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Personal

Frischer Wind für das Neunburger Bauteam

Ein Generationenwechsel und die Digitalisierung stellen die neuen Mitarbeiter des Bauamts vor Herausforderungen.
Von Roland Thäder

Das Techniker-Team vom Bauamt mit Geschäftsleiter und kommissarischem Amtsleiter Georg Keil (rechts) und Bürgermeister Martin Birner (links) vor dem Rathaus. Foto: Thäder
Das Techniker-Team vom Bauamt mit Geschäftsleiter und kommissarischem Amtsleiter Georg Keil (rechts) und Bürgermeister Martin Birner (links) vor dem Rathaus. Foto: Thäder

Neunburg.Die Digitalisierung stellt auch die Verwaltung der Stadt Neunburg vor immer neue Herausforderungen. Deshalb läuft seit 2015/16 eine Umstrukturierung. Das Bauamt ist besonders betroffen. Die Techniker Karl Hartinger und Hans Reimer gehen nach Jahrzehnten in nächster Zeit in den Ruhestand. Deshalb wird das ganze Team vom Bau personell runderneuert. Die Mittelbayerische stellt es vor.

Zweimal die Woche pendelt Tobias Stibich nach Regensburg, um dort an der Bayerischen Verwaltungsschule Öffentliches Recht zu pauken. Im Moment ist Halbzeit. Der 20-jährige Pilmersrieder hat bei der Stadt Neunburg gelernt und sich auch dank seiner guten Noten angeboten, einmal in die Fußstapfen von Georg Keil zu treten.

„Tobias ist ein Glücksfall für uns.“

Bürgermeister Martin Birner

Denn der kommissarische Bauamtsleiter hat zu Jahresbeginn die Nachfolge von Peter Hartl als Geschäftsleiter übernommen. Letzteren hat es bekanntlich wegen der Berge nach Füssen gezogen. „Tobias ist ein Glücksfall für uns“, schwärmt Bürgermeister Martin Birner über den Führungsnachwuchs. In etwa zwei Jahren wird er die Ausbildung zum Verwaltungsfachwirt abgeschlossen haben. Dann hat die Doppelbelastung ein Ende.

Generationswechsel im Neunburger Bauamt

Bis dahin stehen ihm aus dem Bauteam auch die Teilzeitkräfte Agnes Leitl, Christine Schießl und natürlich Keil selbst zur Seite. „Ein Ende ist absehbar“, sagt der Geschäftsleiter der Stadt Neunburg. Mit diesem Generationswechsel an der Spitze des Bauamts ist es aber längst nicht getan. Denn für die beiden altgedienten Bautechniker musste Ersatz her. In Zeiten des Fachkräftemangels ist das gar nicht so einfach.

Mit Norbert Nietfeld kehrt ein Neunburger zurück in seine Heimatstadt. Er verstärkt als Techniker für den Tiefbau das Bauamt der Stadt. Foto: Nietfeld
Mit Norbert Nietfeld kehrt ein Neunburger zurück in seine Heimatstadt. Er verstärkt als Techniker für den Tiefbau das Bauamt der Stadt. Foto: Nietfeld

Mit Norbert Nietfeld und Markus Ippisch ist dies jedoch gelungen. Beide sind Neunburger. Ippisch ist aus Gütenland und der 54-jährige Nietfeld kehrt aus Freising in seine Heimatstadt zurück. Der Tiefbautechniker war seit Anfang der 90er Jahre in Freising bei der Autobahnmeisterei und seit 2007 als Leiter der Straßenmeisterei Taufkirchen/Vils des Staatlichen Bauamts tätig. Nietfeld wird nach der Sommerpause am 1. September seinen Dienst bei der Stadt Neunburg antreten.

Bürgermeister setzt auf Personal aus der Heimat

Bürgermeister Birner setzt bei der Personalentwicklung, sowohl bei den erfahrenen Fachkräften, als auch bei der Ausbildung, konsequent „auf Leute aus der Heimat, die auch bleiben wollen“. Da rannte er bei Markus Ippisch aus Gütenland offene Türen ein. Der gelernte Bauzeichner und Maurer mit Zusatzqualifikationen, beispielsweise zum Kranführer, hat das Metier bei der Neunburger Baufirma Steininger von der Pike auf gelernt. Jüngst hat er bei den Eckert Schulen seinen Hochbautechniker gemacht. „Die Heimatnähe ist mir wichtig“, sagt Ippisch über eine Motivation zur Stadt Neunburg zu wechseln.

