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Es kann wieder gelesen werden

Die drei Büchereien in Nittenau, Bruck und Bodenwöhr haben die Corona-Pause genutzt, um ihr Sortiment zu erweitern.
Von Ulrike Wolf

Nittenau ist am Laufenden mit den Büchern der Spiegel-Bestsellerliste. Die Buchauswahl wird ständig erweitert.
Nittenau ist am Laufenden mit den Büchern der Spiegel-Bestsellerliste. Die Buchauswahl wird ständig erweitert. Foto: Ulrike Wolf/Ulrike Wolf

Nittenau.Seit Mitte Mai dürfen Büchereien nach der Corona-Zwangspause wieder geöffnet werden. Doch was ist anders als zuvor? Die Mittelbayerische hat sich in Nittenau, Bruck und Bodenwöhr umgehört. Nittenau hat seine Bücherei am 25. Mai wieder für Besucher geöffnet. „Der große Andrang blieb aus“, stellen Silvia Fuchs und Birgit Auburger fest. Sogar einige ehrenamtliche Helfer hätten im Fall der Fälle geholfen. Bis zur Öffnung konnte man seine Bücher im Rathaus oder in der Touristeninformation abgeben.

Kontaktlose Buchabgabe in Bruck: Nur zum Scannen wird das Buch durch die Glasscheibe gesteckt.
Kontaktlose Buchabgabe in Bruck: Nur zum Scannen wird das Buch durch die Glasscheibe gesteckt. Foto: Ulrike Wolf/Ulrike Wolf

In Bruck ist die Bücherei seit 11. Mai wieder geöffnet. „Tageweise war viel los, es ist mal so und mal so“, sagen die Mitarbeiterinnen Marion Heller und Martina Biehler. Ähnlich äußerte sich Martina Greiner aus Bodenwöhr. Sie hat seit 12. Mai wieder offen. Seitdem sei am Dienstagvormittag mehr los als vor Corona, stellt sie fest. „Wir haben die Ausleihzeit automatisch ohne Gebühren bis Ende Mai verlängert.“ Überall zeigten die Besucher für die neuen Hygieneregeln viel Verständnis.

Vorlesenachmittage finden statt

Die Mitarbeiterinnen in allen drei Standorten waren während der Schließung nicht untätig: Neue Bücher und Medien wurden angeschafft und ins System eingegeben und alte Bücher aussortiert. In Nittenau fanden noch eine Computersystemumstellung und die Auslagerung des Büros statt. Ein zweiter PC steht jetzt in einem Büro des Museums. „Wir versuchen, immer die Bücher der Spiegel-Bestsellerliste da zu haben, das wird gut angenommen“, erklärt Silvia Fuchs. Neue Reiseführer sollen Lust auf Urlaub machen, auch die Sachbücher werden erneuert, ebenso das Kinderangebot.

Aus Hygienegründen erfolgt die Rückgabe in Kisten vor der Bücherei. Nach einer Liegezeit von drei Tagen werden sie desinfiziert, dann erst neu verliehen. Am Schreibtisch von Silvia Fuchs ist aus Sicherheitsgründen auch eine Plexiglasplatte angebracht.

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In Bruck ist eine Glasscheibe am Tisch der Mitarbeiterinnen angebracht. Ein Tisch ist nur für die Rückgabebücher. Nur zum Scannen muss der Besucher das Buch durch eine Öffnung in der Scheibe halten. Am nächsten Tag werden die Bücher desinfiziert und zur weiteren Entleihe vorbereitet.

Es stehen viele Neuheiten in den Regalen

„Eine Beratung findet zur Zeit nicht statt, wir sollen an unserem Platz bleiben“, erklärt Martina Biehler. Von ihrem Arbeitsplatz aus hat sie alle Personen im Blick. Weil viele den Urlaub wahrscheinlich daheim verbringen, hat sie mit ihrer Kollegin einen Tisch mit Urlaubstipps für Bayern hergerichtet. Martina Greiner und Monika Hauck präsentieren die vielen Neuheiten in einem Regal. „Wir haben schon vor Corona viele neue Bücher bestellt, wir sind gut eingedeckt“, stellt Martina Greiner fest. „Viele sind froh, dass wir wieder offen haben“.

