MyMz
Anzeige

Sucht

Feuchtfröhlich auch am Steuer

Mehr Alkohol- und Drogenfahrten – bei kürzerer Faschingszeit: Diese Rechnung macht die Schwandorfer Polizei nachdenklich.
Von Reinhold Willfurth

Zum Faschingskehraus kontrollierte die Polizei nochmals verstärkt im Schwandorfer Stadtgebiet. Foto: xih
Zum Faschingskehraus kontrollierte die Polizei nochmals verstärkt im Schwandorfer Stadtgebiet. Foto: xih

Schwandorf.Zwei entdeckte Alkohol- und Drogenfahrten mehr und ein Unfall mit einer betrunkenen Fahrerin: Die Bilanz der Schwandorfer Polizei für die Faschingszeit fällt im Vergleich zum Vorjahr bedenklich aus. Noch dazu, wenn man die um zwei Wochen kürzere närrische Zeit mit einrechne, wie Verkehrssachbearbeiter Dieter Jäger mitteilt.

Bis nach Mitternacht kontrollierten Beamte der PI Schwandorf am Faschingsdienstag noch einmal die letzten Maschkerer im Stadtgebiet. Vier Beamte zusätzlich seien dabei eingesetzt worden, berichtet Dieter Jäger. Erwischt wurde bei beißender Kälte keiner – wie so oft beim Kehraus in den vergangenen Jahren.

Drogenfahrten haben zugenommen

Weniger diszipliniert zeigten sich manche Fahrer bei den fünf Alkoholkontrollen in der Zeit davor. 16 Mal mussten die Fahrer seit 2. Januar den Schlüssel abgeben, weil sie zu viel intus hatten. Im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen haben dabei die Drogenfahrten. Neunmal stellte ein Drogenschnelltest den Konsum von Cannabis und / oder Crystal Speed fest. „Ich hoffe, das ist kein Trend“, sagt Jäger. Natürlich hingen die Aufdeckung solcher Delikte auch vom Spürsinn der Beamten ab. „Je jünger die sind, desto eher fällt ihnen so etwas auf“, sagt der Polizeihauptkommissar.

Alkohol und andere Drogen im Blut

  • Zeitraum:

    Seit 2. Januar bis zum frühen Morgen des Aschermittwoch hat die PI Schwandorf, unterstützt durch weitere Beamte, täglich Autofahrer kontrolliert, sechsmal standen Alkoholkontrollen an. Kontrolliert haben die Beamten in allen drei Gemeinden des PI-Gebiets: so z. B. in Steinberg am See beim Sportheim, in Wackersdorf beim Friedhof und in Schwandorf an sämtlichen Ausfallstraßen.

  • Bilanz:

    Insgesamt wurden 380 Verkehrsteilnehmer auf Alkohol- und Drogenkonsum kontrolliert. 16 Fahrer wurden mit verbotenen Substanzen im Blut erwischt. Davon hatten neun Cannabis oder Crystal konsumiert.

Im Gegensatz zum Vorjahr mussten die Polizisten in der Zeit seit Silvester auch einen Unfall unter Alkoholeinfluss aufnehmen. Eine Frau war im Januar in der Dachelhofener Straße vom rechten Weg abgekommen und war mit ihrem Auto gegen eine Hausmauer geknallt. Ein Bluttest ergab 2,24 Promille. Passiert ist der Frau nichts – außer, dass sie ihren Führerschein für längere Zeit abgeben musste.

Erhöht haben sich laut Dieter Jäger die Straftaten „Trunkenheit im Verkehr“ – also ab einem Promillewert von 1,1, bei dem der Führerschein sofort sichergestellt wurde, von zwei auf drei Delikte. Der höchste Wert wurde in diesem Jahr mit 2,44 Promille gemessen (2016: 2,65). Rückläufig waren dagegen die „Promillefahrten“ zwischen 0,5 und 1,1 Promille (2017: vier, 2016: sieben) – eine Verkehrsordnungswidrigkeit die, so Jäger, immer noch bei einigen Fahrern fälschlicherweise als „Kavaliersdelikt“ angesehen werde. Zur „Ehrenrettung“ der Autofahrer in der Region merkt Jäger noch an, dass die meisten auch in der Faschingszeit „vernünftig“ unterwegs seien.

Mehr Nachrichten aus Schwandorf lesen Sie hier.

Polizeimeldungen aus dem Landkreis Schwandorf finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht