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Gesellschaft

Frauen-Power auf der Fronberger Bühne

Politik und Kabarett prägten die Veranstaltung zum Internationalen Frauentag. Noch gibt es viele Hindernisse zu überwinden.
Von Dorothea Seitz-Dobler

Die Vertreterinnen der Unterstützerorganisationen des Schwandorfer Frauentags und die beiden Referentinnen (mit Blumensträußen), Katja Ertl und Dorothea Seitz-Dobler (von links); ganz rechts Helga Forster, die den Abend mit geplant hat.  Foto: sev
Die Vertreterinnen der Unterstützerorganisationen des Schwandorfer Frauentags und die beiden Referentinnen (mit Blumensträußen), Katja Ertl und Dorothea Seitz-Dobler (von links); ganz rechts Helga Forster, die den Abend mit geplant hat. Foto: sev

Schwandorf.Der Saal der Gaststätte in Fronberg war gut gefüllt, als es wieder einmal um die häufig missachteten Rechte und Forderungen von Frauen ging. Weltweit ist der Internationale Frauentag am Sonntag gefeiert worden – auch in der Brauereiwirtschaft im Schwandorfer Ortsteil Fronberg. Organisiert wurde die Veranstaltung unter anderem von den Gleichstellungsbeauftragten am Landratsamt und der Arbeitsagentur.

Den politischen Part übernahm Dorothea Seitz-Dobler: Die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt referierte über die Geschlechtergerechtigkeit in der Arbeitswelt. Für den kulturellen Teil war Kabarettistin Alexandra Stiglmeier eingeladen worden. Mit ihrem Programm „Stubenrein“ unterhielt sie die Zuschauer.

Die Erwerbsarbeit in Deutschland sei nach wie vor so organisiert, dass sie von einem Idealbild des in Vollzeit erwerbstätigen Arbeitnehmers geprägt ist, sagte Seitz-Dobler. Die Verfügbarkeit des Mannes für den Beruf werde nicht durch Verantwortlichkeiten in der Sorgearbeit beschränkt, also Kindererziehung und Pflege. Anders bei den Frauen, denen die Rednerin einige wichtige Tipps mit auf den Weg gab. Einer davon war: „Sorgen Sie für Ihre eigene kontinuierliche Erwerbs-Biografie, ein Mann ist keine Lebensversicherung.“

Gleichstellungsbeauftragte Helga Forster versicherte zwar, „wir sind vorangekommen in den letzten 50 Jahren“. Aber am Ziel seien die Frauen noch lange nicht: „Denn noch immer müssen Frauen jeden Tag gegen Hindernisse ankämpfen.“ Aber solange Frauen in Deutschland schlechter bezahlt würden als Männer und solange sie nicht ansatzweise die gleiche Repräsentanz in Führungspositionen und in den Parlamenten hätten „müssen wir dranbleiben, unsere Forderungen stellen, diskutieren und am Ziel der tatsächlichen Gleichstellung festhalten“.

„Frauen brauchen bei allem, was sie fordern, einen langen Atem und verlässliche Verbündete.“

Katja Ertl, DGB-Regionssekretärin Oberpfalz

Kämpferische Töne schlug auch Katja Ertl als DGB-Regionssekretärin Oberpfalz an. „Nach der in zähem Ringen erkämpften rechtlichen Gleichstellung gilt es seit dem, auch die tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft durchzusetzen.“ Und wiederholt zeige sich: „Frauen brauchen bei allem, was sie fordern, einen langen Atem und verlässliche Verbündete.“ Mit Blick auf die bevorstehenden Kommunalwahlen klagte Ertl, die bayerischen Kommunalparlamente seien eine „Männerdomäne“. Nicht einmal jedes zehnte Rathaus werde von einer Frau geleitet. Sie wies darauf hin, dass bei der letzten Kommunalwahl 2014 insgesamt 39 317 Personen gewählt wurden, davon waren 80,5 Prozent Männer. „Es gibt sogar Kommunen, die keine einzige Frau im Gemeinderat haben.“

Die bayrische Kabarettistin und Theaterautorin Alexandra Stiglmeier reflektierte nach der Pause auf der Bühne unterhaltsam die Schwächen beider Geschlechter und nahm dabei den ganz normalen Alltag auf die Schippe. Denn wenn sich die Ehemänner in der Stube „rumbelzen“, und ihr geliebtes Sofa vollbröseln, die Kinder einem den Schlaf rauben und sich in der guten Stube noch andere Stubenhocker breitmachen, helfe kein Jammern mehr: „Da muss gehandelt werden.“ (sev)

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