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Region Schwandorf
Freitag, 23. Februar 2018 2

Menschen

Geldspritze für die Bereitschaft des BRK

Spender ist der Premberger Franz Pretzl. Seine Geste ist ein Dank an die Ehrenamtlichen, die ihm 2015 das Leben retteten.
Von Thomas Rieke

Scheckübergabe: Franz Pretzl (Mitte) spendet der BRK-Bereitschaft 1000 Euro, rechts Bereitschaftsleiter Horst Singerer, links taktischer Leiter Tobias Singerer Foto: Schaller

Teublitz.Zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr ist das Risiko für Männer, einen Herzinfarkt zu erleiden, angeblich am größten. Der Laie mag sich denken: Klar, für all jene, die zu viel Speck auf den Rippen haben und sich kaum bewegen, mag dies sicher zutreffend sein. Aber wer auf sein Gewicht achtet, nicht raucht und auch noch regelmäßig Sport treibt, ist auf der sicheren Seite.

„Ohne jede Vorwarnung“

Denkste. Ein Gegenbeispiel ist Franz Pretzl. Der Premberger ist der Gründervater der bärenstarken Triathlontruppe innerhalb der TV-Leichtathletikabteilung. Vor fast zehn Jahren feierte der damals 49-Jährige einen seiner größten Erfolge. Auf der Insel Maui auf Hawaii holte er sich im XTerra Cross-Triathlon in seiner Altersklasse den Weltmeistertitel. Dafür durfte er sich ins Goldene Buch der Stadt Teublitz eintragen; die ganze Stadt war sozusagen stolz auf ihr sportliches Aushängeschild.

Doch am 11. Mai 2015 hat es auch diesen Vorzeigeathleten erwischt. „Ohne jede Vorwarnung“, wie er noch heute glaubt. Pretzl war in der Mittagszeit auf seinem Rennrad unterwegs. „Ich wollte nur ein bisserl spazierfahren, weil ich schon am Vortag trainiert hatte.“

Die ausgewählte Strecke von Premberg nach Teublitz und weiter Richtung Katzdorf und Loisnitz ist brettleben und schon deshalb für einen wie Pretzl eigentlich alles andere als eine Herausforderung.

Doch plötzlich schwanden ihm die Kräfte, das Luft holen fiel schwerer. Er legte eine kurze Pause ein, setzte sich hin, trank etwas, doch es wurde nicht besser. Spätestens jetzt schrillten innerlich die Alarmglocken. Doch was tun auf freier Strecke? Ganz wacklig auf den Beinen kletterte Pretzl wieder auf sein Rad und schaffte es „gerade noch“ zu einem Freund. Der erkannte den Ernst der Lage glücklicherweise sofort und rief den Notarzt. Mitglieder der BRK-Bereitschaft, sogenannte Hintergrundretter, brachten Pretzl ins Krankenhaus, wo alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen wurden.

Letztlich hatte der Premberger wohl doch einen Schutzengel. Immerhin hat er überlebt und ist längst wieder soweit hergestellt, dass er sich wie ein Breitensportler betätigen – und als Trainer sein Wissen weitergeben kann. Wettkämpfe sind freilich tabu, und bis Pretzl akzeptiert hatte, dass er es insgesamt etwas ruhiger angehen sollte, dauerte es seine Zeit.

„Wenn ich den 60. erlebe...“

In der obligatorischen Reha hatte der damalige Zollbeamte viel Zeit, über so manches nachzudenken. Und in dieser Phase reifte der Entschluss, sich bei der Institution erkenntlich zu zeigen, die an seiner Rettung maßgeblich beteiligt war: der BRK-Bereitschaft. „Wenn ich meinen 60. Geburtstag erreiche, spende ich einen etwas größeren Betrag.“

Anfang dieses Monats war’s soweit: Pretzl feierte seinen „Runden“. 80 Gäste hatte er geladen, und vorher die Parole ausgegeben, dass er statt persönlicher Geschenke lieber eine Spende für den genannten Zweck erhoffte. So kamen 1000 Euro zusammen, welche Pretzl dieser Tage an den Chef der BRK-Bereitschaft, Horst Singerer, und dessen Sohn Tobias überreichte.

Dass Pretzl speziell die BRK-Bereitschaft unterstützen wollte, liegt auch daran, dass ihn das damals benutzte Einsatzfahrzeug irritierte. Die Unterstützergruppe (UG) Rettungsdienst, so die offizielle Bezeichnung der „Hintergrundretter“, war mit einem 14 Jahre alte Benz angerückt, der 240000 Kilometer auf dem Tacho hatte. Es sah also danach aus, als könnte die Bereitschaft Geld gebrauchen, um sich Ersatz anzuschaffen. Tatsächlich ist genau dies bereits ein Vierteljahr nach Pretzls Erkrankung geschehen. Über den Rettungsdienst erwarb die Bereitschaft einen gebrauchten Sprinter, der nun auch schon wieder viele Einsätze absolviert hat. Im Schnitt sind die Hintergrundretter 180 Mal im Jahr unterwegs.

Hintergrundhelfer

  • Die Unterstützungsgruppe

    Rettungsdienst ist das Sicherheitsnetz im Hintergrund. Eine Gruppe von rund 40 Ehrenamtlichen steht 365 Tage im Jahr rund um die Uhr Gewehr bei Fuß, um auszurücken, wenn der Rettungswagen der Profis bereits im Einsatz ist.

  • Im August 2015

    wurde als „neues“ Fahrzeug ein gebrauchter Sprinter beschafft. Neben verschiedenen Firmen half auch das Michael-Fischer-Gymnasium durch ein Konzert bei der Finanzierung. Wer die Arbeit der Bereitschaft unterstützen möchte, kann spenden: Sparkasse im Landkreis, Konto 760 010 488

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