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Kommunalwahl

Glatzl schlug moderate Töne an

Der Burglengenfelder verzichtete auf Kritik an politischen Widersachern. Er stellte die Stärken des BFB in den Fokus.
Von Josef Schaller

Hans Glatzl verzichtete bei seiner Aschermittwochsrede auf einen politischen Rundumschlag.  Foto: Josef Schaller
Hans Glatzl verzichtete bei seiner Aschermittwochsrede auf einen politischen Rundumschlag. Foto: Josef Schaller

Burglengenfeld.Wer Hans-Edmund Glatzl kennt, weiß, dass er normalerweise kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es darum geht, seinen politischen Widersachern kräftig seine Meinung zu geigen. Ursprünglich hatte er das auch bei seiner Aschermittwochsrede im Rahmen der Abschlussveranstaltung des Burglengenfelder Bürgerforums (BFB) zur Kommunalwahl so vorgesehen. Eine Abrechnung nach 30 Jahren bitterer Erfahrung mit der Kommunalpolitik in Burglengenfeld sollte es werden. Aber dann hat er am Tag davor seine bereits vorbereitete Rede in die Ecke gelegt und eine neue verfasst, eine „positive“, wie er betonte, mit der er vor allem die eigenen Stärken des BFB in den Vordergrund stellen wollte und weniger die Schwächen der politischen Mitbewerber.

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Ganz nach dem Motto „Wer hat‘s erfunden?“ stellte Glatzl unmissverständlich klar, dass es das BFB gewesen sei, das schon vor vielen Jahren mehr Umwelt- und Klimaschutz für Burglengenfeld gefordert habe. So sei zum Beispiel unter anderem auch auf Drängen des Bürgerforums das Bulmare mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet und etwas später auch die Palmölheizung beim Bad „gestoppt“ worden, wie er anmerkte.

Vorreiter für Klimaschutz

Die Forderung von BWG und SPD nach einer CO2-freien Stadt sei nichts Neues. Das BFB sei mit ihren Anträgen zum Klimaschutz eben nur 15 Jahre zu früh dran gewesen, so Glatzl. Auch die Baulandbewirtschaftung in die städtische Hand zurückzuholen statt Bauträgern das Gelände als Spekulationsobjekt zu überlassen, sei eine alte Forderung des Bürgerforums, „schon seit der erste Spatenstich am Augustenhof 1996 erfolgte“.

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„Wir freuen uns ja“, wie Glatzl betonte, „dass manche unserer Ideen von damals heute die Wahlbroschüren der SPD füllen.“ Spätestens, als er zum Thema „Fahrradwegebau“ die Signale von SPD und BWG als „ermutigend“ bezeichnete, hätte man als Nicht-Insider der Burglengenfelder Kommunalpolitik seine Schmeicheleien an die beiden politischen Mitbewerber möglicherweise sogar als „beginnende Liebesbeziehung“ deuten können. Doch wer Glatzl kennt, weiß auch, dass in seinen Aussagen oft auch eine kleine Portion Zynismus und Sarkasmus steckt. So blieb es dann doch nicht aus, dass er einige Giftpfeile an BWG und SPD abfeuerte. „Wir können uns morgen noch daran erinnern, was wir gestern gesagt haben“, so der 64-Jährige, als er den Unterschied des Bürgerforums zu Mitbewerben herausstellte. „Bei uns gibt es keine Abhängigkeitsgefahr infolge Verknüpfungen von Stadtratstätigkeit und möglichen Eigeninteressen.“

Das BFB sei keine „Brot-und-Spiele-Partei“, welche die Bürger mit teurer Dauerbespaßung auf Kosten von Natur und Steuerzahlern ruhigstellen wolle. Und: Das Bürgerforum brauche keinen Werbebus oder -SUV mit aufgeklebten Slogans für eine CO2-freie Stadt.

Pakt mit der ÖDP

  • Kreistag:

    Hans-Edmund Glatzl und Uschi Schindler kandidieren für den Kreistag auf der ÖDP-Liste auf den Plätzen fünf und sechs.

  • Ziele:

    Sie wollen das Städtedreieck mit seinen Verkehrs- und Infrastrukturproblemen und beim gemeinsamen Trinkwasserschutz
    voranbringen. Beide setzen sich auch für ökologische Ehrlichkeit und soziale Gerechtigkeit ein.

Als ein „Zusammenschluss freier Bürger, die keiner Ideologie, sondern nur ihrem Gewissen verpflichtet sind“, so Glatzl, gehe „sein BFB“ selbstbewusst in die Kommunalwahl und möchte „mindestens“ seine beiden Sitze im Stadtrat verteidigen. Die Forderungen wurden klar formuliert. Glatzl verlangt die komplette Rückführung des Bauhofs in die Hände der Stadt. Ein Einblick in den Bericht des Kommunalen Prüfungsverbandes werde die „ineffektive Arbeit“ im Bauhof offenlegen, so der 64-jährige Redakteur und Autor.

Augustenhof besser anbinden

Des Weiteren fordert er eine finanzielle Förderung von einheimischen Familien beim Bau und Erwerb von Wohneigentum sowie eine überörtliche Verkehrsanbindung für das Baugebiet Augustenhof. Sozialer Wohnungsbau gehört ebenso dazu wie ein ökologischer und familienfreundlicher Schul- und Kita-Ausbau. Dringend notwendig sei auch ein Nahverkehrskonzept für das Städtedreieck. Der Ausbau des Bahnhofs Maxhütte-Haidhof mit Parkdeck und Fahrradunterstellplätzen sei dabei ein entscheidender Mosaikstein. In diesem Zusammenhang forderte er auch eine bessere Taktung des Zug- und Busverkehr.

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