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Flüchtlinge

„Einstieg Deutsch“ ist geschafft

Die Volkshochschule Schwandorf hat 15 Schüler verabschiedet, die die sprachliche Erstförderung absolviert haben.
Von Johann Ippisch

Edmund Kaiser, Barbara Genzken-Schindler und Elke Reinhart (von links) leisteten Hilfestellung beim „Einstieg Deutsch“, dem bundesweiten Projekt zur sprachlichen Erstförderung von Flüchtlingen.
Edmund Kaiser, Barbara Genzken-Schindler und Elke Reinhart (von links) leisteten Hilfestellung beim „Einstieg Deutsch“, dem bundesweiten Projekt zur sprachlichen Erstförderung von Flüchtlingen.

Schwandorf.Mit „Vielen Dank“ bedankte sich Josef Kamara, ein Flüchtling aus der westafrikanischen Republik Sierra Leone, bei dem Gymnasiallehrer a. D. Edmund Kaiser, bei der Geschäftsführerin der Volkshochschule Schwandorf Barbara Genzken-Schindler sowie der Integrationsbeauftragten der Stadt Neunburg vorm Wald Elke Reinhart. Das „Danke“ war für die Mühe und Geduld, die sie gegenüber den 20 Personen aus dem Iran, Irak, Somalia, Eritrea, Sierra Leone, Afghanistan, Aserbaidschan, Nigeria und Äthiopien aufgebracht haben, um ihnen den Einstieg in die deutsche Sprache zu erleichtern. Zur Abschlussveranstaltung waren 15 Teilnehmer anwesend, die Restlichen waren entschuldigt.

Nach zwölf Wochen, vom 14. Mai 2018 bis 2. August 2018, mit insgesamt 200 Unterrichtsstunden endete der VHS-Kurs „Einstieg Deutsch“ für die Flüchtlinge mit einer kleinen Abschlussfeier. Jeder Flüchtling erhielt eine Urkunde über die Teilnahme überreicht. „Einstieg Deutsch“ ist ein bundesweites Projekt zur sprachlichen Erstförderung von Geflüchteten. Es wendet sich an Flüchtlinge und Asylbewerber, die noch keinen Platz in einem Integrationskurs haben.

Verständigung im Alltag

Mit „Einstieg Deutsch“ können die Flüchtlinge die Wartezeit sinnvoll überbrücken. In ganz Deutschland beteiligen sich rund 300 gemeinnützige Bildungsträger und führen Sprachangebote für Geflüchtete nach dem einheitlichen „Einstieg Deutsch“-Konzept durch, das der Deutsche Hochschul-Verband entwickelt hat. Honorare, Unterrichtsmittel und die Fahrtkosten der Teilnehmer werden durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert.

Im „Einstieg Deutsch“ lernen die Geflüchteten vor allem, sich im Alltag zu verständigen, argumentierte Edmund Kaiser, der ehemalige Gymnasiallehrer am Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasium in Nabburg. Im Zentrum stehen hierbei Hörverstehen und Sprechen. Themen sind etwa: Begrüßen und Vorstellen, Arztbesuch, Einkauf, Schule und Kindergarten, Termine bei Behörden oder Orientierung in der Stadt. „Sie können nun Gespräche führen, Texte lesen und verstehen, Formulare ausfüllen und Fahrpläne lesen“, so Edmund Kaiser zum Abschluss zu seinen Schülern.

„Einstieg Deutsch“

  • Erstförderung:

    Mit „Einstieg Deutsch“ startete der Bund ein Programm (zweitgrößtes Bundesprogramm) zur sprachlichen Erstförderung von Geflüchteten.

  • Spracherwerb:

    Das BMBF fördert mit jährlich 19 Millionen Euro den schnellen Spracherwerb von bis zu 45 000 Flüchtlingen pro Jahr unmittelbar nach ihrer Ankunft in Deutschland. Der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) ist mit der Durchführung und Administration beauftragt.

„Bitte lesen Sie viel. Wenn Sie faul sind, haben Sie bald alles vergessen!“, motivierte er seine Schüler. Der Kursleiter sagte drei Mal „Danke“, an Elke Reinhart, für das hohe Engagement für die Gruppe aus Neunburg vorm Wald, der VHS-Geschäftsführerin Barbara Genzken-Schindler sowie den Schülern selbst, die immer höflich, freundlich, fleißig und interessiert waren. Edmund Kaiser, der durch seine Ehefrau, die ehemalige Gymnasiallehrerin für Kunst Maria Schenkel eine Lernbegleitung zur Seite hat, leitete nun seit 2016 den siebten Kurs mit über 1000 Stunden.


Die VHS-Geschäftsführerin Barbara Genzken-Schindler sprach ihm für diese großartige Leistung ihren Dank aus. Auch der Integrationsbeauftragten der Stadt Neunburg vorm Wald Elke Reinhart galt der Dank der VHS-Geschäftsführerin. Das Projekt „Integration Schwandorf“, das durch Elke Reinhart vertreten wird, übernahm das Defizit bei den Fahrtkosten der acht Teilnehmer, die in Neunburg vorm Wald untergebracht sind.

Zusätzliche Exkursionen

Zusätzlich zu den 200 Unterrichtsstunden fanden sechs Exkursionen statt, um den Flüchtlingen die Orientierung im Alltag zu erleichtern. Im Rahmen des Deutschunterrichts besuchte die Gruppe einen Supermarkt, nahm an einer Stadtführung teil, sie ging zum Bahnhof und erhielt dort z. B. eine Einführung in die Nutzung des Fahrkartenautomaten, sie besuchte die Stadtbibliothek, das Stadtmuseum und die St. Jakobs-Kirche und übte dort in Alltagssituationen die Verwendung des bereits Gelernten, erläuterte Barbara Genzken-Schindler. Bereits am Montag, 24. September 2018 beginnt um 8.30 Uhr ein weiterer Lehrgang „Einstieg Deutsch“ an der Volkshochschule Schwandorf, Kirchengasse 1.

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