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Parteien

Frischer Wind für die SPD in Nittenau

Jugend und Bildung sind Schwerpunkte für den neuen Vorsitzenden Martin Grill. Das jüngste Vorstandsmitglied ist 15 Jahre.
Von Renate Ahrens

Martin Grill (Dritter von rechts) löst als Vorsitzender Michael Jäger (Vierter von rechts) ab. Peter Wein (Dritter von links) und Jürgen Kuprat (rechts) referierten über aktuelle Themen.  Fotos: Ahrens
Martin Grill (Dritter von rechts) löst als Vorsitzender Michael Jäger (Vierter von rechts) ab. Peter Wein (Dritter von links) und Jürgen Kuprat (rechts) referierten über aktuelle Themen. Fotos: Ahrens

Nittenau.Ganz einfach wäre doch Politik, so erklärt Martin Grill, seit Freitag neuer Vorsitzender der SPD-Ortsgruppe Nittenau. Politik sei nichts Abstraktes – es bedeute eine gemeinsame Lebensorganisation, und jeder Mensch sei schließlich ein Teil davon. Mehr Bürgern sollte nahegebracht werden, selbst etwas zu bewirken, wünscht sich der 40-jährige Lehrer. Eine „veraltete Mitgliederstruktur“ in allen Parteien beklagt auch Michael Jäger, bisheriger Vorstand und nun neuer Stellvertreter. „Es ist schwierig, junge Menschen für Politik zu interessieren“, berichtet er aus seiner sechsjährigen Erfahrung an der Spitze.

Kein „gutes Bild“ hätten die meisten Jugendlichen von der Politik, und doch hat es die Ortsgruppe geschafft, für den Vorstand Nachwuchs zu gewinnen – unter anderem Lorena Jäger, seine 15-jährige Tochter.

Viele Ideen in petto

Die Realschülerin der 9. Klasse freut sich auf ihre neue Aufgabe als Beisitzerin, wie sie sagt. Vorgenommen hat sie sich, mit gleichaltrigen Freunden aktuelle Themen zu besprechen und sie für Politik zu begeistern. „Das ist doch die Zukunft“, betont die junge Nittenauerin. Viele Ideen hat sie bereits, so fordert sie zum Beispiel eine bessere Bezahlung für die Berufsausbildung. Lorena Jäger selbst möchte vielleicht einmal bei der Bundespolizei arbeiten, wie sie überlegt.

Noch mehr auf junge Menschen zugehen will auch der neue Vorsitzende, und außerdem einen größeren Schwerpunkt auf die „grüne Seite“ der SPD legen, die nicht verlorengehen dürfe. Das Umweltbewusstsein sei seit den 1980er Jahren stark zurückgegangen, beklagt Grill. Zudem wünscht er sich für die Ortsgruppe „mehr Rückenstärkung von oben“. Mit MdL Franz Schindler und MdB Marianne Schieder hätte man jedoch „greifbare“ Politiker vor Ort. Ein persönlicher Meilenstein sei für Jäger die Wiederwahl des Bürgermeisters Karl Bley gewesen – bei der Mitgliederversammlung konnte Bley allerdings nicht anwesend sein, da er sich bei einer längeren Wallfahrt befand. Für die Stadt Nittenau wünscht sich der scheidende Vorsitzende, die begonnenen Vorhaben trotz klammer Stadtkasse so weiterzuführen zu können - etwa bezüglich des neuen Abwasserkonzepts, das „keiner sieht“, oder den Breitbandausbau. 

Abwasserversorgung wird teuer 

Grill blickt bereits außerdem auf die Realisierung der Umgestaltung der Angerinsel, die auch Thema des Referats von 3. Bürgermeister Jürgen Kuprat aus der Stadtratsarbeit war. Anfang des Jahres hätte der Haushalt einiges Kopfzerbrechen bereitet, so blickte Kuprat zurück. Zum Glück seiein die Einnahmen aus der Gewerbesteuer doch höher ausgefallen als erwartet. Schließlich habe man einiges an Investitionen vor, der Breitbandausbau in den Ortsteilen wurde unter anderem bereits begonnen. Noch zwei große Bauabschnitte habe man bei der Abwasserversorgung vor sich – dieses Geld werde „im Erdboden vergraben“, so Kuprat, doch dies sei unerlässlich, ebenso wie die energetische Sanierung des Rathauses, bei der nun kürzlich die Fenster ausgetauscht wurden.

Eine zweite Notgruppe?

Auch in die Kinderbetreuung, so Kuprat, sei viel investiert worden – doch das sei auch erforderlich. Selbst die Notgruppe des Kindergartens in der Fischbacher Straße sei komplett belegt und man überlege sogar, eine zweite zu eröffnen.

Eine Diskussion in der Ortsgruppe löste außerdem die marode große Regenbrücke aus. Die Planungen, für die das Straßenbauamt zuständig seien, wären nun abgeschlossen. Insgesamt vier Jahre werde die Sanierung inklusive dem Hochwasserschutz dauern, und es sei nicht sicher, ob die Brücke zeitweise sogar ganz für den Verkehr gesperrt werden müsse. 

Einen flächendeckenden Breitbandausbau forderte auch Peter Wein, Direktkandidat für den Landtag und Burglengenfelder Stadtrat. Als weitere Themen nennt der 30-jährige Sicherheit, Bildung und dauerhafte Stärkung des ländlichen Raumes. Für ihn lebe Demokratie vom Mitmachen, er selbst möchte dafür ein Signal setzen. „Die momentanen Umfragezahlen der Bayern-SPD tun weh“, räumt Wein ein. Von zurzeit 13 Prozent will er auf „mindestens 20“ kommen, wie er betont. „Noch haben wir viel Zeit.“

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„Wahlmarathon“ bei der SPD Nittenau

  • Vorstand komplett neu gewählt:

    Mit nur einer Enthaltung und 16 Ja-Stimmen wurde der 40-jährige Berufsschullehrer Martin Grill zum Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Nittenau gewählt. Zum Vertreter wurde der bisherige Vorsitzende, Michael Jäger, bestimmt. Bis Juni 2016 war Jäger Fraktionschef seiner Partei im Stadtrat gewesen.

  • Die weiteren Funktionen:

    Kassier: Otto Götzer; Schriftführer: Michael Jäger; Orga-Leiterin: Karin Fink; Bildung: Bruno Wagner; Seniorenbeauftragter: Karl-Heinz-Winkler; Juso-Vertreter: Christian Seebauer; AsF-Vertreter: Marion Kammer; Beisitzer: Karl-Rudolf Bornas, Dominik Brandl, Fritz Goldammer, Werner Götzer, Sabine Grill-Götzer, Lorena Jäger, Diana Jobst, Josef Seebauer, Andreas Wandera, Ilse Weber. Revisoren: Anne Bley, Hans Wittmann

  • Mitgliederzahl:

    Die SPD Nittenau besteht aktuell aus 53 Mitgliedern.

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