MyMz
Anzeige

Verleihung

Große Ehre für Ehrenamtliche

Drei Senioren aus dem Kreis Schwandorf sind ausgezeichnet worden: zwei vom Ministerpräsidenten, einer vom Bundespräsidenten.
Von Max Schmid und Bettina Mehltretter

Landrat Thomas Ebeling (rechts) hat Georg Hottner (Vierter von rechts) im Beisein seiner Familie und von Vertretern aus Politik und der Waldbesitzervereinigung die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgehändigt. Fotos: Max Schmid
Landrat Thomas Ebeling (rechts) hat Georg Hottner (Vierter von rechts) im Beisein seiner Familie und von Vertretern aus Politik und der Waldbesitzervereinigung die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgehändigt. Fotos: Max Schmid

Schwandorf.In Bayern engagieren sich so viele Menschen ehrenamtlich wie wahrscheinlich noch nie. Jeder Zweite, so heißt es in der Statistik, hilft freiwillig. Dennoch ist die Zahl derer, die sich weite Teile ihres Lebens für einen Verein oder Verband einsetzen, gering. Umso besonderer sind die Auszeichnungen, die jetzt drei Menschen aus dem Landkreis erfahren haben: Georg Hottner und Herbert Krauthann aus Schwandorf sowie Regina Galli aus Maxhütte-Haidhof.

Im Auftrag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Landrat Thomas Ebeling an diesem Donnerstag Georg Hottner aus Schwandorf mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Diese Verdienstmedaille ist die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für die Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. In seiner Laudatio würdigte Ebeling Hottner als verdiente Persönlichkeit, die sich seit Jahrzehnten in Ehrenämtern engagiere. Hottners Name sei weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Sein Engagement habe Vorbildcharakter.

Ehrenvorsitzender bei Waldbesitzern und Feuerwehr

40 Jahre lang war Hottner Jagdvorsteher. Seit 1968 habe er die Waldbesitzervereinigung (WBV) Burglengenfeld geleitet, so Ebeling. Seinem Einsatz sei es zu verdanken, dass sich die Vereinigungen Nabburg und Burglengenfeld zusammengeschlossen haben, um zukunftsfähig zu werden. Der Landrat verwies auch auf das über 50-jährige Engagement Hottners in der FFW Alberndorf. Bei der Waldbesitzervereinigung und bei der Feuerwehr ist Hottner inzwischen Ehrenvorsitzender.

Doch damit nicht genug: Hottner ist seit 1975 Mitglied und seit 1996 Vorsitzender der Bürgergesellschaft Wanderer, die die Tradition des Kartenspiels aufrechterhalte. Ebeling verwies zudem auf das Engagement im Maschinenring und beim Rindermastring, die Tätigkeit als Feldgeschworenen-Obmann sowie den Einsatz um die Pfarrei Kreuzberg als Pfarrgemeinderatsvorsitzender und Kirchenpfleger. Kommunalpolitisch tätig war Hottner ab 1966: erst als zweiter Bürgermeister der damaligen Gemeinde Alberndorf, danach als Stadtrat der Großen Kreisstadt Schwandorf bis 2014. Seine politische Heimat ist die CSU, im Ortsverband hat er 22 Jahre lang unterschiedliche Positionen bekleidet. Auf Kreisebene hat er 20 Jahre lang als Kreis- und Bezirksvorsitzender der Seniorenunion das politische Leben mitgestaltet. In Niederhof ist Hottner als Motor des gesellschaftlichen Zusammenlebens bekannt. Er habe seinen Hof für Veranstaltungen zur Verfügung gestellt und damit einen Beitrag zur Anbindung des Stadtteils an den Stadtkern geleistet, sagte Ebeling.

Die Auszeichnung habe den Richtigen getroffen

Bundestagsabgeordneter Karl Holmeier zeigte sich bei der Ehrung davon überzeugt, dass die höchste Auszeichnung, die es für das Ehrenamt gebe, mit Hottner einem besonders verdienten Bürger überreicht wurde. Landtagsabgeordneter Joachim Hanisch sprach ebenso ein Grußwort. Er zählt Hottner zu den Menschen, die durch ihr Engagement eine ganze Generation beeinflussen und bereichern. Die Auszeichnung habe den Richtigen getroffen. Bürgermeisterin Ulrike Roidl bezeichnete Hottner als Mann mit vielen Leidenschaften, die er alle mit Hingabe ausfüllt. Und WBV-Geschäftsführer Reinhard Kreußel sprach angesichts der Ordensverleihung vom Höhepunkt der ehrenamtlichen Laufbahn Hottners. Sichtlich bewegt bedankte sich Hottner bei den Rednern und verriet zum Abschluss der Feierstunde seine lebenslange Devise: „Steh frisch auf, mach’s Maul auf und hör bald auf.“

