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Wirtschaft

Große Pläne für das RG-Gelände

Unternehmer Ebensberger hat keine Angst vor Altlasten. Als Partner für den Industriepark gibt es erste Interessenten.
Von Norbert Wanner

  • Dunkle Wolken über dem Areal der Rohstoffgesellschaft (RG) Ponholz. Jahrzehntelang wurde hier Bergbau betrieben. Nach der Insolvenz gibt es aber einen Silberstreif am Horizont. Stephan Ebensberger will einen Industriepark entwickeln.Foto: Wanner
  • Für die Rohstoffgesellschaft Ponholz interessierte sich einst auch das Bayerische Fernsehen. 2007 produzierte ein TV-Team einen Beitrag für die Sendung „Aus Schwaben und Altbayern“. Foto: Wanner/Archiv

Maxhütte-Haidhof.Wie geht es weiter mit dem Areal der Rohstoffgesellschaft (RG)? Nach der Insolvenz hat Stephan Ebensberger dafür einen Plan. Der Geschäftsführer der Erutec GmbH und mit 51 Prozent Mehrheitsgesellschafter der insolventen RG Ponholz hat, wie unser Medienhaus berichtete, Grund und Gebäude aus der Insolvenzmasse erworben. Sein Plan sieht Großes vor; auf dem Gelände will er ein Industrie- und Gewerbegebiet entwickeln und dafür die bestehenden Gebäude nutzen.

Erste Interessenten gibt es laut Ebensberger bereits. Unter anderem ein Logistikunternehmen oder ein größerer Hausmeisterservice hätten sich gemeldet. Selbst für das ehemalige große Kantinengebäude der „Schamotte“, wie der Betrieb seit Jahrzehnten in der Umgangssprache tituliert war, hat er eine Idee: Ebensberger könnte sich dort Events und Erlebnisgastronomie vorstellen und ist offen für jeden, der Vorschläge hat.

Zweites Standbein

Auf Nachfrage unseres Medienhauses erläuterte der Entsorgungsunternehmer die Umstände, die dazu führten, dass er als Käufer für die Insolvenzmasse auftrat, obwohl laut Insolvenzverwalter die Entsorgung einer Altlast von über 50 000 Tonnen mit der sogenannten „Filterkalkhalde“ drohe. Ebensberger sieht in dem Kauf und der Entwicklung eines Industriegebiets die Möglichkeit, ein „zweites Standbein“ neben dem Recycling zu entwickeln. In Sachen möglicher Altlasten ist er optimistischer als der Insolvenzverwalter. Die Filterkalkhalde stamme aus der Zeit, als Hauptprodukt die hochwertigen Leichtschamotte waren, deren Vorkommen sich jetzt dem Ende zuneige. Mit anderen Worten, die chemische Zusammensetzung des Materials sei eine andere gewesen, ergo auch die Belastung des Filterkalks.

Genauere Erkenntnisse soll ein umfassendes Gutachten liefern, bei dem die gesamte Halde flächendeckend beprobt wird. Dieses solle im Herbst vorliegen und der Unternehmer hofft, dass am Ende nur ein geringer Teil der Halde aufwendig entsorgt werden muss. Selbst im schlimmsten Fall sei das wirtschaftliche Risiko tragbar, da eine Entsorgung der kompletten Halde sich über viele Jahre hinziehen würde, meint Ebensberger.

Mit dem Kauf des Geländes hat der Unternehmer auch die Pflicht zur Rekultivierung der ehemaligen Bergbauflächen übernommen. Allerdings gibt es für die in Betrieb befindliche Grube Rohrhof II noch keinen Abschlussbetriebsplan, ebenso wie für die ehemalige Grube Rohrhof I. Eine Rekultivierung, wie in Teublitz, wäre für Ebensberger jedoch eine gute Lösung.

Nicht in das Rennen um die Flächen der Rohstoffgesellschaft war nach seiner Aussage gegenüber unserem Medienhaus Erich Koller eingestiegen. Der beratende Ingenieur für Energie und Bau war mit einem Anteil von 49 Prozent der Minderheitsgesellschafter der RG. Ihm sei das Risiko, das von der Altkalkhalde ausgeht, einfach zu groß gewesen, sagte Koller im Gespräch mit unserem Medienhaus. Außerdem würden sich die Fixkosten allein für die Wasserhaltung der Grube Rohrhof auf einen mittleren vierstelligen Betrag im Monat addieren, so dass er mit Blick auf die restlichen Jahre seines noch aktiven Berufslebens dieses Kapitel habe abschließen wollen. Für Ebensberger habe dagegen der Kauf mit Blick auf sein Entsorgungsgeschäft Sinn gemacht.

Koller entwickelt Silogebäude

Einigung erzielten Koller und Ebensberger nach den Worten des Geschäftsführers der Erutec bereits bei einem Gebäude, das Koller nach eigenen Angaben besonders am Herzen liegt, dem ehemaligen Silogebäude. Koller möchte das Gebäude entwickeln, so dass sich eine „Aufwertung des Stadtbilds“ mit Rentabilität verbinde.

Eine gute Nachricht ist die Kaufnachricht aus der Insolvenzmasse auch für die Beschäftigten der RG. Wie Iris Schropper von der IG Chemie, Bergbau, Erden (im Gläubigerausschuss für die Arbeitnehmer zuständig) bestätigte, könnten die „Ansprüche aus dem Sozialplan vollständig bedient werden“. Dieser gesetzliche Anspruch sehe zweieinhalb Monatsgehälter für die Betroffenen vor. Darüber hinaus habe jeder der ehemaligen Arbeitnehmer die Möglichkeit, individuelle Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis (Urlaub, Überstunden) geltend zu machen. Auch dies ist aus Schroppers Sicht aus der Insolvenzmasse bedienbar.

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Mitarbeiter bekommen noch Geld

  • Insolvenzverfahren:

    Mit der Investition durch Stephan Ebensberger ist das Insolvenzverfahren nicht abgeschlossen. Bei planmäßigem Verlauf würden die Freistellungslöhne für die ehemaligen Mitarbeiter im Sommer und der Sozialplan im Herbst ausbezahlt werden, teilte Insolvenzverwalter Dr. Hans-Peter Lehner unserem Medienhaus mit.

  • Rückendeckung:

    Bürgermeisterin Dr. Susanne Plank wurde von Stephan Ebensberger über den Kauf informiert. Die Stadt habe ein großes Interesse daran, dass das RG-Gelände weiter für eine gewerbliche Nutzung zur Verfügung steht. Man werde Ebensberger unterstützen, die Ansiedelung neuer Unternehmen dort zu ermöglichen. (bxh)

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