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Unterhaltung

Furioser Auftritt der „Feierwehrkapelln“

Das Starkbierfest der FFW Haselbach kam bestens an. Die „Kapelln“ hat ein großes Vorbild, aber einen eigenen Stil.
Von Alfred Merl

Die „Hoslbocher Feierwehrkapelln“ legte einen grandiosen Auftritt hin. Foto: Alfred Merl
Die „Hoslbocher Feierwehrkapelln“ legte einen grandiosen Auftritt hin. Foto: Alfred Merl

Schwandorf.Über ein volles Haus konnte sich Christian Mändl, der Vorsitzende der FFW Haselbach, beim Starkbierfest im Sportheim freuen. Er ermunterte diejenigen, die möglicherweise heute zu den „Derbleckten“ gehören würden, dies nicht allzu ernst zu nehmen, denn schließlich hätten sie auch den Grund dafür geliefert. Nachdem Ortssprecher Alfred Merl das erste Fass Bockbier angezapft hatte, erläuterte Peter Neidl von der Schlossbrauerei Naabeck die Vorzüge des Fastengetränks, das „sechs Wochen lang bei minus ein Grad gereift ist und nun mit einem Alkoholgehalt von 6,5 Prozent als vollmundiges Bockbier“ zum Ausschank kommt“.

Attraktion war natürlich der mit Spannung erwartete Auftritt der „Hoslbocher Feierwehrkapelln“ unter Leitung von Stefan Pirzer, bekannt auch als Fastenprediger Bruder Stephanus und im Feuerwehrdienst 2. Kommandant der örtlichen Wehr. Er machte es aber spannend, denn er kam erst mal nur allein auf die stilecht geschmückte Bühne.

„Lieber in Schwandorf“

Ausgestattet mit dem „falschen“ Monolog, wähnte er sich beim Starkbierfest in Schwandorf und zog über das „Bergdorf Haselbach“ her: „Umrahmt von Schweine- und Rinderzucht, Biogas und Mülldeponie, vollgestellt mit Traktoren und Containern, Ortssprecher und Stadtrat mit niederem IQ – da bin ich lieber in Schwandorf, als in Haselbach“, resümierte er.

Der „Spiritus Rector“ der Kapelle, Stefan Pirzer Foto: Merl
Der „Spiritus Rector“ der Kapelle, Stefan Pirzer Foto: Merl

Den Irrtum bemerkend, schwenkte er aber blitzschnell um und pries die Vorzüge Haselbachs: „Idyllisch am Bach gelegen, mit schönem Dorfplatz und alter Kirche, einem Dorfwirtshaus voller Leben, Ortssprecher und Stadtrat, die was auf dem Kasten haben – da ist die Welt noch in Ordnung“. Nachdem auch Oberbürgermeister Andreas Feller eingetroffen war, bekam dieser die Licht- und Schattenseiten Schwandorfs präsentiert.

Optischer Hingucker

Dann marschierte die komplette Feierwehrkapelln ein, in voller Montur, optisch ein Hingucker und musikalisch auf Zack. Um es vorwegzunehmen: Die beiden Auftritte waren hervorragend und wurden begeistert aufgenommen. Dies ist umso mehr zu würdigen, als natürlich das große Vorbild, die „Altneihauser Feierwehrkapelln“, beim Publikum in Gedanken präsent ist. Und weil die „Altneihauser“ einzigartig und nicht kopierbar sind, haben die „Hoslbocher“ versucht, ihren eigenen Stil zu finden – was ihnen auch überzeugend gelungen ist.

Die „Hoslbocher Feierwehrkapelln“

  • Instrumente:

    1. Trompete: Hans Elsperer, 2. Trompete: Andreas Schwab, Posaune: Tobias Müller, Saxophon: Johannes Heck, Steirische Harmonika: Sebastian Müller, kleine Trommel: Michael Schwab, große Trommel: Michael Birzer;

  • Kapellmeister:

    Stefan Pirzer. (sam)

„Spiritus Rector“ Stefan Pirzer hat aus aktiven und reaktivierten Musikanten eine Gruppe geschmiedet, die nicht nur musikalisch beeindruckte, sondern auch schauspielern konnte und sich für keinen Scherz zu schade war. Mit humorvollen Versen stellte er seine sieben „Falschspieler“ vor: „Nun kommt, um Haselbach zu erhellen, die Hoslbocher Feierwehrkapellen“.

Und „erhellt“ wurde dann ordentlich beim zweiten Teil des Auftritts gemäß der Ansage: „… die Kapelle ärgert sich über Publikum mit wenig Intelligenz herum“. So mancher musste etwas über sich ergehen lassen, musste sich ein früheres Missgeschick anhören. Doch die Reime waren alle moderat und zudem passend eingebaut in viele Musikstücke: vom Gamsgebirgsmarsch über den Rehragout-Boarischen bis hin zum Erzherzog-Albrecht-Marsch. Unerwarteter Höhepunkt des Abends war die Bayern-Hymne, vom Publikum stehend mitgesungen und gespielt von einer grandiosen „Hoslbocher Feierwehrkapelln“.

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