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Innenstadt

Ende der ersten Umbau-Etappe in Sicht

An der Friedrich-Ebert-Straße in Schwandorf haben die Pflasterarbeiten begonnen. Und es gibt Kunst am Bau.
Von Hubert Heinzl

Seit kurzem sind Mitarbeiter der Michael Leitner GmbH aus Pettendorf mit den Pflasterarbeiten beschäftigt. Foto: Heinzl
Seit kurzem sind Mitarbeiter der Michael Leitner GmbH aus Pettendorf mit den Pflasterarbeiten beschäftigt. Foto: Heinzl

Schwandorf.Kunden und Geschäftsleute am Ausgang der Friedrich-Ebert-Straße können bald aufatmen. Auf dem ersten Teilstück zwischen Marktplatz und Berggasse beginnen die Pflasterarbeiten – zunächst auf dem Streifen, der künftig für Fußgänger und Radler ausgewiesen sein wird. Am Freitag wurden die Einfassungen aufgemauert, ab nächster Woche soll der Straßenzug mit den unterschiedlichen Pflastersteinen ausgebaut werden. Dann dürften, wenigstens in diesem Abschnitt, die Beeinträchtigungen für Kunden und Passanten der Vergangenheit angehören.

Bau-Container ziehen um

„Wir liegen relativ gut im Zeitplan“, sagt City-Manager Roland Kittel, der die Öffentlichkeitsarbeit für den Umbau der Schwandorfer Einkaufsmeile koordiniert. Voraussichtlich Mitte August, sagt Kittel, können die Bauarbeiter bereits das nächste Teilstück bis zur Einmündung der Bahnhofstraße in Angriff nehmen. Während weiter oben, Richtung Marktplatz, noch die Pflasterer zugange sind, wird dann hier die Asphaltdecke entfernt, um auch zwischen Berggasse und Bahnhofstraße die umfangreichen Tiefbauarbeiten vorzubereiten. Nach den Worten Kittels werden dann auch die wenig einladenden Bau-Container vom Eingang zum Marktplatz versetzt – einer voraussichtlich an die Breite, ein weiterer an die Bahnhofstraße. An der Verkehrsführung wird sich nichts ändern. Allenfalls, sagt Kittel, seien künftig Anlieferungen vom Marktplatz bis zur neuen Baustelle denkbar. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Bereits in den Startlöchern befindet sich dagegen das Projekt „KunstZeitRaum“, das Kittel zusammen mit dem Schwandorfer Diplom-Kaufmann Peter Hillmann auf die Beine gestellt hat. Premiere hatte die Aktion mit sieben regionalen Künstlerinnen und Künstlern im vergangenen Jahr in der ehemaligen Filiale der Dresdner Bank. Heuer wird das Ganze sogar noch eine Nummer größer ausfallen: Ab sofort bis zum Ende der Umbaumaßnahmen werden zehn Kunstschaffende in sechs leerstehenden Geschäften in der Innenstadt ihre Werke präsentieren. Die naiven Gemälde, Installationen und anderen Kunstobjekte können auch käuflich erworben werden. Aber das ist nur ein willkommener Nebeneffekt.

Kunst in leerstehenden Geschäften präsentiert die Aktion „KunstZeitRaum“ nach der Premiere 2017 auch in diesem Jahr. Foto: Peter Hillmann
Kunst in leerstehenden Geschäften präsentiert die Aktion „KunstZeitRaum“ nach der Premiere 2017 auch in diesem Jahr. Foto: Peter Hillmann

Die Aktion „KunstZeitRaum“ soll ein Zeichen setzen für die (gewünschte) Belebung der Schwandorfer Innenstadt. „Natürlich geht es als Begleitmaßnahme des Umbaus darum, leere Schaufenster attraktiver zu machen. Aber wir wollen auch die Wahrnehmung dafür stärken, dass sich dahinter eine attraktive Geschäftslage verbirgt“, formuliert es Roland Kittel. Bei den Gewerbetreibenden sei im übrigen nicht nur die Bereitschaft ausgeprägt gewesen, ihre Immobilien für die Aktion zur Verfügung zu stellen; in der Umbauphase steige zudem die Einsicht, „dass die Mietpreise attraktiv gestaltet sein sollten“, so der City-Manager.

Wandel: Während der KBK schließt, hat die Stadt einen Nachmieter für das benachbarte Objekt an der Bahnhofstraße 15 (re.) gefunden. Foto: Heinzl
Wandel: Während der KBK schließt, hat die Stadt einen Nachmieter für das benachbarte Objekt an der Bahnhofstraße 15 (re.) gefunden. Foto: Heinzl

Zwar ist auch Kittel nicht verborgen geblieben, dass aktuell wieder Geschäftsaufgaben in der Schwandorfer Innenstadt zu vermelden sind und das entstehende Gewerbeobjekt beim Finanzamt zumindest kurzfristig für weitere Leerstände sorgen dürfte. Doch der Mann für’s Marketing sieht eben auch die andere Seite: „Es gibt immer wieder Anfragen und immer wieder neue Projekte“, sagt Kittel und verweist dabei unter anderem auf die Bäckerei Glaab, die in der genannten Immobilie ein zweites Standbein aufbaut. Oder auch die Tatsache, dass die Stadt das Objekt Bahnhofstraße 15 mit dem ehemaligen Stadtmauerturm nach längerem Leerstand nun an ein Architekturbüro vermietet hat.

Kulturelle Nutzung auf Zeit


Auftrieb gewinnt auch die Idee, Leerstände auf Zeit anzumieten. Die Schwandorferin Nicole Matschiner, die auch beim „KunstZeitRaum“ 2018 mitwirkt und schon in eigener Regie einen Ausstellungsraum als „Pop-up-Store“ realisiert hat, plant zusammen mit vier weiteren Künstlern bereits ihr nächstes Projekt. Im ehemaligen Laden von „Lederwaren Hierl“ an der Friedrich-Ebert-Straße soll im Herbst eine Galerie auf Zeit entstehen. Unter der Woche ist Ausstellungsbetrieb, an den Wochenenden ein wechselndes Programm mit Lesung, Weinprobe, Whiskey-Verkostung und dem Auftritt einer Musikband geplant – auch dies ein Beitrag, um Leben in die Innenstadt zu bringen.

Aktion „KunstZeitRaum“ 2018

  • Konzept:

    Zehn Kunstschaffende aus der (erweiterten) Region präsentieren in sechs leerstehenden Geschäften an der Friedrich-Ebert-Straße ihre Werke. Die Aktion dauert bis zum Ende der Umbaumaßnahmen in diesem Jahr. Die Werke können auch käuflich erworben werden. Weitere Infos gibt es auf Facebook unter „Kunstzeitraum by mvb-office.de“.

  • Mitwirkende:

    Alexander Domes (Schwarzenfeld), Maria Eschenbecher, Nicole Matschiner, Stefan Wiedenmann und Thomas Zilch (jeweils Schwandorf), Angelika Offer (Haitzenhofen), Martina Leithenmayr (Kohlberg), Florian Zeitler (Teublitz) sowie Heike Meyer und Susanne Seilkopf, die beide aus der Stadt Bayreuth stammen. (hh)

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