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Bahn

Elektrifizierung „2030 plus x“ im Visier

Die Auswirkungen des Bahnausbaus auf Schwandorf sind noch unklar. Bürgerbeteiligung und Immissionsschutz spielen eine Rolle.
Von Johannes Hartl

Bis elektrisch angetriebene Züge den Bahnhof Schwandorf anfahren können, wird es noch lang dauern. Archivfoto: szd
Bis elektrisch angetriebene Züge den Bahnhof Schwandorf anfahren können, wird es noch lang dauern. Archivfoto: szd

Schwandorf.Viele konkrete Details hatten Horst Leißner und Marion Fink noch nicht im Gepäck, als sie am Dienstag den Schwandorfer Planungs- und Umweltausschuss über die gewünschte und vieldiskutierte Elektrifizierung der Strecke Marktredwitz-Regensburg informierten. Die beiden Vertreter der DB Netz AG lieferten im städtischen Gremium eher grundlegende Informationen, was den Bahnausbau in Nordostbayern anbelangt.

Rund 135 Kilometer ist der Abschnitt zwischen Marktredwitz und Regensburg, der grundlegend modernisiert werden soll, insgesamt lang. Daran liegen 18 Bahnhöfe und 13 Stellwerke. Entlang der Strecke befinden sich wiederum 127 Eisenbahnbrücken, 59 Straßenbrücken und 26 Bahnübergänge. Außerdem sollen durch die Maßnahme sieben neue Überholgleise für Güterzüge hinzukommen. Das ist laut Leißner der Untersuchungsumfang für die Vorplanung.

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Welche Auswirkungen dieses Mammutprojekt auf jene Abschnitte hat, die im Schwandorfer Bereich liegen, ist bislang noch nicht endgültig klar. Aktuell befindet sich das Projekt noch immer in der Vorplanung. Erst wenn es die parlamentarische Behandlung bestanden hat, die Ende 2021 beginnt, kann es konkreter werden. „2030 plus X“ lautete der vage Zeitplan, den Leißner für den Abschluss der Elektrifizierung vorgab.

Intercity-Halt für Schwandorf

Klar ist nur: In Schwandorf werde man wohl an ein neues Stellwerk denken müssen. Die dortige Technik sei veraltet, den Anforderungen der Elektrifizierung mithin nicht gewachsen. „Das ist nicht mehr umbaufähig“, sagte Leißner. Zudem ist die Große Kreisstadt voraussichtlich als Haltepunkt für eine Fernverkehrsverbindung eingeplant, so Marion Fink. Dabei sei eine sogenannte Intercity-Verbindung (IC) von München über Regensburg und Schwandorf in Richtung Dresden „konkret vorgesehen“.

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Auch auf den Güterverkehr wird es Auswirkungen geben. Ein wesentliches Ziel der Elektrifizierung besteht darin, mehr Güter von der Straße auf die Schiene zu verlagern, auch wegen des Umweltschutzes. Für die Strecke Schwandorf-Regensburg wird das eine erhöhte Frequenz bedeuten, also von bisher sechs auf ungefähr 60 Züge. Zwischen Weiden und Schwandorf werden dann 27/29 Züge je Richtung erwartet, zwischen Schwandorf und Regensburg sind es mit 33/31 Zügen je Richtung etwas mehr.

Lärmschutz hat Priorität

Eine entscheidende Rolle kommt deshalb dem Immissionsschutz zu, um die Belastung für die Anwohner möglichst gering zu halten. Im Ausschuss stellte Leißner die verschiedenen Aspekte vor, insbesondere den Lärmschutz. Um die klassischen Schallschutzwände werde man dabei nicht herumkommen, schon deshalb, weil sie die effektivste Maßnahme sind, so der DB-Mitarbeiter. Diese sollen allerdings jeweils so nah wie möglich am Gleis angebracht werden – die Nutzung von etwaigen „Fremdgrundstücken“ solle, wo es möglich ist, vermieden werden.

Bürgerbeteiligung:

  • Einbindung:

    Ein hohen Stellenwert wird die Bürgerbeteiligung einnehmen, so Marion Fink. Das Projekt solle gemeinsam mit den Bürgern der Region gestaltet werden.

  • Internet:

    Informationen gibt es unter www.bahnausbau-nordostbayern.de

  • Kontakt:

    Bei Fragen können sich Bürger an bahnausbau-nordostbayern@deutschebahn.com wenden.

Zu den genaueren Auswirkungen auf den Regionalverkehr, aber auch zur Barrierefreiheit am Schwandorfer Bahnhof konnte Leißner dagegen nichts Näheres sagen. Grundsätzlich sei der barrierefreie Umbau für den Bund nicht zwingend an die Elektrifizierung gekoppelt. Es sei denn, im Rahmen der Maßnahme sind Umbauten am Bahnhof nötig. Ob das der Fall sein wird, kann frühestens im Jahr 2021 nach Abschluss der Vorplanung beurteilt werden. Die Stadträte nahmen den Berichten soweit zur Kenntnis, betonten allerdings, dass der Lärmschutz und auch der allgemeine Immissionsschutz im Sinne der Bürger einen hohen Stellenwert einnehmen müssen.

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