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Fischbach feiert Kirwa dahoam

Mit den Stockenfelser Bierfreunden kommt am 18. Juli die Kirwa nach Hause. Einen Tag später findet der Gottesdienst statt.
Von Isabelle Lemberger und Albert Herzog

Vier Blechmusiker werden am 18. Juli auf dem umgebauten Faschingswagen der Stockenfelser Bierfreunde musizieren.
Vier Blechmusiker werden am 18. Juli auf dem umgebauten Faschingswagen der Stockenfelser Bierfreunde musizieren. Foto: Stefan Sauer/picture alliance / dpa

Nittenau.Die Kirchweih: eine Tradition, mit der jedes Jahr aufs Neue die Weihe einer Kirche mit Bier und Blasmusik gefeiert wird. Vergangenes Jahr hatte der Stammtisch „Stockenfelser Bierfreunde“ diese Tradition wieder zurück nach Fischbach gebracht. Er feierte nach langer Zeit wieder am Montag nach dem dritten Wochenende im Juli die Kirchweih. Ein Jahr später ist wieder alles anders.

Die Bierfreunde haben sich coronabedingt aber etwas überlegt: Unter dem Motto „Kirwa dahoam“ animieren sie diesmal am Kirwasamstag, den 18. Juli, die Bewohner zum Mitfeiern in den eigenen Gärten mit Familie, Freunden und Bekannten. Mit einem Vorbestellungszettel können sie bei den heimischen Läden Bestellungen aufgeben. Alexander Fenk, Vorsitzender der Stockenfelser Bierfreunde, rechnet damit, dass rund 35 bis 50 Haushalte zuhause feiern werden.

Faschingswagen für Musikanten umgebaut

Ab 17 Uhr geht’s mit Blechmusik auf einem Anhänger durch Fischbachs Straßen und die umliegenden Dörfer, vorbei an den Gärten, wo die Fans der Fischbacher Kirwa wohl das eine oder andere „Standerl“ gespielt bekommen. Dafür haben die Bierfreunde sogar ihren Faschingswagen umgebaut. „Davor war der Wagen ein überdimensionales Bierkistl“, erklärt Fenk. Jetzt wurde es in der Mitte durchgeschnitten und ein Dach daraufgebaut, damit die vier Musikanten erhöht stehen und wortwörtlich „in den Gärten der Bewohner“ musizieren können.

Fakten zur Kirwa

  • Geschichte:

    Bis 1866 wurde in Altbayern die Kirchweih am Sonntag vor oder nach dem Patrozinium gefeiert. Die traditionelle „Dorfkirchweih“ wurde durch einen zentralen Termin im Herbst – den dritten Sonntag im Oktober – ersetzt. Aber nicht in ganz Bayern.

  • Benennung:

    In den Regionen gibt es verschiedene Bezeichnungen für die Kirchweih. In der mittleren Oberpfalz heißt sie z.B. Kirwa.

Mit dieser Aktion möchten sie die Kirwa-Tradition trotz Corona aufrechterhalten, aber auch zum Einkauf von Grillwaren und Getränken in den örtlichen Geschäften animieren. Gegen eine Spende kann dort das Stockenfelser Bierfreunde-Kirwa-Bladl mit originellen Inhalten aus Fischbach erworben werden. In dem rund 60 Seiten dicken Heft finden sich beispielsweise Grilltipps der Feuerwehr und Bilder der vergangenen Kirwan – das älteste Bild ist laut Fenk aus dem Jahr 1924. Die Spenden wollen die Bierfreunde für ein neues „Daferl“ verwenden.

Festgottesdienst am Pausenhof der Grundschule

Anlass für die „Kirwa dahoam“ hat der Pfarrgemeinderat geliefert. Er hatte sich mit Stadtpfarrer Adolf Schöls zu einer vorbereitenden Sitzung getroffen. Denn die Pfarrei Fischbach feiert auch dieses Jahr am 19. Juli, am Patroziniumstag ihres Kirchenpatrons, dem Hl. Jakobus, die „Kirwa“ mit einem Gottesdienst. Diesmal im Freien, auf dem Pausenhof der Grundschule.

Denkmal

Gläubige schalten einen Anwalt ein

Die Kapelle in Fischbach bei Nittenau wurde erst für viel Geld saniert. Dennoch hat sie mehrere Schäden an der Fassade.

Im vergangenen Jahr feierten die Stockenfelser Bierfreunde am Kirwa-Montag.
Im vergangenen Jahr feierten die Stockenfelser Bierfreunde am Kirwa-Montag. Foto: Alexander Fenk

Der Festgottesdienst ist für 10 Uhr geplant. Einen Kirchenzug wird es diesmal nicht geben, für das leibliche Wohl ist im Anschluss in Form von Kuchenpäckchen im Wert von fünf Euro aber gesorgt. Das übernimmt der Katholische Frauenbund mit dem Pfarrgemeinderat und mit Unterstützung der Kirchenverwaltung. Die Spende für die Kuchen dient dem Erhalt der Pfarrkirche, bei der in naher Zukunft einige Baumaßnahmen anstehen. Falls es am 19. Juli regnet, wird in die Pfarrkirche ausgewichen. Für diesen Fall sollte man sich in die Platzreservierungsliste eintragen, die in der Kirche ausliegt. Wegen der Corona-Richtlinien können maximal 37 Personen in der Pfarrkirche Platz nehmen.

Weiter informierte Schöls über den Planungsstand des Kindergartenanbaus. Man warte auf die Genehmigung vom Landratsamt, dann könne es mit dem Bauvorhaben losgehen. Schon jetzt sollen ein neuer Spielturm mit doppeltem Kriechtunnel sowie ein großer Sonnenschirm angeschafft werden und noch vor dem Herbst installiert werden.

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