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Konzert

Eine vorzügliche Leistung gezeigt

Die harte Probenarbeit hat sich ausgezahlt. Das Publikum war von der Musik der Neunburger Stadtkapelle begeistert.
Von Ralf Gohlke

Konrad Aschenbrenner (links), Experte für die außergewöhnlichen „Instrumente“, agierte diesmal zusammen Lukas Stibich am Sandpapier. Foto: Ralf Gohlke
Konrad Aschenbrenner (links), Experte für die außergewöhnlichen „Instrumente“, agierte diesmal zusammen Lukas Stibich am Sandpapier. Foto: Ralf Gohlke

Neunburg.Eine alte Weisheit besagt: Nichts ist so beständig wie der Wandel. Dem zu Folge galt es beim Weihnachtskonzert der Stadtkapelle unter anderem die Frage zu klären, wer wohl die Nachfolge von Erwin Bucher als Moderator antreten würde? Bucher hatte im vergangenen Jahr nach 25 Jahren seinen Ausstieg aus dem Festtags-Programm erklärt und war, wie es ihm gebührte, mit viel Lob und Anerkennung verabschiedet worden.

Neuen Moderator gefunden

Das Jugendorchester, unter der Leitung von Johanna Fuß, bildet die Basis für den Nachwuchs der Stadtkapelle. Selbstbewusst trat das Ensemble auch heuer wieder auf. Andreas Porsch (links) und Jonas Braun moderierten. Foto: ggo
Das Jugendorchester, unter der Leitung von Johanna Fuß, bildet die Basis für den Nachwuchs der Stadtkapelle. Selbstbewusst trat das Ensemble auch heuer wieder auf. Andreas Porsch (links) und Jonas Braun moderierten. Foto: ggo

Die Antwort fand sich relativ unspektakulär auf der Titelseite des Programmhefts zum 38. Weihnachtskonzert der Stadtkapelle. Dort waren die Verantwortlichen in weißer Schrift auf blauem Grund aufgelistet: Die Gesamtleitung hatte Markus Held inne, Vorsitzender ist Roman Sorgenfrei und Hanna Fuß leitete das Jugendblasorchester. Zum Schluss gab es die Antwort auf die gestellte Frage: „Moderation: Anton Lottner“. Bis er allerdings in Aktion trat, dauerte es noch etwas.

Nach ihrem Einzug spielte die Stadtkapelle zunächst die festliche Ouvertüre von Satoshi Yagisava. Sie forderte die Musiker bereits in besonderer Weise durch Tempi-Wechsel, sehr leise und dann wieder lauter werdende Passagen. Vorsitzender Sorgenfrei beschränkte sich nicht auf die Willkommensgrüße, unter anderem an stellvertretenden Landrat Arnold Kimmerl, Bürgermeister Martin Birner, Pfarrer Stefan Wagner sowie Sepp Ferstl und Georg Schmid vom Bayerischen Musikbund. Er gab dem Publikum auch eine kleines, nachdenkliches Gedicht mit auf den Weg.

Ehrendirigent Anton Lottner führte erstmals gekonnt durch das Programm zum Weihnachtskonzert. Er übernahm damit das Amt von Erwin Bucher, der im Vorjahr, nach 25 Jahren erfolgreicher Tätigkeit, seinen Part als Moderator abgegeben hatte. Foto: ggo
Ehrendirigent Anton Lottner führte erstmals gekonnt durch das Programm zum Weihnachtskonzert. Er übernahm damit das Amt von Erwin Bucher, der im Vorjahr, nach 25 Jahren erfolgreicher Tätigkeit, seinen Part als Moderator abgegeben hatte. Foto: ggo

„Liebe Leut’, lasst euch doch sagen, Weihnacht’n is wieda woarn. Bis hoch zu den Tannenspitzen is es grün, wo sonst Schneeflock’n blitzten“, sagte er. Damit verwies Sorgenfrei auf den Klimawandel, verbunden mit dem Appell, nicht nur mit dem Finger auf andere zu zeigen, sondern sich kreativ zu engagieren.

Ein Solo für Waldhorn spielte zuletzt der renommierte Prof. Wolfgang Gaag auf der Bühne der Schwarztachtalhalle. Jetzt begeisterte Peter Habermeier von der Stadtkapelle des Publikum mit der „Air Peotique für Horn und Orchester“. Foto: ggo
Ein Solo für Waldhorn spielte zuletzt der renommierte Prof. Wolfgang Gaag auf der Bühne der Schwarztachtalhalle. Jetzt begeisterte Peter Habermeier von der Stadtkapelle des Publikum mit der „Air Peotique für Horn und Orchester“. Foto: ggo

Toni Lottner leitete über zum zweiten Stück des Abends, „Tochter Zion freue Dich“, nach einem Arrangement von Ludwig Schulte. Dem schloss sich mit „Ludwig“ ein symphonisches Porträt über Ludwig van Beethoven an. Es sollte der Einstimmung auf das Beethoven-Jahr anlässlich des 250. Geburtstags des Komponisten dienen.

Danach kündigte der Moderator eine „Reise um die Welt in 80 Tagen“ wortgewaltig und informativ an, musste dann aber leider eingestehen: „Das ist dem Erwin in 25 Jahren nicht passiert.“ Denn Lottner hatte sich um eine Position vertan und die „Air Poetique für Horn und Orchester „übersprungen“. Lottner holte dies aber schnell nach und verwies auf die Besonderheiten des Waldhorns, das Peter Habermeier als eher seltenes Solo-Instrument präsentierte.

Die Weltreise nach Otto M. Schwarz fiel natürlich nicht aus, sondern wurde sofort nachgeliefert. Mit der „Weinkeller-Polka“ (Stefan Stranger, Michael Schumacher) und dem „Torakusu Marsch“ ging es in die Pause. Zu Letzterem bedauerte Lottner, dass das Bewerbungsvideo der Stadtkapelle mit diesem Stück um die „Yamaha-Challenge für Blasorchester 2019“ nicht von Erfolg gekrönt gewesen sei. Den Wettbewerb mit drei Hauptpreisen hatte der Instrumentenbauer Yamaha ausgelobt.

Disney-Festival arrangiert

 Markus Held fühlt sich in seiner Aufgabe als musikalischer Leiter und Dirigent der Stadtkapelle wohl. Er hat erneut ein Programm zusammengestellt, mit dem sich sowohl das unterschiedlich geartete Publikum als auch die Musiker identifizieren konnten. Foto: ggo
Markus Held fühlt sich in seiner Aufgabe als musikalischer Leiter und Dirigent der Stadtkapelle wohl. Er hat erneut ein Programm zusammengestellt, mit dem sich sowohl das unterschiedlich geartete Publikum als auch die Musiker identifizieren konnten. Foto: ggo

Traditionell eröffnete das Jugendorchester den zweiten Teil des Konzertabends. Andreas Porsch und Jonas Braun moderierten die Beiträge, die am Ende mit „Hey Jude“ von den Beatles eine beachtliche Zugabe erhielten.

Die „Großen“ setzten mit Toshio Jashima erneut auf einen japanischen Arrangeur, der ein „Disney-Festival“ zusammengestellt hatte. Dem schloss sich mit „Jambo Africa“ von Mario Bürki ein Gruß in den Süden an. Einige Ensemble-Mitglieder verdeutlichten eindrucksvoll, dass sie sich durchaus mit der Sprache Swahili beschäftigt hatten. „Habari gani? heißt ins Deutsche übersetzt „Wie geht es Ihnen“ und „Mzuri sana“ bedeutet „Sehr gut“.

Zu den Höhepunkten des Konzerts zählt auch immer wieder der Einsatz von Materialien als „Instrumente“, die eigentlich nicht fürs Musik machen konzipiert sind. Dieses Mal agierten Konrad Aschenbrenner und sein „Azubi“ Lukas Stibich am Schleifbrett. Der Titel lautete „Sandpapier Ballett“, arrangiert von Han van der Heide, nach Leroy Anderson. Eindrucksvoll demonstrierte die Stadtkapelle am Ende, dass sich die Musik von Eric Clapton auch für Blasorchester eignet. Das begeisterte Publikum applaudierte, bevor alle zum Schluss gemeinsam „Stille Nacht“ sangen.

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