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Initiative

Erinnern an das jüdische Leben

Schüler aus Wackersdorf setzen ein Zeichen gegen das Verdrängen. Bei Stolpersteinen haben sie mit Passanten gesprochen.

Die Schüler präsentieren stolz ihre Stolpersteine. Foto: Birk
Die Schüler präsentieren stolz ihre Stolpersteine. Foto: Birk

Wackersdorf.Mit einer Kunst- und Geschichtsaktion machten die Schüler der Mittel- und Wirtschaftsschule Wackersdorf auf die Stolpersteine in der Stadt Schwandorf aufmerksam. Im Unterricht befassten sie sich mit ihrem Lehrer Christian Birk intensiv mit der jüdischen Vergangenheit der Stadt. Die Acht- und Neuntklässler erstellten Stellwände mit Gedenkkarten, Fotos, Zeitungsberichten sowie einem Überblick über das jüdische Leben in Schwandorf. „Mit der Aktion wollten wir uns unmittelbar mit einem Teil unserer Vergangenheit auseinandersetzen und ein Zeichen gegen das Verdrängen und Vergessen setzen“, sagte Birk. „Die Stolpersteine leisten bereits einen wertvollen Beitrag. Diese wollten wir mit unseren Stellwänden sichtbar machen und so mit Passanten ins Gespräch kommen.“

Knapp 40 Wackersdorfer Schüler und drei Lehrkräfte bauten in der Friedrich-Ebert-Straße und in der Dr.-Martin-Luther-Straße bei den Stolpersteinen ihre Stellwände auf. Die Jugendlichen sprachen Schwandorfer an, klärten über die Geschichte auf und baten die Passanten, einen Wunsch für die Zukunft auf einen Stein zu schreiben. „Im jüdischen Glauben ist es üblich, dass man zum Gedenken an die Toten Steine auf die Gräber legt. Wir wollten an diesen Brauch anknüpfen“, erklärte ein Mädchen der Wirtschaftsschule. „Wir hatten mehrere Male so etwas wie ein Aha-Erlebnis“, berichtete die Schülerin weiter. „Beispielsweise hat uns eine ältere Dame gesagt, dass ihre Tante einmal für ein jüdisches Geschäft genäht und dann großen Ärger bekommen hat. Mehrere Leute haben uns auch gedankt, dass wir die Aktion durchführen.“ Die Stellwände und die beschriebenen Steine werden bis zum Schuljahresende im Wackersdorfer Schulgebäude ausgestellt. Einen Teil der Steine wollen die Schüler dem Schwandorfer Oberbürgermeister überreichen.

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