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Initiative

Energiesparportal wurde preisgekrönt

Drei junge Leute von der Schwandorfer Viessmann-Tochter MicrobEnergy sind vom Umweltministerium ausgezeichnet worden.
Von Hubert Heinzl

Sebastian Strohmeier (li.) und Robert Böhm rufen das Portal „SANISI“ auf dem Laptop auf. Foto: Heinzl
Sebastian Strohmeier (li.) und Robert Böhm rufen das Portal „SANISI“ auf dem Laptop auf. Foto: Heinzl

Schwandorf.Von der Aktion erfuhr Robert Böhm (30) per Kurznachrichtendienst Twitter. Unter dem sperrigen Titel „RE:frame Energieeffizienz: Neue Ideen für klimafreundliche Gebäude“ hatten Bundesumwelt- und Bauministerium zusammen mit der Deutschen Energie-Agentur (dena) einen Ideen-Wettbewerb ausgelobt, der der Energiewende endlich auf die Sprünge helfen soll. Gefragt waren Ansätze und Geschäftsmodelle, die zum energetischen Bauen und Sanieren motivieren sollen.

Das Thema ist Böhm auf den Leib geschneidert. Der studierte Energietechniker tüftelt bei der Viessmann-Tochter MicrobEnergy schon von Berufs wegen an Lösungen auf dem weiten Feld von klimaneutralen Energiespeichern und energieeffizienten Heizsystemen. Als Leiter des Bereichs „Business Development“ hat er vor allem die Aufgabe, neue Geschäftsfelder zu erschließen.

Bei der Verleihung des Energie-Effizienz Preises, Kategorie Kirchenvorstände (v. li.): Andreas Kuhlmann, Tanja Full, Andreas Schlereth, Robert Böhm, Sobastian Strohmaier, Jonas Klückers, Lisa Krüger und Staatssekretär Gunther Adler Foto: BMI/Thomas Einberger
Bei der Verleihung des Energie-Effizienz Preises, Kategorie Kirchenvorstände (v. li.): Andreas Kuhlmann, Tanja Full, Andreas Schlereth, Robert Böhm, Sobastian Strohmaier, Jonas Klückers, Lisa Krüger und Staatssekretär Gunther Adler Foto: BMI/Thomas Einberger

Zusammen mit seinen jungen Kollegen Sebastian Strohmeier und Jonas Klückers setzte er sich deshalb hin und entwarf einen Wettbewerbsbeitrag für die Kategorie „Kirchenvorstände“. „Wir haben das Projekt im Team erarbeitet“, erzählt der 30-Jährige. Vor einer Woche wurde das Trio bei der Münchner Bau-Messe zusammen mit zwei weiteren Preisträgern von Staatssekretär Gunther Adler und dena-Geschäftsführer Andreas Kuhlmann ausgezeichnet.

Sanieren für den Umweltschutz

Die drei Energietechniker aus Schwandorf hatten mit dem Projekt „SANISI – Sanieren für den Umweltschutz“ ein Online-Portal speziell für Kirchenvertreter entwickelt, die die Plattform für den Austausch über alle Fragen der energetischen Sanierung oder Optimierung von Gebäuden nutzen sollen. Einen Prototyp dieses virtuellen Treffpunkts haben die jungen Männer von MicrobEnergy schon einmal ins Netz gestellt.

Die Preisträger

  • Wettbewerb:

    Beim Wettbewerb „RE:frame Energieeffizienz: Neue Ideen für klimafreundliche Gebäude“ ging es um Ansätze, zum energetischen Bauen und Sanieren zu motivieren.

  • Kategorien:

    Das Team von MicrobEnergy trat in der Kategorie „Kirchen“ an und wurde mit zwei weiteren Preisträgern ausgezeichnet. Insgesamt waren in der Kategorie 87 Beiträge eingereicht worden. (hh)

Warum aber ein Portal ausgerechnet für die Kirchen? Böhm und seine Mitstreiter gingen pragmatisch an den bundesweiten Wettbewerb heran. Bei Bürgermeistern und Kommunen, aber auch in Privathaushalten – den beiden anderen Wettbewerbskategorien – ist das Thema nach Einschätzung des 30-Jährigen zunehmend präsent. Bei den Kirchen sieht Böhm schon von Amts wegen eine Verpflichtung zur Nachhaltigkeit, aber eben auch ein Potenzial, das es noch stärker zu heben gilt.

„Es geht ja nicht in erster Linie um die Gotteshäuser, sondern um viele weitere Gebäude.“

Robert Böhm

„Es geht ja nicht in erster Linie um die Gotteshäuser, sondern um viele weitere Gebäude. Die Kirchen sind traditionell einer der größten Immobilienbesitzer“, sagt der Energietechniker.

Wie es mit der Online-Plattform weitergeht, hängt nach seinen Worten auch von der Unterstützung durch die beteiligten Ministerien und die Energie-Agentur ab. In einem Diskussionsforum nach der Preisverleihung sei es genau um die Frage gegangen. „Es bleibt abzuwarten, ob und in welcher Form die zweite Stufe gezündet wird, wenn es an die Realisierung der Ideen geht“, sagt Böhm, „wir hoffen jetzt auf Feedback“. Entsprechende Signale gebe es bereits, bei der dena seien „schon positive Rückmeldungen eingegangen„, auch vonseiten der Kirche.

Die E-Mail-Adresse scharf gestellt

Bis aus der Idee aus Schwandorf einmal eine tragfähige und gut vernetzte Plattform wird, kann es also noch etwas dauern. Einstweilen rufen die Leute von MicrobEnergy Kirchenvorstände oder Pfarrgemeinderäte dazu auf, das Online-Portal schon jetzt zu nutzen. „Die E-Mail-Adresse auf der Website ist bereits scharf gestellt, Interessenten können jederzeit Kontakt mit uns aufnehmen“, versichert Initiator Robert Böhm. Und Dr. Doris Schmack, die Geschäftsführerin der Viessmann-Tochter, versichert: „Wir sind offen für Vorschläge, bis hin zu speziellen Workshops für Kirchenvertreter“.

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