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Ausbildung

Einsätze, die der Wehr alles abverlangen

Sicherheit steht bei den Feuerwehren an erster Stelle. Ein Lehrgang zur Absturzsicherung fand daher jetzt in Neunburg statt.
Von Ralf Gohlke

Das ehemalige Kunstquartier „Im Berg“, bot die idealen Voraussetzungen für den praktischen Prüfungsteil des Lehrganges.  Foto: Ralf Gohlke
Das ehemalige Kunstquartier „Im Berg“, bot die idealen Voraussetzungen für den praktischen Prüfungsteil des Lehrganges. Foto: Ralf Gohlke

Neunburg.Die Rettung und Bergung von Personen aus großer Höhe obliegt im Landkreis Schwandorf in der Regel der Bergwacht. Dessen ungeachtet können auch Situationen eintreten, bei denen Aktive der Feuerwehren in Aktion treten müssen. Das gilt zum Beispiel, wenn Dächer abzudecken sind, um Brandnester freizulegen oder Teile von Gebäuden zu bergen sind, bevor sie abstürzen und unkontrolliert Schaden anrichten können.

Die nötigen Sicherheitsmaßnahmen für „den Mann oder die Frau“ gehen dann weit über das Maß hinaus, das bei üblichen Einstätzen gefordert sei. Das erfordert wiederum eine besondere Ausbildung im Umgang mit den dafür notwendigen Gerätschaften.

Bereich Ost hat nachgezogen

Die Absturzsicherung beginnt damit, die Hauptleine zum Beispiel an einem festen Gebäudeteil zu verankern. Spezielle Bügel verhindern in bestimmten Fällen, dass die Hauptleine an scharfen Kanten abknicken oder scheuern kann und damit instabil werden würde. Foto: Gohlke
Die Absturzsicherung beginnt damit, die Hauptleine zum Beispiel an einem festen Gebäudeteil zu verankern. Spezielle Bügel verhindern in bestimmten Fällen, dass die Hauptleine an scharfen Kanten abknicken oder scheuern kann und damit instabil werden würde. Foto: Gohlke

Im Gespräch mit der Mittelbayerischen vermittelten Bernhard Käsbauer, Kommandant der Feuerwehr Neunburg, und deren Vorsitzender Georg Schmid, dass im Landkreis der Versuch gestartet worden sei, das Ausbildungsmodul „Absturzsicherung“, ähnlich dem der Maschinisten oder Atemschutzträger, in durchzuführen. Aus ihnen nicht bekannten Gründen, sei diese Anregung und Idee landkreisweit nicht weiter verfolgt worden.

Da im Landkreissüden die Ausbildung bereits erfolgreich durchgeführt worden sei, wollte der Bereich Ost nicht hinten anstehen. Kurzerhand hätten sich die Feuerwehren daher auch hier darum gekümmert, eine ortsübergreifende Ausbildung zu initiieren.

Ein Video vom Einsatz sehen Sie hier:

Die Feuerwehrleute müssen schwindelfrei sein.

Mit Zustimmung des zuständigen Kreisbrandinspektors (KBI) Richard Fleck, hätten die beiden Kreisbrandmeister Peter Killermann und Christian Weinfurtner die Ausbilder der interessierten Feuerwehren angeschrieben, um den Umfang der teilnehmenden Feuerwehren zu ermitteln. Wichtig war vor allem, die notwendigen Ausbilder mit der entsprechenden Befähigung zu finden, die Lehrgänge zur Absturzsicherung auch leiten durften. Gleiches galt für eine im Landkreisosten ansässige Feuerwehr, die die Initiative übernimmt und Einladungen beziehungsweise Durchführung des Lehrgangs koordiniert und organisiert.

