mz_logo

Region Schwandorf
Donnerstag, 19. April 2018 24° 1

Freizeit

Golf-Spaß über und unter Tage

Ein „Abenteuer-Golfplatz“ ensteht neben der Holzkugel. Die 18 Stationen stellen die Entwicklung des Steinberger Sees dar.
Von Reinhold Willfurth

  • Naturnahe Gestaltung und Kunstrasen schließen sich nicht aus, sagen die Betreiber von Abenteuer-Golfplätzen.Foto: Abenteuer Golfprojekt
  • Steine und Holz aus der Region dominieren die Anlage.

Steinberg am See. Den Abschlag mit dem „Holz 1“, bei dem der Ball schon mal 300 Meter weit fliegen kann, muss man sich irgendwie dazudenken. Ansonsten aber versprechen die Betreiber von „Adventure-Golfplätzen“ durchaus Erlebnisse wie auf den Greens der großen Anlagen. Und die Bandbreite der Spieler sei viel größer: „Von der Vier-Jährigen bis zum Opa“ und „vom Anfänger bis zum sportlich ambitionierten Golfer“ hätten die Gäste auf so einer Anlage ihren Spaß, erklärt Steffen Wild. Der Betreiber von „Wild Wakeboard und Ski“ am Steinberger See nutzt die Gunst der Stunde und baut einen Abenteuer-Golfplatz auf seinem Gelände – in idyllischer Lage mit Blick auf den See und direkt neben dem „Inmotion Park“ mit seiner begehbaren Holzkugel.

In die Umgebung einfügen

Für das Golf-Feeling auf dem barrierefreien Park sorgt ein Kunstrasen, auf dem man seine Bälle putten könne wie auf den sorgfältig gepflegten Echtrasen der großen Plätze, verspricht Wild. Was ihm genauso wichtig ist: Der Platz soll kein Fremdkörper sein am Seeufer, sondern sich durch seine naturnahe Gestaltung gut in die Umgebung einfügen. Viel Holz und Steine würden auf dem 2000 Quadratmeter großen Gelände verbaut, und natürlich spiele das Thema Wasser eine dominierende Rolle.

Auf diesem Gelände am Seeufer soll die Golfanlage entstehen.Foto: Willfurth

Damit aber nicht genug: Neun der 18 Stationen würden an die Geschichte der Bergbaugemeinde Steinberg und ihres vom Braunkohlenrevier zum Freizeitparadieses verwandelten Sees erinnern. „Wir wollen ein Bewusstsein schaffen für die Geschichte des Sees. Viele Besucher wissen gar nicht, dass das mal ein Bergbau-Areal war“, sagt Steffen Wild, der mit der Gestaltung der Stationen auch Interesse wecken will für die Museen in Wackersdorf und Steinberg am See, die sich mit dem Bergmanns-Erbe befassen. An neun Stationen erinnert auch Wilds Projekt spielerisch an die Vergangenheit der Region, sei es durch eine historische Grubenlore als Hindernis oder spektakulär mit dem originalgetreuen Nachbau eines Bergwerksstollens mit Lampen und akustischer Atmosphäre, in dem die Gäste auf dem Weg zu ihrem Ziel in die Welt der Untertage-Kumpel eintauchen, die es auch im Oberpfälzer Braunkohlenrevier einmal gab.

Steffen WildFoto: Willfurth

Heilfroh ist Steffen Wild, dass er sich dabei auf die Erfahrung des Knappenvereins Wackersdorf stützen kann. Die Mitglieder des Traditionsvereins, der am Samstag sein 110jähriges Bestehen feiert, sind im Gegenzug froh darüber, dass auch Besucher von außerhalb etwas über die Vergangenheit des Seenlands als Kohlerevier mit bis zu 1600 Arbeitsplätzen für Oberpfälzer Kumpels erfahren. „Wir finden das sehr gut“, sagt Vereinsvize Fritz Falter, der sich in der kommenden Woche zusammen mit dem Vorsitzenden Jürgen Müller, Altbürgermeister Jakob Scharf und Steffen Wild trifft, um über die Gestaltung der neun Stationen zu beraten. An jeder dieser Stationen soll auch eine kleine Hinweistafel über den Hintergrund des jeweiligen „Sonderbauteils“ informieren und auf die Museen hinweisen. „Wir müssen den Nachkommen erklären, warum die Seen überhaupt da sind“, fasst Museumsbetreuer Falter die Motivation zusammen.

Eine Holzkugel aus Stahl

Weitere neun Stationen sind der Weiterentwicklung des Sees und der Gegenwart mit seinen Freizeitangeboten gewidmet. Das Thema „Wasser“ wird laut Mark Loerke, Chef der Bamberger Firma „Abenteuer Golfprojekt“, die den Platz bauen wird, mit zwei künstlichen Bachläufen und einem Steinberger See en miniature bespielt. Segelboot und Mini-Wakeboardanlage komplettieren das Thema Wasser.

Ein Wasserlauf erinnert an das Top-Thema der Anlage.

Die naturnahe, der (Kultur-)Landschaft angepasste Gestaltung, der Zuschnitt auf Familien – für die ganz Kleinen wird es einen Spielplatz geben – und die Barrierefreiheit sind für Betreiber Wild Argumente, die der Kritik an der Kommerzialisierung des Steinberger Sees entgegenstehen. Trubel rund um die Holzkugel sei zwar in den Ferien und an Feiertagen zu erwarten. Aber außerhalb der Saison (die Wild von Anfang April bis Ende Oktober eingrenzt) und unter der Woche werde es verhältnismäßig ruhig bleiben am See. Für Einheimische, die vor allem Ruhe schätzen, sei zudem an den unbebauten Uferzonen immer noch genüggend Platz, findet Wild.

Weitere Nachrichten aus Schwandorf und Umgebung lesen Sie hier.

Der Hit aus den Vergnügungsparks

  • Das Projekt:

    „Adventure-Golf“ ist eine Variante des Minigolf, die in den USA und in Freizeitparks sehr erfolgreich ist und vor allem beim Putten (Einlochen) dem „großen Golf“ ähneln soll. Bauwerke, Wasseranlagen, Bunker und Dekorationen unter einem bestimmten Motto sind charakeristisch. „Stonehill Adventure Golf“, so der geplante Name für die Anlage, steht unter dem Motto „Vom Tagebau zum Freizeitparadies“.

  • Details:

    Kapazität: Mit 10 000 bis 13 000 Gästen pro Jahr wird kalkuliert. Bahnen: Die Bahnen sind zwischen acht und 30 Metern lang und mit Kunstrasen belegt. Der Boden ist aber nicht versiegelt.Die Anlage ist komplett barrierefrei. Zielgruppe: Familien, Jugendgruppen, Wassersportler, Wanderer. Kooperationen: Hinweise auf Museumslehrpfad und die Museen in Wackersdorf und Steinberg

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht