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Region Schwandorf
Sonntag, 23. September 2018 22° 7

Konzert

„Geist von Banz“ in der Region

Die „Songs an einem Sommerabend im Murnthal“ zauberten eine Atmosphäre wie am bekannten Festival in Franken herbei.

Viele Besucher waren mit Campingstuhl und Picknickdecke zur Wiese an der Schwarzach gekommen. Foto: Wolfgang Gräß
Viele Besucher waren mit Campingstuhl und Picknickdecke zur Wiese an der Schwarzach gekommen. Foto: Wolfgang Gräß

Neunburg. Vor traumhaft schöner Naturkulisse und bei idealem Wetter erlebten rund 280 Musikbegeisterte das erste Picknick-Konzert „Songs an einem Sommerabend im Murnthal“. Es war weder zu heiß noch zu kühl, ein laues Lüftchen wehte, die Stimmung war locker-entspannt. Gäste aus Nah und Fern hatten Klappstühle und –tische mitgebracht, die meisten ließen sich aber auf der Wiese neben der Schwarzach nieder, packten ihre Rucksäcke aus oder deckten sich an den Verpflegungsständen ein.

Jürgen Zach, der Konzertorganisator, „Just One More“-Frontmann und Contigo-Chorleiter, machte kein Geheimnis daraus, wo das Vorbild für dieses Musikereignis zu verorten ist. Wer „Songs an einem Sommerabend“ im Kloster Banz einmal live erlebte, schwärme immer von diesem Flair. Diesem vor drei Jahrzehnten aus der Taufe gehobenen Kult-Festival der Liedermacher konnte er als aktiver Bandmusiker 2002 beiwohnen – im Vorprogramm von Auftritten namhafter Künstler wie Haindling, STS oder Stefanie Werger.

„Diesen Abend“, so Zach wörtlich, „bestreiten nicht viele verschiedene Künstler, die ihre Songs zum Besten geben, sondern eine Band und ein Chor, welche die zeitlosen Songs der Liedermacher für und mit Ihnen singen und spielen“: Cyrus Saleki (Gitarre), Christian Schmid (Bassgitarre), Jürgen Rohr (Schlagzeug) und Bernhard Müllers (Piano, Akkordeon, Oboe) sowie der Chor Contigo.

Auftakt mit Konstantin Wecker

„Wenn der Sommer nicht mehr weit ist“, mit diesem Konstantin-Wecker-Song aus dem Jahr 1976 stieg die Band „Just One More“ ins Abendprogramm ein. Danach machten sie die Zuhörer mit Mario Hene bekannt. Der gebürtige Berliner kam zur Orgelbauerlehre nach Bayern und begann zum Liederschreiben, „weil er als Studiosänger die seichten Texte nicht mehr hören konnte“. Im 1980 komponierten Song „Jeder malt ein anderes Bild von mir“ geht es um den Unterschied zwischen der Fremdeinschätzung und einer manchmal völlig anderen Eigensicht. „Contigo“, das vor 18 Jahren gegründete und eigentlich auf das Neue Geistliche Lied spezialisierte Neunburger Chorensemble, steuerte bei seinem ersten Auftritt das Hannes-Wader-Chanson „Schon so lang“ bei.

Im Text finden sich gesellschaftskritische Ansätze und Bezüge zur Friedensbewegung der siebziger Jahre. Wirkungsvoll kontrastierte dazu Hubert von Goiserns Liebeslied „Weit weit weg“ aus dem Jahr 1992.

Der begnadete Liedermacher Klaus Hoffmann war mit drei Titeln im Murnthal-Programm präsent: „ Was gehen mich eure Götter an“, „Alle Kinder dieser Erde“ und nach der Pause „Die Antwort der Blumen“ (zu hören auch bei der musikalischen Lesung „1918 – Die letzte Nacht“ am 26. September in der Spitalkirche). Dass „dolce“ Italienisch und „derbes“ Oberpfälzisch in diesem Freiluftkonzert glänzend harmonierten, wiesen Liedvorträge wie Angelo Branduardis „La pulce d´aqua“ (Der Wasserfloh, der deinen Schatten gestohlen hat) und Zach’sche Eigenkompositionen wie „I woaß“ oder „Nachts im Wald“ (nach einem Text des Amberger Dichters Friedrich Bandl) beeindruckend nach.

EinHauchvonSimon&Garfunkel

Da stand auch Englisch keineswegs im Abseits. Das englische Traditional „Scarborough Fair“, weltweit bekannt gemacht durch die Simon & Garfunkel-Version, markierte den emotionalen Höhepunkt – und dies in einer neuesten Fassung mit der jungen Vokalsolistin Anna Lottner aus Neunburg.

Erst gegen Konzertende folgte der „Klassiker“ der deutschen Liedermacherszene: Reinhard Mey. Einfühlsam und gekonnt interpretierte Contigo dessen Erfolgstitel „Ich wollte wie Orpheus singen“. Und als ultimative Zugabe versetzte „Gute Nacht, Freunde!“ in einen kollektiven Rausch der Begeisterung, welcher sich in einem donnernden Schlussapplaus entlud. Initator Zach sollte auch in seinem Abschiedsgruß recht behalten: „Der heutige Abend soll einmalig bleiben in unseren Köpfen und Herzen“. (su)

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Viele halfen mit

  • Wunschtraum: Zachs Wunschtraum, den Geist von Banz nach Neunburg zu holen, erfüllte sich.

  • Sponsoren:

    Durch das Entgegenkommen der Besitzerfamilie Kopp-Marz vom Seminarium Untermurnthal sowie dank Unterstützung durch lokale Organisationen wie Technisches Hilfswerk und Kunstverein Unverdorben sowie Sponsoren aus der heimischen Geschäftswelt wurde der Traum wahr.

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