Der Werdegang der Neuzugänge

  • Norbert Nietfeld:

    1982 bis 1992 Ausbildung zum Straßenmeister und Wehrdienst. Bis 2000 Autobahnmeisterei Freising. Bis 2007 Autobahndirektion Nord Dienststellenleiter Autobahnmeisterei Rehau. Ab 2007 Leiter Straßenmeisterei beim Staatlichen Bauamt Freising.

  • Markus Ippisch:

    2012 bis 2018 Ausbildung zum Bauzeichner und Maurer, Assistent der Bauleitung bei der Anton Steininger GmbH. 2015 bis 2019 Weiterbildung zum Bautechniker Hochbau bei den Eckert Schulen, Fortbildungen und Spezialfacharbeiter.

Im bisherigen beruflichen Werdegang habe er vor allem mit Baustellen zu tun gehabt. Das konnte auch mal in München sein. Im städtischen Bauamt hingegen sei die Arbeit breitgefächerter. Ob städtische Liegenschaften und Bestandsbebauung, die Klärung von Grundstücksverhältnissen oder der Denkmalschutz, alles falle in den Zuständigkeitsbereich des Bauamts. In der Folge habe er auch viel mehr mit Menschen zu tun und schätze diese Bürgernähe. Den genauen Umfang der Zuständigkeiten hat Keil für den Reporter der Mittelbayerischen auf vier DIN A4-Seiten zusammengetragen. Eine Aufzählung an dieser Stelle würde den Rahmen sprengen.

Dialog mit den Bürgern pflegen

Aber gerade der Dialog mit den Bürgern sei heute viel umfangreicher und intensiver als 1989, als Hartinger bei der Stadt angefangen hat, erinnert sich der Bautechniker. Aber das werde heute von den Bürgern auch so erwartet und sei auch von der Verwaltung so gewünscht, sagen Hartinger und Birner.

Bei Karl Hartinger vom technischen Bauamt der Stadt laufen seit 30 Jahren alle Fäden in Sachen Innerorts- und Gemeindeverbindungsstraßen zusammen. Foto: ggo
Bei Karl Hartinger vom technischen Bauamt der Stadt laufen seit 30 Jahren alle Fäden in Sachen Innerorts- und Gemeindeverbindungsstraßen zusammen. Foto: ggo

Überhaupt habe sich in den vergangenen 30 Jahren, seit Hartinger bei der Stadt Neunburg beschäftigt ist – immer im Bauamt – sehr viel verändert. Damals wurden Schriftsätze noch auf der Schreibmaschine mit Durchschlag geschrieben. Heute würden alle Lage- oder Bebauungspläne, Denkmäler und Leitungen von Breitband über Wasser zum Kanal im Geo-Info-System des Landkreises digital hinterlegt, veranschaulicht Hartinger den technologischen Quantensprung.

Die Asbestsanierung der Hauptschule, heute Mittelschule, war eines der aufwendigsten Projekte in Karl Hartingers Dienstzeit. Foto: ggo
Die Asbestsanierung der Hauptschule, heute Mittelschule, war eines der aufwendigsten Projekte in Karl Hartingers Dienstzeit. Foto: ggo

Die meiste Arbeit haben Hartinger nicht Großprojekte, wie die Schwarzachtalhalle, bereitet, die ja die Stadtwerke gebaut hat, sondern beispielsweise die Anschlüsse der Ortssteile an die Kanalisation. Dem folgte die Asphaltierung der Straßen. Auch die Planung und Erschließung von Gewerbegebieten, des Baugebiets Kröblitz mit 102 Parzellen der Bau der Südumgehung, die Sanierung der Au- und Katzdorfer Straße oder die Asbestsanierung der Hauptschule waren nicht ohne. Hier begleitete die Bauverwaltung die Arbeit der Ingenieurbüros.

Der Rathausneubau ist eine der Herausforderungen für das Bauamt in der der nächsten Zeit Foto: Architekten Steidl
Der Rathausneubau ist eine der Herausforderungen für das Bauamt in der der nächsten Zeit Foto: Architekten Steidl

Bis zur Pensionierung wird er sich Hartinger noch um die Schlussrechnungen nicht abgerechneter Projekte kümmern und die neuen Kollegen einarbeiten. Denn das Bauamt arbeitet, wie Bürgermeister Birner sagt, „auf Vollgas“. Die Arbeit wird dem Bau-Team nicht ausgehen. Der Bau neuer Feuerwehrgerätehäuser, die Schlosssanierung und der Rathaus-Neubau stehen an.

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