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Justiz

Fall Baumer braucht noch Zeit

Staatsanwaltschaft Regensburg dementiert bevorstehende Anklage wegen Totschlags. Prozess um Übergriffe wird fortgesetzt.
von Isolde Stöcker-Gietl, MZ

Derzeit muss sich der ehemalige Verlobte von Maria Baumer wegen sexuellen Missbrauchs sowie gefährlicher Körperverletzung verantworten. Foto: Lex
Derzeit muss sich der ehemalige Verlobte von Maria Baumer wegen sexuellen Missbrauchs sowie gefährlicher Körperverletzung verantworten. Foto: Lex

Regensburg.Die Angehörigen von Maria Baumer warten darauf, auch viele wildfremde Menschen, denen das Schicksal der getöteten jungen Frau aus Muschenried (Lkr. Schwandorf) nahe geht. Wird ihr ehemaliger Verlobter, der unter Tatverdacht steht, für dieses Verbrechen angeklagt oder nicht? Gerade wird wieder öffentlich spekuliert, dass eine Entscheidung unmittelbar bevorsteht und es zu einer Anklage wegen Totschlags kommen könnte. Doch die Staatsanwaltschaft Regensburg verweist dies im Gespräch mit unserem Medienhaus ins Reich der Fabeln. „Der abschließende Ermittlungsbericht der Polizei liegt der Staatsanwaltschaft noch nicht vor. Es bleibt dabei, dass das Verfahren in diesem Jahr nicht mehr abgeschlossen wird und wohl auch nicht sofort Anfang nächsten Jahres eine Entscheidung fällt“, so Dr. Markus Pfaller, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft.

Derzeit steht der frühere Verlobte der Windanlagengutachterin wegen sexuellen Missbrauchs von zwei Schülern sowie wegen gefährlicher Körperverletzung an einer ehemaligen Patientin des Bezirksklinikums vor der Jugendkammer des Landgerichts Regensburg. Am 15. Dezember dürfte das Urteil fallen, das bereits in einem Rechtsgespräch zwischen den Verfahrensbeteiligten ausgearbeitet wurde. Demnach erhält der 32-Jährige , der als aktuelle Tätigkeit „Student“ angibt, eine Bewährungsstrafe von maximal zwei Jahren. Dafür räumte er – verlesen von seinem Anwalt Michael Haizmann – die sexuellen Übergriffe auf die Schüler sowie die Verabreichung des Medikaments „Tavor expidet“ bei der jungen Patientin ein. Der Vorwurf der sexuellen Nötigung wird nach der Aussage einer Gutachterin fallengelassen. DNA des Angeklagten könnte auch durch einen Toilettengang an den Zwickel des Slips der jungen Frau gekommen sein, hieß es. Nach Aufforderung des Gerichtes entschuldigte sich der Mann bei seinen Opfern.

Die junge Frau, die durch den Übergriff sowie eine länger zurückliegende Vergewaltigung psychisch sehr belastet ist, hat der Verständigung nicht zugestimmt. Ihre Aussichten, erfolgreich gegen das Urteil vorzugehen, sind aber sehr gering. „Ich bin nicht käuflich“, hatte sie zur angebotenen Schmerzensgeldsumme gesagt.

Fallengelassen wurde indes der Vorwurf, dass der Krankenpfleger seinem ehemaligen Arbeitgeber, dem Bezirksklinikum Regensburg, eine Blisterpackung jenes Medikaments gestohlen hatte, das er später der Frau in den Tee kippte. Möglicherweise ein Schachzug der Verteidigung, der auch im Zusammenhang mit dem ungeklärten Tod von Maria Baumer stehen könnte. Da die Rechtsmedizin an den sterblichen Überresten keine Todesursache mehr ermitteln konnte, ist ein Tod durch eine Überdosis von Betäubungsmitteln nicht auszuschließen. Maria Baumer hatte vor ihrem Tod über Gedächtnisaussetzer geklagt und einen Arzt aufgesucht.

Lesen Sie hier die weitere Berichterstattung zum ungeklärten Tod von Maria Baumer:

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