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Brauchtum

Fest soll an Wert der Nahrung erinnern

Seit 41 Jahren feiert man im Bauernmuseum Mappach Erntedank. Die vielen Besucher genossen leckere Schmankerl.
Von Renate Ahrens

Mit Liedern und dem Spiel „Wir bringen unsere Gaben“ gestalteten Kindergartenkinder das Fest. Foto: Renate Ahrens
Mit Liedern und dem Spiel „Wir bringen unsere Gaben“ gestalteten Kindergartenkinder das Fest. Foto: Renate Ahrens

Bruck.Die bunten Herbstblumen, die großen Kürbisse und die Vielfalt an Obst und Gemüse waren wieder eine Augenweide auf dem Erntewagen im Heimat- und Bauernmuseum Mappach bei Bruck. Hier ist es – nun schon seit 41 Jahren – Tradition, den alten Brauch des Erntedankfestes aufrecht zu erhalten. Die Besucher schätzen das, denn jedes Jahr kommen mehr, bummeln über den interessanten Außenbereich des Museums und lassen sich die leckeren Schmankerl schmecken.

Mit dem Fest wolle man aber auch die Leistung der Landwirte ins Bewusstsein rücken, mahnte Inge Gleixner, erste Vorsitzende des Heimat- und Bauernmuseumsvereins Mappach. Sie lieferten uns hochwertige Nahrung und hätten doch mit vielen Schwierigkeiten wie Dürre, Hitze und Überschwemmungen zu kämpfen. „Ich wünsche mir, dass sich jeder Mensch der Verantwortung für die Schöpfung bewusst wird, und entsprechend mit Lebensmitteln umgeht“, erklärte Gleixner. Die Verantwortlichen des Heimat- und Bauernmuseums hätte es sich zur Aufgabe gesetzt, dieses Bewusstsein aufrecht zu halten.

Die Besucher wurden kulinarisch verwöhnt

Das Obst und das Gemüse, das Bauern aus der Region für das Fest gespendet hatten, wurden zugunsten des Museums an die Besucher verkauft, ebenso wie die Butterbrote mit Schnittlauch und die Bratwurstsemmeln. Beim großen Torten- und Kuchenbuffet hatte man die Qual der Wahl; köstlich waren die selbst gebackenen Leckereien, darunter auch Traditionelles wie Küchl oder Schoitenküchl. An einem Stand bot der Drechsler Sepp Lorenz seine Kunstwerke und nützlichen Dinge aus Holz an, und im Museum durfte man sogar beim Buttern zusehen. Die frische Butter wurde ebenfalls verkauft. Die Kinder des Brucker Kindergartens St. Josef gestalteten mit Begeisterung musikalisch die Andacht, die Pfarrer Andreas Weiß hielt.

Das Museum bewahrt Traditionen, will aber auch mit immer neuen Aktionen auf sich aufmerksam machen.

Auf eine große Resonanz stieß heuer die Ausstellung mit Bildern aus dem streng geheimen Messerschmitt-Waldwerk bei Bodenwöhr. Dort arbeiteten im Zweiten Weltkrieg ab September 1944 rund 500 russische und französische Zwangsarbeiter an der Endmontage dringend benötigter Jagdflugzeuge. Sie wohnten in Baracken mitten im Wald.

Die Dauerausstellungen handeln vom Leben der Bauern, zum Beispiel auch von der Teichwirtschaft. Bruck ist schließlich eng mit Karpfenzucht verbunden und das Museum besitzt sogar einen eigenen Weiher und einen Bachlauf. Im Jahr 2014 erhielt das Museum eine Förderung des Europäischen Fischereifonds. Viele seltene Tier- und Pflanzenarten werden anschaulich erklärt.

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