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Erste Kunstwerke auf der Tapete

Eigentlich wollte Nicole Y. Matschiner aus Schwandorf Ärztin werden, jetzt ist sie Künstlerin. In Schubladen passt sie nicht.
Von Dietmar Zwick

Die Künstlerin Nicole Y. Matschiner vor einem ihrer Objekte Foto: Dietmar Zwick
Die Künstlerin Nicole Y. Matschiner vor einem ihrer Objekte Foto: Dietmar Zwick

Schwandorf.Wie kamen Sie zur Kunst?

Die Kunst war einfach da und sie durfte es auch bei uns zuhause geben, wofür ich meiner Familie dankbar bin. Für Eltern und Großeltern ist es nicht unbedingt positiv, wenn das Kind Tapeten vollmalt oder den Küchentisch von untern bekritzelt. Ich durfte das und es wurde sogar unterstützt: Ich bekam Malstifte.

Schon als Kind waren Sie also künstlerisch unterwegs. War dann klar: Sie wollen Künstlerin werden?

Jein. Nach meiner Auffassung ist es nichts, was man werden will, sondern was man ist. Ich beschäftigte mich von Kindesbeinen an mit Kunst und malte viel. Ich hatte aber damals auch andere Interessen. Ich las sehr viel, war von Archäologie begeistert und während der Gymnasialzeit stand die Zahnmedizin im Vordergrund. Ich war fest davon überzeugt, Ärztin zu werden.

Jetzt haben Sie doch diesen Weg eingeschlagen. Wie entwickeln Sie sich weiter?

Ich bin furchtbar neugierig, will neue Materialien und Techniken ausprobieren und diese miteinander vermischen. Deswegen besuche ich Workshops und tausche mich mit Künstlerkollegen aus.

Was ist Ihre Kunstrichtung?

Nicole Y. Matschiner vor dem Werk „Testbild“ Foto: Dietmar Zwick
Nicole Y. Matschiner vor dem Werk „Testbild“ Foto: Dietmar Zwick

Ich habe keine Kunstrichtung. Man kann mich in keine Schublade stecken, was ich auch nicht mit anderen mache. Mein Motor, der mich am Laufen hält, ist die Kreativität und ich erfinde mich immer wieder neu. Das macht mich aber auch auf neuen Sachen immer wieder neugierig.

Gibt es trotzdem eine Richtung, in die Sie am liebsten arbeiten?

Es gibt nichts Bestimmtes, was ich am liebsten mache, weil es bei mir situations- und gefühlsabhängig ist. Oft habe ich einen Geistesblitz, den ich umgehend umsetze. Sonst notiere beziehungsweise skizziere ich meine Ideen. Irgendwann beginne ich dann mit der Umsetzung.

Das Kunst-Lokal

  • Vorgeschichte: Erst im Herbst 2018 stellten die Künstler ihre Werke im Kunst-Lokal aus. Für vier Wochen wurden die früheren Geschäftsräume in Haus Nummer 5 in eine Galerie umfunktioniert.

  • Wiedereröffnung:

    Zum dritten Mal öffnet das Kunst-Lokal nun am 15. März in Schwandorf in der Friedrich-Ebert-Straße.

  • Die Künstler:

    Nicole Y. Matschiner kennt Hugo Braun Meierhöfer, Barbara Willmers Hillenbrand und Marthe M. Leithenmayr aus der Galerie an der Donau. Sie sind alle Mitglieder im Oberpfälzer Kunstverein. Thomas Zilch kennt die Schwandorfer Künstlerin aus ihrer Zeit, als sie die erste Pop-Up-Galerie im Mai 2016 veranstaltete. Seit dieser Zeit stehen die Künstler in Kontakt. Im Kunst-Zeit-Raum arbeiteten sie erstmals zusammen und fanden sich zum Kunst - Lokal im September und Oktober 2018 wieder zusammen.

  • Motivation:

    „Wir fünf Künstler hatten einfach Lust dazu und auch vom Feedback hatten ebenso die Schwandorfer Lust darauf“, erklärt Nicole Y. Matschiner . Darüber hinaus spielte der Vermieter Grawe hierbei wunderbar mit, sagt die Künstlerin. Grawe stellte ihnen für solche Projekte die Räume zur Verfügung. „Wir bringen wieder neue Kunst für die Plattform und zwei Events mit.“ Zum einen gibt es ein Whiskeytasting mit Markus Hautmann und eine Lesung mit Adolf Prögel und Gerhard Wiesböck, die „Schwandorfer Gschichtn“ präsentieren.

Wie verläuft der Weg von der Idee zu einem fertigen Werk?

Es kommt darauf an, ob es sich um eine Auftragsarbeit handelt oder etwas, was ich gerade machen will. Die Auftragsarbeit beginnt mit einem ausführlichen Gespräch mit dem Kunden. Dabei werden Ideen gesammelt: Was wolle, was brauche der Kunde? Es folgen Entwürfe, an denen so lange herumgebastelt wird, bis beide Parteien zufrieden sind.

Und wenn Sie einen Geistesblitz haben?

Wird es etwas, was für mich ist, so nehme ich mein Skizzenbuch zur Hand oder manchmal wache ich auch nachts auf und habe bereits ein klares Bild vor mir und setze dies um.

Kann man von der Kunst leben?

Einfach ist es sicher nicht. Die wenigsten Künstler können dies, es sei denn man habe sich einen großen Namen gemacht. Die meisten haben ein zweites Standbein. Als Alleinstehende ginge es, aber eine Familie kann man nicht davon ernähren. Mein zweites Standbein wird die Kunsttherapie.

Aktion

KunstLokal belebt Schwandorfs Innenstadt

Ein früheres Geschäft an der Friedrich-Ebert-Straße wird einen Monat zur Galerie. Zur Kunst gibt es Wein, Lesungen und Musik.

Was haben Sie in Zukunft vor?

Als nächstes konzentriere ich mich wieder auf das Kunst-Lokal in Schwandorf. Aktuell habe ich Objekte im Kunstkaufhaus in Weiden ausgestellt. Ich bin sehr in meinen Kunstverein involviert und nehme an Ausstellungen teil. Ende Mai öffnet beispielsweise in Nürnberg wieder der dreitägige Kunst-Supermarkt, bei dem ich mit meinem eignen Messestand vertreten bin, worauf ich mich sehr freue. In Zukunft werde ich zudem kunsttherapeutisch tätig sein, um mir auch da etwas aufzubauen.

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