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Region Schwandorf
Sonntag, 24. Juni 2018 19° 4

Mobilität

Flexible Bedienformen sind gefragt

Zum künftigen Konzept des Landkreises für den öffentlichen Personen-Nahverkehr war erneut die Bürgerbeteiligung gefragt.
Von Ralf Gohlke

Dr. Thomas Huber Foto: ggo
Dr. Thomas Huber Foto: ggo

Neunburg.Der Landkreis Schwandorf arbeitet derzeit intensiv an einem machbaren Konzept für den öffentlichen Personen-Nahverkehr. Nachdem die Phase der Datenerhebung weitgehend abgeschlossen ist, können den Bürgern in den öffentlichen Foren bereits erste Lösungsansätze präsentiert werden, die dann auch diskutiert werden. „Die letzte Entscheidung liegt dann beim Kreistag“, informierte Regionalmanagerin Verena Frauenknecht beim jüngsten Bürgerforum im Gasthof Sporrer. Dabei ging es um den Raum Neunburg und seine Anbindungen nach Schwandorf, Burglengenfeld, Nabburg und Oberviechtach.

„Für uns ist es wichtig, zu erfahren, ob wir noch in der Spur oder irgendwo falsch abgebogen sind“, stellte Dr. Thomas Huber von der Regionalbus Ostbayern GmbH fest und zeigte erste Ergebnisse des Mobilitätskonzeptes für diesen Bereich auf. Als einzig machbar und sinnvoll erachtete er für den ländlichen Raum sogenannte bedarfsorientierte Lösungen, etwa in Form eines Rufbusses.

Das Ergebnis sei die Folge der präzisen Analysen, die im Vorfeld vorgenommen worden seien. Dazu rechnete er unter anderem die Fragebogenaktion, die einen erfreulich hohen Rücklauf zu verzeichnen gehabt habe. Daraus habe sich ergeben, wo und wann ein Transportbedarf vorhanden sei. Bedarfslösungen seien daher sowohl ökonomisch als auch ökologisch sinnvoller, als das ein Bus eine einzelne Person im Rahmen eines Linienverkehrs transportiere.

Eine der Überlegungen basiere unter anderem auf der Anzahl der vorhandenen Haltstellen. Flexiblere Bedarfslösungen würden zum Beispiel verhindern, dass jemand, der von Neunburg nach Oberviechtach möchte, über Thanstein kutschiert werde, es sei denn, jemand hätte sich angemeldet, von dort ebenfalls nach Oberviechtach zu wollen. Dr. Huber verdeutlichte die Idee hinter den Überlegungen anhand von verschiedenen Sektoren für die Verbindungen zu und zwischen den Hauptorten.

„Bedarfsverkehr klappt da, wo er sich wirklich am Bedarf orientiert“, erklärte er an Beispielen des Arberlandverkehrs mit dem „BAXI“ und einer ähnlichen Form in Tirschenreuth, die innerhalb kurzer Zeit auf rund 1000 Nutzer verweisen konnte.

In der Diskussion kamen eine Reihe von Problemfällen mit der Anbindung zum Bahnhof Bodenwöhr zur Sprache oder die Tatsache, dass etwa die Fahrt zum Einkaufen möglich wäre, es aber keine Rückkehrmöglichkeit gäbe. Vorschläge gab es zur Schaffung einer „Landkreis-App“ nach dem Motto „Wohin du willst“ für Mitfahrer oder Carsharing. Bürgermeister Martin Birner sprach am Ende von einem „sehr engagierten Kreis“, warnte aber auch: „Die Wunschliste ist nicht unendlich erweiterbar.“ Bis Anfang 2018 sollen weitere Ergebnisse vorliegen.

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