gute Figur und bekam Beifall. Foto: xih

Seit zwei Jahren leitet Artur Kaiser (28) den Betrieb in der mittlerweile neunten Generation. Vor 270 Jahren hat Toni Kaiser den Zirkus gegründet und den Grundstein gelegt für eines der ältesten Unternehmen in Deutschland. 25 Mitarbeiter kümmern sich um die Tiere oder treten in der Manege auf.

„Zuerst frühstücken die Tiere“

„Zuerst frühstücken die Tiere und dann erst wir“, erzählt der Direktor und will damit zum Ausdruck bringen, wie wichtig ihm die Kamele, Pferde, Hunde und Ziegen sind. Zu den 60 Tieren gehört auch das kleinste Pony der Welt, das Falabella, das nur knapp 60 Zentimeter groß wird.

Dazwischen taucht regelmäßig der Clown auf in der Manege und macht seine Späße mit den Kindern und Erwachsenen. Der Zirkus Kaiser wirbt vor allem mit seiner Tierschau. Foto: xih
Dazwischen taucht regelmäßig der Clown auf in der Manege und macht seine Späße mit den Kindern und Erwachsenen. Der Zirkus Kaiser wirbt vor allem mit seiner Tierschau. Foto: xih

In einem zweistündigen Programm zeigt der Zirkus Auszüge aus einer Pferdedressur und lässt eine orientalische Karawane durch die Manege ziehen. Weiter bekommen die Zuschauer im geräumigen Zelt zu sehen, was zu einem guten Zirkus gehört: Seiltänzer, Trapezakrobaten, Luftartisten und einen Clown, der die Besucher zum Mitmachen animiert.

Direktor Artur Kaiser legt Wert auf eine artgerechte Tierhaltung. Deshalb sucht er sich Orte aus, in denen die Kamele und Ziegen sich frei bewegen können. „Das Gelände am Schlößlgartenweg in Nittenau ist ideal für uns“, erklärt der Direktor. Eingebettet zwischen Rathaus und Kindergarten bietet es genügend Platz für die Tiere. Sehr zur Freude der Kinder, die in der Pause die Vierbeiner mit Grünfutter anlocken können.

Applaus erhielt auch Sandy Kaiser für ihre Luftartistik am Trapez und ihre Übungen auf dem Drahtseil. Musik und Farbenspiele unterstrichen die akrobatischen Kunststücke der sportlichen Dame. Foto: xih
Applaus erhielt auch Sandy Kaiser für ihre Luftartistik am Trapez und ihre Übungen auf dem Drahtseil. Musik und Farbenspiele unterstrichen die akrobatischen Kunststücke der sportlichen Dame. Foto: xih

„In der Tierhaltung passen wir uns den staatlich geforderten Rahmenbedingungen an“, gibt Artur Kaiser zu verstehen. Sie würden in jeder Stadt von Amtstierärzten überprüft und im Tierbestandsbuch bestätigt. Der Chef achtet persönlich darauf, „dass die Tiere täglich ins Freie kommen, sich am Boden wälzen und frisches Gras fressen können“. So trifft der Zirkusdirektor nur selten auf Tierschützer, die vor seinem Zelt demonstrieren.

Ehefrau Cindy Kaiser ist für das artistische Programm verantwortlich. Gemeinsam mit ihrem Mann Artur hat sie das Unternehmen vor zwei Jahren übernommen. Seitdem sind sie mit ihren drei Kindern hauptsächlich im süddeutschen Raum unterwegs. Der Nachwuchs ist bereits fest integriert in das Programm und tritt mit dem Vater in einer artistischen Clownnummer auf.

Das Zirkusleben ist nicht einfach

„Das Zirkusleben ist kein einfach verdientes Brot“, sagt Cindy Kaiser. Die regelmäßigen Kontrollen durch das Veterinäramt, die Suche nach geeigneten Festplätzen, rückläufige Besucherzahlen und schwere körperliche Arbeit beim Zeltauf- und abbau würden den Alltag prägen. Doch die positiven Momente machen die Strapazen wett“, lächelt die Zirkus-Direktorin und fügt hinzu: „Wir leben für unseren Zirkus, und die Tiere sind unsere Existenz“. Auch die Kinder im Alter zwischen zwei und acht Jahren seien glücklich und „kennen nichts anderes“. Das Leben im Wohnwagen und der Kontakt zu den Tieren sei für die kleinen ein ständiges Abenteuer.

60 Tiere gehören zum Tross, der momentan auf Bayerntour unterwegs ist. Wenn die quirligen Pudelhunde durch die Manege flitzen und ihre Kunsttücke zeigen, hält es die Kinder nicht mehr auf ihren Sitzen. Foto: xih
60 Tiere gehören zum Tross, der momentan auf Bayerntour unterwegs ist. Wenn die quirligen Pudelhunde durch die Manege flitzen und ihre Kunsttücke zeigen, hält es die Kinder nicht mehr auf ihren Sitzen. Foto: xih

Ob die Kinder dem Zirkusbetrieb treu bleiben werden, sei allerdings ungewiss, so die Mutter. Denn der Unterricht in den Schulen vor Ort oder durch Privatlehrer erfordere vom Nachwuchs die ständige Bereitschaft zur Anpassung. Damit die Familie das Unternehmen fortführen kann, braucht es die Unterstützung der Bevölkerung. Die Premiere am Donnerstag hätte mehr Besucher verdient gehabt. So hofft die Familie Kaiser auf mehr Besuch bei den Vorstellungen am Samstag um 16 und 19 Uhr und morgen um 14 Uhr.

Die Eintrittspreise sind familienfreundlich und gestaffelt. Im Preis enthalten ist auch der Besuch der Tierschau in der Pause. Die Ziegen, Ponys, Kamele und Lamas sind die Nähe der Menschen gewohnt und lassen sich leicht an den Zaun locken. Clown Chico ist den Kindern behilflich und zu jedem Spaß bereit.

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