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Konzert

Görlitzer kommen beim Publikum gut an

Duo infinité gibt im Rahmen der „Hofer Konzerte“ bearbeitete Kompositionen mit ausgewählten Texten zum Besten.

Die beiden Görlitzer Streicher ernteten großen Applaus für ihren Auftritt in Hof am Regen. Foto: tkw
Die beiden Görlitzer Streicher ernteten großen Applaus für ihren Auftritt in Hof am Regen. Foto: tkw

Nittenau.Der Landkreis Schwandorf feiert 2018 die zehnjährige Partnerschaft mit dem Landkreis Görlitz. Dieses Jubiläum wollte Carolin Schmuck im 35. Konzert der „Hofer Konzerte“ aufgreifen und holte zwei Musiker aus Görlitz nach Hof am Regen zum Konzert am Samstagabend. Duo infinité nennen sich Sven Schreiber (Violoncello) und Alexander Göpfert (Kontrabass). Die Burgkapelle in Hof war mit etwa 50 Zuhörern voll besetzt, wie bei fast allen Konzerten, die bis jetzt stattgefunden haben. Sogar drei Damen aus Yorkshire, die hier Urlaub machen, waren unter den Gästen.

Mit „Geschichten über Kniestreicher – Aus dem Leben zweier Musiker“ lasen Schreiber und Göpfert zwischen den einzelnen Sätzen ausgewählte Texte aus den Büchern „Mein Cello und ich und unsere Begegnungen“ von Gregor Piatigorsky und aus „Der Kontrabass“ von Patrick Süskind.

Für die beiden Instrumente als Duo ist die Auswahl an Literatur sehr begrenzt, deshalb wurden auch drei der vier Kompositionen bearbeitet. Das „Duo Nr. 2“ von Bernhard Heinrich Romberg ist eigentlich für zwei Violoncelli, wurde aber von Alexander Göpfert so bearbeitet, dass es für Violoncello und Kontrabass zu spielen ist.

Von Giovanni Battista Viotti stammt dass „Scherzando für Kontrabass und Violoncello“, das allerdings von Jörg Baumann bearbeitet wurde. Das Wesentliche eines Scherzando ist die heitere Grundstimmung der Musik. So kommt es dem Zuhörer hier auch vor, als ob sich die beiden Instrumente gemütlich im Plauderton unterhalten würden.

Nach der Pause ging es weiter mit der „Sonate à deux“ von Jean Barriére. Dieses Stück schrieb der Komponist eigentlich für zwei Violinen, wurde aber ebenfalls von Jörg Baumann so bearbeitet, dass die beiden Instrumente der Musiker harmonierten.

Das letzte Stück des Konzertabends ist das einzige Stück, das wirklich für Violoncello und Kontrabass komponiert wurde. Es war eine Auftragsarbeit eines Londoner Bankiers für den Komponisten Gioachino Antonio Rossini. Der Bankier, ein Hobby-Cellist, wollte es mit dem damals sehr bekannten Kontrabassisten Domenico Dragonetti zusammen spielen. Dazu kam es aber wahrscheinlich nicht, denn das Stück ist „knifflig für Hobby-Cellisten“ (O-Ton Sven Schreiber).

Die Noten wurden 1968 im Nachlass der Familie gefunden. Seitdem erfreut sich das Stück großer Beliebtheit bei Musikern und Fachpublikum. Es kommt dem Zuhörer wie ein leidenschaftlicher Dialog vor, der mit einem Finalstreich endet. Als „Rausschmeißer“ (O-Ton Alexander Göpfert) spielten die beiden noch eine Komposition von Jean Barriére. Großer Applaus war der Dank des Publikums. (tkw)

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Gegensätze

  • Auswahl:

    Mit „Geschichten über Kniestreicher – Aus dem Leben zweier Musiker“ lasen Schreiber und Göpfert zwischen den einzelnen Sätzen ausgewählte Texte.

  • Texte:

    Die ausgesuchten Stücke waren sehr gegensätzlich: Während Gregor Piatigorsky sehr lebendig berichtet, sind die Abhandlungen Süskinds über das Instrument Kontrabass sehr technisch und sachlich. (tkw)

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