Mit dem Vier-Augen-Prinzip wird gewährleistet, dass die komplette Sicherungskette ständig von zwei Leuten überprüft wird. Das bedeutet, dass Knoten, Anschlagpunkte und Ähnliches, sowohl durch den Ausführenden, als auch dessen Partner überwacht werden. Foto: Gohlke
Mit dem Vier-Augen-Prinzip wird gewährleistet, dass die komplette Sicherungskette ständig von zwei Leuten überprüft wird. Das bedeutet, dass Knoten, Anschlagpunkte und Ähnliches, sowohl durch den Ausführenden, als auch dessen Partner überwacht werden. Foto: Gohlke

Diese Aufgabe habe die Stützpunktfeuerwehr Neunburg gern übernommen, zumal 2. Kommandant Reinhold Stangl federführend in Sachen Absturzsicherung bei den Feuerwehren im Landkreisosten unterwegs sei. Und so kam es, dass der Lehrgang, mit einer Gesamtdauer von 20 Ausbildungsstunden nach dem Ausbilderleitfaden „Modul Absturzsicherung“ und gemäß den Ausbildungsrichtlinien der Freiwilligen Feuerwehren in Bayern, in Angriff genommen werden konnte.

Wegen der besonderen Sicherheitsaspekte ist der Lehrgang auf ein Verhältnis von fünf Teilnehmern auf einen Ausbilder beschränkt gewesen. Sechs Feuerwehren aus dem Inspektionsbereich von Richard Fleck hatten ihre Aktiven für eine Teilnahme angemeldet. Foto: Gohlke
Wegen der besonderen Sicherheitsaspekte ist der Lehrgang auf ein Verhältnis von fünf Teilnehmern auf einen Ausbilder beschränkt gewesen. Sechs Feuerwehren aus dem Inspektionsbereich von Richard Fleck hatten ihre Aktiven für eine Teilnahme angemeldet. Foto: Gohlke

Als Teilnehmer hatten sich jeweils zwei Aktive der Feuerwehren aus Oberviechtach, Thanstein, Schönsee, Winklarn, Dieterskirchen und Neunburg angemeldet. „Das Interesse wäre durchaus größer gewesen“, sagte Ausbildungsleiter Reinhold Stangl. Die besonderen Sicherheitsaspekte machten jedoch eine Beschränkung auf das Verhältnis von fünf Teilnehmern auf einen Ausbilder nötig. Hier standen Reinhold Stangl, Neunburg; Stefan Hein, Oberviechtach; Sandro Reimer, Thanstein und Georg Schmid junior, Neunburg, zur Verfügung.

„Arbeiten auf Dächern“

Das ehemalige Kunstquartier der „Unverdorbenen“ soll noch heuer abgerissen werden, um Platz für den Erweiterungsbau des dahinterliegenden Rathauses zu schaffen. Foto: Gohlke
Das ehemalige Kunstquartier der „Unverdorbenen“ soll noch heuer abgerissen werden, um Platz für den Erweiterungsbau des dahinterliegenden Rathauses zu schaffen. Foto: Gohlke

Auf dem Lehrplan standen in der Theorie Einsatzpläne und -grundsätze. Praktisch ging es um Gerätekunde, Anschlagpunkte, Halten, Selbstretten, „Arbeiten auf Dächern“, sowie „senkrechter und waagrechter Vorstieg“. Nach der theoretischen Prüfung ging es am Samstag zum Praxisteil ins ehemalige „Kunstquartier“ im Berg. Schwerpunkte waren „Arbeiten auf Dächern“ sowie Selbstrettungsübungen. Betont wurde, dass die Absturzsicherung nicht mit Höhenrettung zu verwechseln sei, wenngleich Übungen mit der Bergwacht abgehalten worden seien, bis hin zur Zusammenarbeit mit der Hubschrauberstaffel der Polizei im Schloss Guteneck und am Gelände der Frankenschleife in Neunburg.

Bei einer Abschlussbesprechung, an der auch KBI Richard Fleck teilnahm, äußerten Teilnehmer und Ausbilder den Wunsch, auch auf Kreisebene gemeinsame Ausbildungseinheiten und Lehrgänge zu realisieren.

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