Öffnungszeiten

  • Nittenau:

    Montag 15 bis 19 Uhr, Dienstag 15 bis 18 Uhr, Freitag 14 bis 17 Uhr; zusätzlich in den Pfingstferien: Mittwoch und Donnerstag jeweils 9 bis 12 Uhr

  • Bruck:

    Dienstag und Donnerstag 15.30 Uhr bis 17.30 Uhr, Mittwoch und Samstag 9 bis 11 Uhr, Freitag 17 bis 19 Uhr

  • Bodenwöhr:

    Dienstag 9 bis 12.30 Uhr, Donnerstag 14 bis 18 Uhr, Freitag 14 bis 17 Uhr

Trotz der Vorsichtsmaßnahmen sollen in Nittenau auch die beliebten Vorlesenachmittage nicht zu kurz kommen. Schon am Montag findet um 16 Uhr der erste im Haus des Gastes statt. Neu ist der Termin am 13. Juli um 16 Uhr. Geeignet sind die Vorlesestunden für Kinder von drei bis zehn Jahren. Im Haus des Gastes kann der Abstand gewahrt werden.

Bruck setzt auch in diesen Sommerferien wieder auf den „Sommerferienleseclub“ für Schüler von sechs bis 14 Jahren. 150 bis 200 neue Kinderbücher haben Marion Heller und Martina Biehler extra dafür bestellt. „Die Kinder dürfen die neuen Bücher als erstes lesen, bevor sie in den regulären Verleih gehen“, so Heller. Schon allein deshalb lohne es sich, im „Sommerferienleseclub“ zu sein. Wer mindestens ein Buch liest und eine Frage- und Bewertungskarte abgibt, nimmt an der Verlosung teil und kann Preise gewinnen. Die einzelnen Besucher werden in Bruck auch schriftlich mit Name und Adresse erfasst.

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„Tonie“-Figuren speichern Geschichten

Vielleicht kann man bis dahin auch schon die neuen „Tonies“ ausleihen. Durch eine Spende hat sich Bruck die robuste Hörspielbox mit den dazugehörigen Figuren angeschafft. Jede Figur hat eine bestimmte Geschichte gespeichert. Sie muss einfach auf die Box gesteckt werden. Das Figurensortiment wird regelmäßig erweitert. Ohne Kabelsalat, Knöpfe und Schalter können Kinder spannende Geschichten und Musik hören. In Nittenau gibt es sie schon länger: „Zu Weihnachten war das der Renner“, sagt Silvia Fuchs. „Wir waren die erste Bücherei in der Gegend, die das angeboten hat“.

Martina Greiner zeigt die gemütliche Kinderecke in Bodenwöhr.
Martina Greiner zeigt die gemütliche Kinderecke in Bodenwöhr. Foto: Ulrike Wolf/Ulrike Wolf

Auch in Bodenwöhr will man noch in diesem Jahr die „Tonie-Box“ mitsamt Figuren anschaffen, berichtet Martina Greiner. Generell seien bei allen drei Büchereien digitale Medien wie Hörbücher oder DVDs auf dem Vormarsch. Auch online kann man sich Bücher ausleihen: Bodenwöhr und Bruck sind beim Verband emedien Bayern und Nittenau bei enio. Auch die Lieblingsbücher der Leser gleichen sich ziemlich. Bei Erwachsenen kommen Krimis und Liebesromane gut an, bei den Kindern Klassiker wie „Der kleine Drache Kokosnuss“, „Die drei ???“ oder „Bibi Blocksberg“.

Folgende Hygienemaßnahmen sind generell zu beachten: Alle drei Büchereien dürfen nur mit Mund-Nasen-Schutz betreten werden. Der Abstand von 1,50 Meter muss gewahrt werden. In Nittenau und Bruck dürfen nur fünf Personen gleichzeitig anwesend sein, in Bodenwöhr sogar nur drei. Bei großem Andrang stehen in Nittenau und Bruck gesonderte Ausgänge zur Verfügung, um den Abstand zu gewährleisten. Bei beiden Standorten fällt auch das Lesecafé weg.

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