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Region Schwandorf
Sonntag, 22. Juli 2018 22° 4

Natur

Für mehr Sicherheit am Naabufer

Das Wasserwirtschaftsamt lässt auf Höhe des Volksfestplatzes in Schwandorf alte Weiden stutzen. Schilder warnen Passanten.
von Cornelia Lorenz

Eine ganze Reihe von alten Weiden an der Naab sind nach Ansicht der Stadt und des Wasserwirtschaftsamts zur Gefahr für Passanten geworden. Deshalb werden die Bäume auf Höhe des Volksfestplatzes derzeit zurückgeschnitten. Foto: Lorenz
Eine ganze Reihe von alten Weiden an der Naab sind nach Ansicht der Stadt und des Wasserwirtschaftsamts zur Gefahr für Passanten geworden. Deshalb werden die Bäume auf Höhe des Volksfestplatzes derzeit zurückgeschnitten. Foto: Lorenz

Schwandorf.Spaziergänger, die in Schwandorf gern auf dem Promenadenweg an der Naab unterwegs sind, müssen sich derzeit auf Höhe des Volksfestplatzes auf Behinderungen einstellen: Das Wasserwirtschaftsamt lässt dort am Uferstreifen eine ganze Reihe von zum Teil kernfaulen Bäumen zurückschneiden. „Das ist kein Kahlschlag, sondern eine Pflegemaßnahme“, sagt Hans Pickelmann, Leiter der Flussmeisterstelle Kümmersbruck. Sie sei nötig geworden, um die Sicherheit der Passanten zu gewährleisten.

Konkret geht es um den Uferstreifen zwischen der Naabbrücke und der Eisenbahnbrücke. Eigentümer ist der Freistaat Bayern. Er muss deshalb auch für die Verkehrssicherheit sorgen. Diese sei nicht mehr gewährleistet gewesen, sagt Pickelmann. Der Grund: Die großen alten Bruchweiden an der Naab seien mittlerweile sehr groß, alt und zum Teil bereits kernfaul. Die Gefahr, dass zum Beispiel durch Schneelast Äste, die über den Fußweg reichen, abbrechen und zufällig vorbeikommende Spaziergänger verletzten, sei mittlerweile einfach zu groß geworden, sagt Pickelmann.

Pflegemaßnahmen angeordnet

Bereits im Vorfeld hatten Mitarbeiter des Schwandorfer Bauhofs schon ab und zu einzelne Äste weggesägt, doch damit ließ sich das Grundproblem nicht lösen. Um es mit der Wurzel zu beseitigen, ordnete das Wasserwirtschaftsamt für den kompletten Uferabschnitt nun Pflegemaßnahmen an.

Mit schwerem Gerät werden die Äste entfernt. Foto: Lorenz
Mit schwerem Gerät werden die Äste entfernt. Foto: Lorenz

Pickelmann ist es wichtig, dass die Bevölkerung die laufenden Arbeiten auch als solche versteht und nicht etwa als bloße Beschädigung an einem alten und gesunden Baumbestand. Einigen der Bäume setzt nicht nur das Alter zu, sondern auch der Biber. Sie würden laut Pickelmann aufgrund der Schäden in ihrer Wachstumsschicht zwischen Rinde und Holz in absehbarer Zeit absterben. Würde man seinen Worten zufolge mit Pflegemaßnahmen noch warten, würden die bereits bestehenden Schäden an den Bäumen noch viel größer und eine Regeneration aus eigener Kraft unwahrscheinlich.

Zum jetzigen Zeitpunkt dagegen kann laut Pickelmann noch die praktische Eigenart der Bruchweiden genutzt werden, die auch unter dem Namen „Knack-Weiden“ bekannt sind: Werden sie rechtzeitig zurückgeschnitten, egal ob nur wenig oder massiv, treiben sie schnell wieder aus. In ein bis zwei Jahren, schätzt der Experte, werden die jetzt gekürzten Bäume wieder voller frischer Triebe sein.

Schatten ist für das Ufer wichtig

Durch den Rückschnitt der Bruchweiden erhalten aber auch andere Baumarten eine bessere Chance, sich am Ufer zu etablieren. „Dann kommen Esche, Eiche und Ahorn nach – das ist wertvoll für die Beschattung des Wassers“, sagt Pickelmann. Denn solche Arten halten mit ihrem dichten Blattwerk die Sonneneinstrahlung vom Ufer besser fern als die Weiden. Das sei wichtig, um im Sommer eine zu starke Erwärmung des Wassers im Uferbereich und dadurch das Wachstum von Algen zu bremsen. Bis sich der Bewuchs am Naabufer nachhaltig verändert, wird einige Zeit vergehen.

Parkplätze sollen freigehalten werden

  • Das Wasserwirtschaftsamt

    bittet alle Verkehrsteilnehmer, die ihre Fahrzeuge am Volksfestplatz abstellen, darum, die Hinweisschilder zu beachten: Die Parkplätze direkt am Naabufer sollten während der Baumpflegearbeiten freigehalten werden.

  • Nur so können die Mitarbeiter

    der beauftragten Firma ohne Probleme den Uferbereich ansteuern – und nur so ist auch gewährleistet, dass parkende Fahrzeuge nicht durch herabfallende Äste beschädigt werden.

Das Wasserwirtschaftsamt Weiden behält aber nicht nur diesen Abschnitt der Naab im Blick, sondern ist insgesamt für rund 800 Kilometer Flussufer zuständig. Im Landkreis Schwandorf geht es um Flächen an der Schwarzach, der Murach, dem Fensterbach, dem Haselbach und der Ascha. Bei rund einem Drittel der 800 Fluss-Kilometer hat das Wasserwirtschaftsamt für die Verkehrssicherheit zu sorgen, schätzt Pickelmann. Die kritischen Stellen sind bei der Behörde alle im sogenannten Baumkontrollbuch vermerkt und müssen regelmäßig begutachtet werden, um Gefahren zu vermeiden.

Die aktuellen Arbeiten auf Höhe des Volksfestplatzes werden voraussichtlich noch einige Zeit dauern, denn die Mitarbeiter der beauftragten Firma müssen sich mit ihren Motorsägen und dem Hubsteiger noch bis zur Naabbrücke vorarbeiten. Das schlechte Wetter trägt logischerweise nicht gerade zu einem störungsfreien Ablauf bei.

Vögel nicht stören

Laut Plan des Wasserwirtschaftsamtes sollen im Anschluss noch Baumpflegearbeiten im Bereich des Dachelhofer Wehrs stattfinden. Das ist aber nur möglich, wenn sie bis zum 28. Februar beendet sind. Der Grund: Das Naturschutzgesetz verlangt, dass vom 1. März bis zum 30. September solche gravierenden Aktionen zu unterbleiben haben, um Vögel nicht beim Nisten und Brüten zu stören. Deshalb war es dem Wasserwirtschaftsamt auch so wichtig, die Arbeiten auf Höhe des Volksfestplatzes noch vor dieser sensiblen Zeit abzuschließen.

Passanten, die an der Naab entlang spazieren, müssen vor Ort noch eine Zeit lang mit Beeinträchtigungen leben und ausweichen: Der Fußweg wird aufgrund der Arbeiten im Uferbereich immer abschnittsweise gesperrt und steht in dieser Zeit aus Sicherheitsgründen nicht zur Verfügung. Eine Reihe von Schildern weist auf die Beeinträchtigungen für Passanten und für die Autofahrer hin.

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