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Überraschung

Gesche und Schneeberger machen Rennen

Thomas Gesche und Gerhard Schneeberger gehen in Burglengenfeld in die Stichwahl. SPD-Kandidat Bernhard Krebs erlitt eine herbe Niederlage mit Platz 3.
Von André Baumgarten

Am 30. März müssen diese beiden in Burglengenfeld in die Stichwahl: Thomas Gesche (CSU) und Gerhard Schneeberger (BWG). Foto: Baumgarten

Burglengenfeld. Punkt 19.24 Uhr reichten sich die zwei vorläufigen Sieger im Rennen um das Amt des Bürgermeisters die Hand. Passenderweise im Rathaussaal, begleitet von Applaus und Glückwünschen, die von allen Seiten auf sie einprasselten. „Sachlich und fair wollen wir bleiben“, wird gesagt, „dann soll der Bessere gewinnen.“ Zuvor waren bei einigen schon Tränen geflossen, die das Herzschlag-Finale im Wahlkampf hautnah miterlebten – ob nun Schneebergers Frau oder eine Mitstreiterin von Gesche. Rund 200 Menschen verfolgten die Ergebnisse auf der Leinwand im Rathaussaal mit. Meist still, Beifall gab es nur von den jeweiligen Lagern.

Für Überraschung sorgte dieses Ergebnis allemal – wenngleich sich der Trend dahin durch alle Wahlbezirke schon angekündigt hatte. Schon nach den ersten Ergebnissen aus dem Umland lag BFB-Kandidatin Ulrike Feldmeier weit abgeschlagen. Für SPD-Kandidat Bernhard Krebs wurde die Wahl zu einer erdrutschartigen Niederlage. Er landete nur auf Platz 3. CSU-Kandidat Thomas Gesche holte in 19 der 26 Wahlbezirke die Mehrheit – in drei sogar die absolute Mehrheit. BWG-Kandidat Gerhard Schneeberger konnte in sieben Wahlbezirken die Mehrheit holen. In Büchheim holten die beiden Mitbewerber von Gesche und Schneeberger gar keine Stimmen, in Lanzenried beide miteinander gerade einmal acht Stimmen.

„Ich bin sehr sehr glücklich über dieses überzeugende Votum“, sagte Gesche der MZ in einem ersten Gespräch. „Den ersten Wahlgang habe ich klar gewonnen –das zeigt, dass der Wechsel gewollt ist.“ Und den gebe es nur mit der CSU, betonte der 29-Jährige. Den „fairen Wahlkampf und die besseren Argumente“ sah der Sieger des ersten Wahlganges als die Hauptgründe dafür. Jetzt zähle es richtig; die Planungen für die Stichwahl müssten schnell umgesetzt werden. Für den 30. März ist er überzeugt, „weit über 50 Prozent“ zu holen.

Für Gerhard Schneeberger war die Stichwahl „bei vier Kandidaten keine große Überraschung“, wie er betonte. Die Ergebnisse zeigten aber auch, dass es noch viel zu tun gibt in den nächsten zwei Wochen. „Wir müssen den Menschen in Burglengenfeld aufzeigen, dass es um sie selbst geht“, sagte der 49-Jährige. Ein Hauptaugenmerk will er deshalb auf konkrete Konzepte legen. „Wahlkampfgetöse haben wir genug gehört; jetzt müssen Fakten überzeugen“, erklärte Schneeberger. Und davon habe die BWG „auch ohne Abschreiben“ mehr als genügend.

Nach Internetausfällen wurde das Warten auf die Ergebnisse für den Stadtrat zur Nervenprobe. Hier zeichnete sich ab Mai ein bunteres Bild ab: 28,32 Prozent für die CSU (6 Sitze), 27,82 Prozent für die SPD (7 Sitze), 22,17 Prozent für die BWG (5 Sitze), 9,98 Prozent für die Freien Wähler Land (3 Sitze), 7,15 Prozent für das BFB (2 Sitze) und 4,56 Prozent für die Grünen (1 Sitz; Stand: 23.50 Uhr bei 23 von 26 Stimmbezirken).

„Ich hatte gehofft, dass Frauen Frauen wählen“, zog die Bürgermeisterkandidatin des Bürgerforums, Ulrike Feldmeier, ihr Resümee. „Es ist bitter, zu verlieren“, räumte sie ein. Gründe für die herbe Niederlage mit 4,2 Prozent (259 der 6191 Wählerstimmen) sah sie in der Tatsache, dass jahrelang geforderte Themen des BFB von den anderen Parteien übernommen wurden. „Da war kein Platz mehr für uns“, sagte sie. Klar sprach sie sich in ihrer Empfehlung für den CSU-Kandidat Thomas Gesche aus. SPD-Kandidat Bernhard Krebs sagt: „Glückwunsch an die Herren Gesche und Herr Schneeberger. Ich akzeptiere den Willen der Wähler.“ Es gebe nichts zu beschönigen: „Das ist eine bittere Niederlage“, für die er die volle Verantwortung übernehme. Die Gründe wollte oder konnte Krebs am Wahlabend nicht weiter kommentieren. „Ich habe mich nicht verbogen aus politischem Kalkül.“ Den Wahlkampf würde er jederzeit wieder so führen. „Weil wir so sind“, sagte er.

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