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Politik

Gemeinderat missbilligt Schwarzbau

Der Steinberger Surfclub errichtete am Seeufer eine Holzhütte, ohne die Genehmigung dafür einzuholen. Nun droht der Rückbau.
Von Rudolf Hirsch

In seiner Sitzung missbilligte der Gemeinderat das Vorgehen des 1. Steinberger Surfclubs, der ohne Genehmigung am Ufer des Steinberger Sees ein Holzgebäude errichtet hatte.  Foto: Rudolf Hirsch
In seiner Sitzung missbilligte der Gemeinderat das Vorgehen des 1. Steinberger Surfclubs, der ohne Genehmigung am Ufer des Steinberger Sees ein Holzgebäude errichtet hatte. Foto: Rudolf Hirsch

Steinberg am See.Vor 30 Jahren siedelte der 1. Steinberger Surfclub an der Uferpromenade des Steinberger Sees an, pachtete das dortige Gelände und schloss mit der Gemeinde einen Erbbaurechtsvertrag ab. Am 1. Juni 2019 eröffnete dort eine gewerbliche Wassersportschule und weihte bei dieser Gelegenheit eine Unterstellhütte ein. Das Problem: Der Verein hatte für den Bau dieses Holzgebäudes keine Genehmigung eingeholt.

Bürgermeister Harald Bemmerl missbilligte dieses Vorgehen in einem Schreiben an den Verein und und bekam nun eine Antwort. Sie bestand aus einem nachträglichen Antrag und einer Skizze des Bauwerks, die allerdings nicht von einer „planvorlageberechtigten Person“ unterzeichnet war, wie der Bürgermeister bei der Sitzung des Gemeinderates am Dienstag bekanntgab. Er war sich mit den Gemeinräten einig, „dass wir den Antrag in dieser Form nicht akzeptieren können“.

„Für den Bereich, auf dem das Holzgebäude errichtet wurde, ist keine Bebauung vorgesehen.“

Harald Bemmerl, Bürgermeister

Für den gesamten Bereich des Steinberger Sees bestehe ein Bebauungsplan, in dem die Nutzung und Gestaltung der Gebäude beschrieben seien. Harald Bemmerl stellte fest: „Für den Bereich, auf dem das Holzgebäude errichtet wurde, ist keine Bebauung vorgesehen“. Der Verein hätte demnach eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans beantragen müssen.

Die letzte Entscheidung liegt beim Landratsamt

Der Gemeinderat fordert den Antragsteller nun auf, „einen ordentlichen Antrag zur isolierten Befreiung“ zu stellen. Der Bürgermeister und die Fraktionssprecher signalisierten aber gleichzeitig, dass sie auch einen „ordnungsgemäßen Antrag“ ablehnen werden, weil an dieser Stelle keine Bebauung vorgesehen sei. „Die letzte Entscheidung liegt aber beim Landratsamt“, sagt Bemmerl. Sollte die zuständige Bauaufsichtsbehörde die Meinung des Steinberger Gemeinderates teilen, wird der Verein die Hütte wohl wieder entfernen müssen.

Der 1. Surfclub Steinberger See zählt 260 Mitglieder. Zu ihnen gehört auch Irene Hirsch aus Kümmersbruck, die im Verein die Funktion des Sportwartes ausübt und im Juni die gewerbliche Wassersportschule „4 Sailors“ eröffnet hat. Sie bietet Kurse für Windsurfen, Standup-Paddling und Schwimmen im freien Wasser an. Die Teilnehmer bekommen am Ende ein Zertifikat des Dachverbandes „Welt-Wassersport-Schulen“.

Weitere Themen im Steinberger Gemeinderat

  • CSU-Antrag für Verzicht auf Glyphosat: Die CSU-Fraktion stellte im August den Antrag auf Verzicht von Glyphosat auf gemeindeeigenen Flächen. „Die Gemeinde hat derzeit nur einem Pächter ein Grundstück zur wirtschaftlichen Nutzung überlassen“, stellte Bürgermeister Bemmerl fest. Der Pachtvertrag endet am 30. Juni 2020. In den neuen Vertrag soll die Zusatzvereinbarung einfließen, dass kein Pflanzenschutzmittel der Marke Glyphosat ausgebracht werden dürfe. Der Bauhof verwende schon seit drei Jahren kein Glyphosat mehr, erklärt der Bürgermeister.
  • Hundebadeplatz am Steinberger See: Die Gemeinde will einen eigenen Hundebadeplatz am Steinberger See ausweisen und ist auf der Suche nach einem geeigneten Standort. Bemmerl bekommt immer wieder Beschwerden von Badegästen über Hundebesitzer zu hören, die ihre Vierbeiner „an allen möglichen und unmöglichen Stellen“ ins Wasser lassen. „Wir wollen hier kein Verbot aussprechen, sondern den Hundebesitzern ein Angebot machen“, sagte er. Er selbst favorisiert den Bereich, auf dem einmal ein Tretbootcenter entstehen sollte. Die dortigen Ruinen wurden mittlerweile zurückgebaut. In der Sitzung am Dienstag kamen aber auch andere Vorschläge zur Sprache. Deshalb wurde die Verwaltung mit der Suche nach einem geeigneten Standort beauftragt. Der Gemeinderat werde sich in einer der nächsten Sitzung erneut mit dem Thema beschäftigen.
  • Antrag auf Befreiung von Festsetzungen des Bebauungsplans: Bauherr Josef Duschner stellte den Antrag auf Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans in der Dr.-W.-Scharf-Straße. Sein Einfamilienhaus mit Garage weicht im Seitenverhältnis, bei der Dacheindeckung und der Dachneigung vom Bebauungsplan ab. Der Gemeinderat stimmte zu.

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