„Ich habe mich quasi selbst vorgeschlagen.“

Regina Galli, Maxhütte-Haidhof

Wenige Stunden vor der Ehrung Hottners war Landrat Ebeling nach Nürnberg gefahren, wo mit Regina Galli und Herbert Krauthann zwei weitere Ehrenamtliche aus dem Landkreis ausgezeichnet worden sind. Im Germanischen Nationalmuseum hatte Ministerpräsident Markus Söder sein Ehrenzeichen überreicht.

Regina Galli aus Maxhütte-Haidhof war vor dem Treffen mit Ministerpräsident Markus Söder ziemlich aufgeregt. Zur Ehrung trug sie ein Dirndl des Trachtenvereins Pirkensee. Foto: Jörg Koch/Bayerische Staatskanzlei
Regina Galli aus Maxhütte-Haidhof war vor dem Treffen mit Ministerpräsident Markus Söder ziemlich aufgeregt. Zur Ehrung trug sie ein Dirndl des Trachtenvereins Pirkensee. Foto: Jörg Koch/Bayerische Staatskanzlei

Regina Galli aus Maxhütte-Haidhof war „g’scheit aufgeregt“, als sie sich mit ihrer Tochter, die ebenfalls Regina heißt, auf dem Weg zur Verleihung gemacht hat. „Ich habe mich quasi selbst vorgeschlagen“, verriet die 77-jährige Oma zweier Enkelkinder der Mittelbayerischen. Immer waren andere geehrt worden, sagt sie. Dabei war sie doch selber schon lange ehrenamtlich aktiv: in Pirkensee für den Heimat- und Volkstrachtenverein sowie für den Gartenbauverein, den Kirchenchor und für den Frauenbund, außerdem für Schwandorfs Kreisjugendring.

Galli bildet Trachtenjugend aus

„Der Kreisjugendring braucht mich heute noch“, erzählt Galli. Allein 2018 war die Rentnerin noch bei drei Fahrten dabei. Deshalb hatte Elisabeth Lorenz, die ehemalige Büroleiterin des Kreisjugendrings, sie nun für die Ehrung vorgeschlagen. Doch auch andere Vereine und Gruppierungen können nicht ohne Galli. „Im Trachtenverein bin ich noch fest im G’schirr“, erzählt sie. Sie betreut gemeinsam mit ihrer Tochter die Trachtenjugend und kümmert sich um das Gewand, etwa für die Fahrt vor zwei Jahren zum Oktoberfest. „Solange ich gesund bleibe, mache ich weiter“, sagt sie.

Herbert Krauthann war im Februar zum Ehrenjagdberater ernannt worden. Jetzt ist er auch Träger des Ehrenzeichens des Ministerpräsidenten. Foto: Jörg Koch/Bayerische Staatskanzlei
Herbert Krauthann war im Februar zum Ehrenjagdberater ernannt worden. Jetzt ist er auch Träger des Ehrenzeichens des Ministerpräsidenten. Foto: Jörg Koch/Bayerische Staatskanzlei

So sieht das auch der zweite Geehrte Herbert Krauthann. Der ehemalige Finanzbeamte, inzwischen knapp 85 Jahre alt, hat sein Leben der Jagd verschrieben. „Meine Freizeit habe ich immer schon aufs Ehrenamt verlegt – und nicht aufs Fernsehen“, erklärt er. Seit 50 Jahren ist er Mitglied im Landesjagdverband, seit mehr als 20 Jahren führt er den Jägerverein St. Hubertus Schwandorf. Dort ist er auch Ehrenvorsitzender. Von 1973 an war er stellvertretender Jagdberater im Landkreis, ab 2002 erster Jagdberater. Er setzt sich außerdem für die Hegegemeinschaft Neunburg-Ost und für die Taxöldener Jäger ein. „Einer muss es ja machen“, sagt Krauthann. „Wenn mich jemand gefragt hat, ob ich ein Amt übernehmen kann, habe ich das immer als Ehre empfunden.“ Vorgedrängt habe er sich aber nie. Für seinen Einsatz hat ihm Landrat Ebeling schon im Februar den Titel Ehrenjagdberater verliehen, der extra für ihn geschaffen worden ist. Die Einladung zur zweiten Ehrung durch Markus Söder hat ihn nun noch einmal sehr gefreut.

Weitere Nachrichten aus dem Landkreis Schwandorf finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht