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Soziales

Eine Wohltat für arme Menschen


von Carina Allacher

Die Schwandorfer Tafel leistet seit fünf Jahren wichtige Hilfe bei der Versorgung armer Menschen in Schwandorf und der Region. Am Samstag, dem 7. Deutschen Tafeltag, fand im Piusheim in Schwandorf ein Tag der offenen Tür statt, um auf das Angebot und die Wichtigkeit der Tafel hinzuweisen.

„Dass es die Tafel überhaupt geben muss, ist eine Schande für unsere Gesellschaft“, stellte die Arbeiterwohlfahrts-Kreisvorsitzende und 2. Bürgermeisterin Ulrike Roidl fest. Auch Wolfgang Reiner, der Geschäftsführer des Schwandorfer Kreisverbandes der Caritas, und Alfred Braun, der Geschäftsführer des BRK-Kreisverbands Schwandorf, wiesen ebenso darauf hin, „dass es besser wäre, wenn es die Tafel nicht geben müsste.“ „Aber als Wohlfahrtsverband müssen wir den Menschen in Not zur Seite stehen“, fuhr Ulrike Roidl fort.

200 Haushalte nutzen das Angebot

Am 27. Januar 2008 haben die Caritas, das BRK und die Arbeiterwohlfahrt gemeinsam die Trägerschaft der Schwandorfer Tafel vereinbart. Seit der ersten Essensausgabe am 29. Juli 2008 wird das Angebot der Schwandorfer Tafel von mehr als 200 Haushalten regelmäßig angenommen. Seit 2009 hat die Schwandorfer Tafel auch eine Außenstelle in Burglengenfeld, wo momentan 183 Menschen versorgt werden.

„Mit unserem 5-Jahres-Jubiläum und dem bundesweiten Tafeltag wollen wir ein Zeichen gegen die soziale Ausgrenzung der von Armut betroffenen Menschen in Deutschland setzen“, sagte Wolfgang Reiner. Ulrike Roidl ergänzt, dass „Armut nicht nur ein Phänomen in Großstädten ist, sondern auch hier in der Region vorhanden ist“. Deshalb ist es für die Tafel wichtig, den Menschen konkret und menschenwürdig zu helfen. Andreas B., ein Kunde der Schwandorfer Tafel, erzählt daraufhin seine Geschichte und macht klar, dass die Kunden der Tafel keine „Sozialschmarotzer“ sind.

Vom Unternehmer zum Tafelkunden

Andreas B. ist studierter Betriebswirt; er war selbstständig und hatte sein eigenes Unternehmen. Durch eine persönliche Krise wurde er arbeitslos und machte Schulden. „Zur Tafel zu gehen hat mich am Anfang viel Überwindung und Mut gekostet“, erzählt er. Der Geschäftsführer des Caritaskreisverbandes Wolfgang Reiner fügt hinzu, dass „viele Menschen am Anfang Angst haben, bei der Tafel erkannt zu werden.“ Andreas B. geht mittlerweile zweimal in der Woche zur Tafel und ist dankbar, dass er sich keine Sorgen mehr machen muss, ob er sich genügend Nahrungsmittel leisten kann. „Das ist eine riesen Erleichterung für mich“, sagt er. Er nutzt das gesparte Geld, um seine Schulden zurück zu zahlen und wieder auf die Beine zu kommen.

Die Schwandorfer Tafel kann aber nur wegen zahlreicher Freiwilliger und der Spenden existieren. Dafür bedankten sich die Verantwortlichen der Trägerverbände. Insgesamt arbeiten 82 Freiwillige in den Ausgabestellen der Schwandorfer Tafel. Sie kümmern sich als Fahrer um die Abholung der Lebensmittel, im Büro und der Steuerung um die Koordination, um die Hygiene, das Sortieren und das Ausgeben der Lebensmittel sowie die Kasse.

Die Arbeit der Schwandorfer Tafel:

„Wir arbeiten hier mit den gleichen Standards wie in einem normalen Lebensmittelgeschäft“, sagt Gero Utz, Leiter der Schwandorfer Tafel. Die Kühlkette wird von der Abholung bei den Geschäften bis zur Ausgabe fortgesetzt; dazu werden zwei Kühllaster (aus Spenden finanziert) und 13 ehrenamtliche Fahrer benötigt. Für die Kontrolle der Lebensmittel vor Ort ist u.a. der ehrenamtliche Helfer Manfred Bäuerle verantwortlich. Er arbeitet als geprüfter Lebensmittelkontrolleur im Landratsamt Schwandorf. Wenn eine Palette Joghurts kommt, öffnet Manfred Bäuerle vier Joghurt-Becher und probiert selbst: „Oft werfen wir Lebensmittel weg, die unserem Standard nicht entsprechen.“ Neben dieser Selbstkontrolle wird die Tafel regelmäßig von Lebensmittelkontrolleuren des Landratsamtes und einem Schädlingsbekämpfer kontrolliert.

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