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Region Schwandorf
Dienstag, 19. Juni 2018 23° 3

Verkehr

Eine Vision von der Umland-Bahn

Auf der Schiene vom Bulmare nach Teublitz und von dort nach Regensburg? Eine ÖDP-Veranstaltung weckt Hoffnungen.
Von Stefan Barte

Im September 2017 ermöglichte die Deutsche Bahn im Rahmen einer Sonderfahrt anlässlich einer Feuerwehrgroßübung die vorerst letzte Fahrt eines Personenzugs nach Burglengenfeld. Dieser außergewöhnliche Anblick könnte die Regel werden. Foto: Barte
Im September 2017 ermöglichte die Deutsche Bahn im Rahmen einer Sonderfahrt anlässlich einer Feuerwehrgroßübung die vorerst letzte Fahrt eines Personenzugs nach Burglengenfeld. Dieser außergewöhnliche Anblick könnte die Regel werden. Foto: Barte

Burglengenfeld.Gute Zeiten für den ÖPNV? Zumindest ist die Alternative zum Individualverkehr aktuell in aller Munde. Auch die ÖDP hatte jetzt zu einem Informationsabend darüber eingeladen. Thema war die Stärkung des ÖPNV durch die Realisierung einer Umlandbahn rund um Regensburg. Der Abend im WIP endete mit einer echten Überraschung, die in verkehrstechnischer Hinsicht für das Städtedreieck und die gesamte Region richtungsweisend sein könnte. Aber der Reihe nach:

Alfred Damm, Kreisvorsitzender der ÖDP und Mitglied des Schwandorfer Kreistags, hatte Jan Mascheck als Gastredner gewonnen. Bereits im März (MZ berichtete) hatte das Mitglied der Initiative „Pro Städtedreiecksbahn“ bei einer Veranstaltung der SPD in Maxhütte seine Ideen und Visionen zum Besten gegeben. Als weitere Gäste wurden Bezirksrat Joachim Graf und stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl besonders begrüßt.

Ohne Umsteigen durchfahren

Anschaulich strukturiert und nachvollziehbar präsentierte Mascheck dem Publikum seine Vorstellungen zu einer Umlandbahn um Regensburg herum. Seine Visionen basieren auf der als inzwischen gefestigt geltenden Annahme, dass Regensburg eine Stadtbahn erhalten wird. Diese wird jedoch tatsächlich an den Grenzen der Oberpfalz-Metropole enden.

So ähnlich könnte auch eine Straßenbahn fürs Städtedreieck aussehen: Die Hybrid-Stadtbahn „Citylink“ 2016, während einer Testfahrt in Chemnitz. Das Fahrzeug kann sowohl elektrisch auf Gleisen der Straßenbahn, als auch mit Diesel auf Eisenbahnschienen fahren. Das Zulassungsverfahren für den Straßenbahnbereich lief damals noch.Foto: dpa
So ähnlich könnte auch eine Straßenbahn fürs Städtedreieck aussehen: Die Hybrid-Stadtbahn „Citylink“ 2016, während einer Testfahrt in Chemnitz. Das Fahrzeug kann sowohl elektrisch auf Gleisen der Straßenbahn, als auch mit Diesel auf Eisenbahnschienen fahren. Das Zulassungsverfahren für den Straßenbahnbereich lief damals noch.Foto: dpa

Genau hier setzt Mascheck an. Er möchte landkreisübergreifend, von Schwandorf über Kelheim bis nach Langquaid, eine Anbindung erreichen, und zwar so, dass der Nutzer ohne Umsteigen beispielsweise von Burglengenfeld nach Burgweinting durchfahren kann. Nur dann mache es Sinn, wenn das Konzept einfach, schnell und billig werde, ist Mascheck überzeugt.

Dass Bedarf an einer solchen Lösung bestehe, steht für den Visionär außer Frage. 78000 Pendler drängen nach Regensburg, davon allein 11000 aus dem Städtedreieck, Tendenz stark steigend. Das sich daraus täglich ergebende Verkehrschaos werde mit Ausbau der A3 in sechs Jahren nicht beendet sein, ganz im Gegenteil. Dann beginnt der Ausbau der A93 mit dem jetzt schon täglich problematischen Nadelöhr Pfaffensteiner Tunnel.

