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Recht

Expertin erklärt nachehelichen Unterhalt

Steht fest, dass ein Ehepartner sich nach der Scheidung nicht selbst versorgen kann, hat er einen Unterhaltsanspruch.
von Gabriele Ziegler, Fachanwältin für Familienrecht

Das Maß des Unterhalts richtet sich nach den ehelichen Lebensverhältnissen, d. h. es wird auf diejenigen Lebensverhältnisse Bezug genommen, die bis zum Zeitpunkt der Scheidung bestanden haben. Foto: Jens Wolf/dpa
Das Maß des Unterhalts richtet sich nach den ehelichen Lebensverhältnissen, d. h. es wird auf diejenigen Lebensverhältnisse Bezug genommen, die bis zum Zeitpunkt der Scheidung bestanden haben. Foto: Jens Wolf/dpa

Schwandorf.Mit einer Scheidung ändert sich sehr viel im Leben von ehemaligen Ehepartnern, vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Zahlung von nachehelichem Unterhalt eine der am härtesten umkämpften Scheidungsfolgen ist. Nachehelicher Unterhalt kann ab dem Zeitpunkt der rechtskräftigen Scheidung verlangt werden.

Zwar geht das Gesetz davon aus, dass nach der Scheidung zunächst jeder Ehepartner verpflichtet ist, für seinen eigenen Unterhalt zu sorgen. Steht jedoch fest, dass ein Ehepartner nach der Scheidung nicht in der Lage ist, sich selbst zu versorgen, hat er einen nachehelichen Unterhaltsanspruch.

Die Unterhaltstatbestände

Gesetzlich sind dazu bestimmte Unterhaltstatbestände vorgegeben, aus denen ein nachehelicher Unterhaltsanspruch abgeleitet werden kann. Hier sind vor allem die Unterhaltstatbestände wegen Betreuung eines Kindes, der Altersunterhalt, der Unterhalt wegen Krankheit und der Aufstockungsunterhalt zu nennen. Das Maß des Unterhalts richtet sich nach den ehelichen Lebensverhältnissen, d. h. es wird auf diejenigen Lebensverhältnisse Bezug genommen, die bis zum Zeitpunkt der Scheidung bestanden haben.

Justiz

Adoption durch den Stiefvater abgelehnt

Eine Frau wollte sich adoptieren lassen. Das Gericht lehnt ab: Sie dürfe sich ihrer Unterhaltspflicht nicht entziehen.

Ausschlaggebend für die Berechnung des nachehelichen Unterhals ist das Nettoeinkommen eines jeden Partners. Um den Unterhaltsanspruch beziffern zu können, sind die ehemaligen Ehepartner verpflichtet, sich wechselseitig Auskünfte über ihre Einkünfte und ihr Vermögen zu erteilen.

Der unterhaltspflichtige Ehepartner darf einen bestimmten Betrag seines Einkommens, d. h. den sogenannten Selbstbehalt, für sich selbst behalten. Dieser liegt derzeit bei 1200 Euro.

Der nacheheliche Unterhalt entsteht nicht von selbst, sondern muss ausdrücklich gefordert werden, auch wenn zuvor schon Trennungsunterhalt bezogen wurde, da es sich insoweit um einen eigenständigen Unterhaltstatbestand handelt.

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