Mascheck verfolgt einen Zwei-Stufen-Plan. Zunächst könnte die Nutzung der bereits vorhandenen Gleisanlage von Burglengenfeld über Maxhütte nach Regensburg wieder genutzt und währenddessen eine neue, moderne Trasse gebaut werden. Dabei sollen sogenannte Leichttriebwagen eingesetzt werden und keine Bahnhöfe entstehen, sondern Haltestellen mit schnellem Zu- und Ausstieg in Wohnortnähe.

Die ganze Vision hänge aber an einem Gutachten der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), das bereits vor drei Jahren in Auftrag gegeben wurde und Aufschluss über die Rentabilität dieser Wiederbelebung geben soll. Niemand wisse, was da genau untersucht wurde. Das bemängelt auch Gregor Glötzl, Leiter der Geschäftsstelle Städtedreieck. „Wir haben das Problem: Es gibt derzeit keine strukturierte Zusammenarbeit. Es gibt einfach keine Gremien, an die wir uns wenden könnten.“

Noch dicke Bretter bohren

Bezirksrat Joachim Graf sieht diese Aufgabe künftig auf Ebene des Bezirks verankert, um die Landkreise zu synchronisieren. Kimmerl wusste offensichtlich bereits mehr über das fehlende BEG-Gutachten, dass noch auf der alten Annahme beruhte, dass es nur um die Wiederbelebung der Bahnstrecke BUL-MH gehe (und damit negativ ausgefallen wäre).

StraSSenbahnkonzept

  • So soll

    Straßenbahnkonzept im Städtedreieck aussehen, um attraktiv zu sein:

  • Das Grundkonzept

    ist umsteigefrei, d.h. der Pendler steigt bis zum Ziel nicht um und spart damit Zeit und Stress.

  • Es gibt mehrere

    kleine Haltestellen, aber keine Bahnhöfe. Die Haltestellen sollen fußläufig möglichst gut erreichbar sein. Eine maximale Entfernung von 300 Metern wird angestrebt.

  • Es erfolgt der Einsatz

    von Leichttriebwagen, die mit und ohne Oberleitung fahren können. Sie sind sehr sparsam im Verbrauch (ca. 40 Prozent weniger) und können damit schneller bremsen und beschleunigen als die schweren Vollbahntriebwagen.

  • Durch die erhöhte

    Agilität können mehr Zwischenhalte ermöglicht werden.

  • Geschwindigkeiten

    bis 100 km/h sind möglich. (bbs)

Er machte tatsächlich am Schluss der Veranstaltung eine klare Ansage: „Wir werden hier im Städtedreieck anfangen und diesen guten Ansatz des übergreifenden Konzepts für die Region als Modell umsetzen.“ Das BEG-Gutachten werde dahingehend auf das neue Konzept erweitert. Langfristig, so Kimmerl weiter, sei das das bessere Konzept. „Dazu müssen aber dicke Bretter gebohrt werden.“

Das erste Brett will ÖDP-Kreischef Damm bohren und das Ganze auf der politischen Ebene forcieren und beantragen: „Wir müssen jetzt sehen, dass es vorwärts geht. Die Chance ist jetzt da und kommt so schnell nicht wieder.“

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  • HS
    Heinrich Stockinger
    21.05.2018 00:50

    Anstatt das sich die "Hohen Möchtegern Herren vom Rathaus" mehr und mehr um die Bürger kümmern daradn, kummas wieda mit dem scheiß vo da Bahn daher, der bezweckt bloß das wieder alle in´d Einbahnstrass Berggass fohrn und koana wird gemaßregelt, natürlich a niad die "Hohen Herren" vom Rathaus". 20 Euro kost des Strafe wenn d´Leid oifohrn, dau kummt sovül Göld zum das ma sogor s´ Irlbriggerl as Gold macha ko.Lengföld, des is a Volk fia sich, alle in oan Sogg und drauhau dau dawischst bestimmt koan Falschn! Ibin niad stolz a "Lengfölder" zu sei!!!!! I mecht gern wissn wer in eiran Zuch midfohrd.....A Depp vielleicht ?

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